Kommt die Weiterbildungspflicht?

Bauwirtschaft der Zukunft braucht Top-Fachkräfte – Roadmap für Österreich in Ausarbeitung

Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich seit geraumer Zeit die EU-Initiative "BUILD UP Skills Austria". Die EU gibt vor bis 2020 den Energieverbrauch von Bestandsgebäuden sowie im Neubau zu senken. Besonders in Bezug auf den zukünftig geforderten Niedrigenergie-Gebäudestandard im Neubau besteht die Nachfrage nach dementsprechend qualifizierten Fachkräften.

Durch die EU-Initiative BUILD UP Skills soll in Österreich eine nationale Strategie erarbeitet werden, welche die Weiterbildung von Fachkräften unterstützt, um die geforderte Energieeffizienz von neuen und sanierten Gebäuden gewährleisten zu können.

Welche Voraussetzungen dazu notwendig sind, wurde in Arbeitsgruppen erarbeitet. Mit dem Projektkonsortium, Österreichische Energieagentur, 17&4 Organisationsberatung GmbH und Landesenergieverein Steiermark erarbeiteten Vertreter des öffentlichen Dienstes, der Sozialpartner, Interessenvertretungen und Bildungseinrichtungen Grundlagen für einen ersten Entwurf einer Roadmap für Österreich. Die Ergebnisse wurden am 20. November 2012 vorgestellt.

Wie ein denkbarer Weg aussehen könnte um zu ausreichend qualifizierten Fachkräften zu gelangen, zeigte Dr. Peter Weiss vom Zentralverband des deutschen Handwerks in seiner Präsentation: "Deutschland fordert für die Qualitätssicherung in manchen bundesgeförderten Programmen von den Effizienzexperten alle zwei Jahre den Nachweis einer Weiterbildung ein".

In Deutschland geht der Gesetzgeber seit kurzem einen neuen Weg für seine durch Steuermittel geförderten Bundesprogramme. In der sogenannten Experten-Liste, die seit Juli 2012 geführt wird, muss jeder eingetragene Experte in Zukunft alle zwei Jahre eine Fortbildung von mindestens 12 Stunden nachweisen.

Eine verpflichtende Weiterbildung der Facharbeiter wird in Österreich von vielen Akteuren weitgehend abgelehnt. Über die Möglichkeit einer strengeren Regelung der gewerberechtlichen Befugnisse im Baunebengewerbe wird diskutiert. In jedem Fall sei intensiv an den Bereichen "gewerkeübergreifendes Verständnis", "Sanierung alter Bausubstanz" sowie "energieeffiziente Gebäudetechnik" zu arbeiten um die Energieeffizienzanforderungen am Bau erfüllen zu können.
Auch sollte von Kunden, besonders von öffentlichen Auftraggebern, verstärkt höchste Energieeffizienz gefordert werden, um am Markt entsprechende Impulse zu setzen.

BUILD UP Skills wird EU-weit in nationalen Projekten realisiert, die Österreichische Energieagentur wurde von der EU Kommission mit der Koordination von BUILD UP Skills Austria beauftragt. Österreich arbeitet seit November 2011 an der nationalen Roadmap zur Sicherstellung  der Qualifikation von Facharbeitern im Gebäudebereich.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency:
Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umwelt-schutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv – die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie.

Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Mag. Heinrich Sigmund, MSc
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-101
E-Mail: pr(at)energyagency.at