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Energiepreise für private Haushalte, Jahresrückblick 2009

Die Wirtschaftskrise und ein im Jahresvergleich niedriger Ölpreis senken den Energiepreisindex (EPI) 2009 auf das Niveau von 2007

Nach dem Höhenflug der Energiepreise im Jahr 2008, kam es 2009 weitgehend zu einer Entspannung des Preisniveau. Im Jahresdurchschnitt 2009 verminderte sich der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 um 9,6 %.

Dr. Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, zieht aus dem Energiejahr 2009 folgende Bilanz: „Der Energiepreisindex ist im Jahresdurchschnitt zwar gesunken, einzelne Energieträger wie Strom oder Gas sind 2009 aber teurer geworden. Mit positiver Wirtschaftsentwicklung ist mit Steigerungen im Energiebedarf zu rechnen, die die Preisentwicklung vorantreiben werden. Daher gilt trotz aktuell niedrigem Energiepreisindex nach wie vor: Die Reduktion des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz in allen Bereichen haben höchste Priorität.“

Insgesamt lag der EPI im Dezember 2009 um 4,8 % über dem Niveau vom Jänner 2009. Seinen Höhepunkt erreichte der EPI im November 2009, wo er um 5,4 % über dem Jännerwert lag. Im Jahresdurchschnitt 2009 sank der EPI um 9,6 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2008. Abbildung 2 veranschaulicht die Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2009. Zum Vergleich: im Jahresdurchschnitt 2009 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex (VPI) um 0,5 % gegenüber 2008. Bereinigt man den VPI um die energierelevanten Positionen, wäre der VPI um 1,5 % angestiegen.

Entwicklung EPI im Jahr 2009

 

Quelle: Statistik Austria, Berechnung Österreichische Energieagentur

Im Verlauf von 2009 steigt der Rohölpreis an

Der Rohölpreis, der bedingt durch die globale Rezession zu Jahresanfang nur bei rund 43 $/Barrel lag, gewann im Jahresverlauf wieder an Auftrieb. Im Monatsdurchschnitt betrachtet, überschritt der Rohölpreis im August 2009 die 70 $ Marke und erreichte im November mit 76,66 US-Dollar seines Jahreshöchstwert. Der Preis lag im November um rund 75,9 % über jenem, der zum Jahreswechsel galt. Zum Vergleich: 2008 erreichte der Rohölpreis mit 133,18 $/Barrel seinen Höchststand. Die Verteuerung des Rohöls führte vor allem ab der 2. Jahreshälfte 2009 zu einem Anstieg der Endverbraucherpreise für Energie in Österreich. So lag der Energiepreisindex im November 2009 um 5,4% über dem Wert vom Jänner 2009.

Durchschnittlicher Monatspreis der Sorte UK-Brent in $/b im Jahr 2009

 

Quelle: Mineralölwirtschaftsverband, Berechnung: Österreichische Energieagentur

Mineralöle verzeichneten im Jahresvergleich zu 2008 den stärksten Preisrückgang

Der gegenüber 2008 stark gesunkene Rohölpreis (im Jahresdurchschnitt 2009 sank dieser um mehr als 36% gegenüber 2008) wirkte sich naturgemäß direkt auf die Preise für Mineralölprodukte aus. Im März 2009 erreichte der Preis für Heizöl seinen absoluten Tiefststand. Er lag um 8,4 % unter dem Wert vom Jahresbeginn bzw. um 18,7% unter dem Wert von August 2009, wo der Preis für Heizöl seinen Höchststand im Jahr 2009 erreichte. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 sank der Heizölpreis um 28,8 %. Die Preise für Normal- und Superbenzin waren im Jänner 2009 auf ihrem Tiefststand angelangt. Der Preis für Normalbenzin lag um 19,8% unter jenem vom Dezember 2009 und Superbenzin kostete im Jänner 2009 um 19,5% weniger als zu Jahresende. Dieseltreibstoff war im März 2009 am billigsten. Sein Preis war um 11,5 % günstiger als im Dezember 2009. Die Preise für Normalbenzin und Superbenzin verminderten sich im Jahresdurchschnitt um 13,6 % bzw. 13,7 %, Diesel wurde im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 um 21,3 % billiger.

Die leitungsgebundenen Energieträgern verzeichneten 2009 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 einen Preisanstieg von 4,3 %. Der Preis für Gas stieg im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 um 6,7 %, jener für Strom um 4,1 % und jener für Fernwärme um 2%.

Der Brennholzpreis erhöhte sich im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2008 um 3,2 %. Bei den Kohleprodukten war im Jahr 2009 ein leichter Preisrückgang festzustellen. Im Jahresdurchschnitt verminderten sich die Preise für Kohleprodukte um durchschnittlich 2 % gegenüber dem Jahr 2008.

Die absoluten Ausgaben für die Haushalte

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur (auf Basis der Konsumerhebung der Statistik Austria) betrugen die Ausgaben der österreichischen Haushalte für Energie im Jahr 2009 aufgrund der Preis- und Mengenentwicklungen rund 8,2 Mrd. Euro angestiegen. Dies bedeutet durchschnittlich monatliche Ausgaben für Energie von 193 Euro pro Haushalt im Jahr 2009. Rund 34 % davon wurden für den Verkehr (Benzin und Dieseltreibstoff) ausgegeben. Etwa 36 % der energetischen Haushaltsausgaben entfielen auf Raumwärme und Warmwasser und rund 30 % auf Strom. Die Ausgaben der Haushalte für Energie fielen im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr 2008 um 13 %.

gedruckt am: 29.07.2010