Zusammensetzung des Energiepreisindex
Zusammensetzung des Energiepreisindex und die Änderung des EPI (bzw. VPI) im Jahr 2011.
Die Gewichtung entspricht dem Anteil am Warenkorb für den Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Austria.
Gewichtung der Energieträger im VPI und Energiepreisindex (EPI)
Energieträger | Anteil am VPI | Anteil am EPI |
|---|---|---|
feste Brennstoffe | 0,5007 | 5,9 |
Heizöl | 0,7642 | 9,0 |
Strom | 2,1759 | 25,7 |
Gas | 0,8066 | 9,5 |
Fernwärme | 0,4433 | 5,2 |
Summe Strom und Raumwärme (Haushalte) | 4,6889 | 55,3 |
Superbenzin | 1,6425 | 19,4 |
Dieseltreibstoff | 2,1461 | 25,3 |
Summe Treibstoffe (Haushalte) | 3,7886 | 44,7 |
INSGESAMT | 8,4775 | 100,00 |
Quelle: Statistik Austria, Österreichische Energieagentur
Änderung des EPI (bzw. VPI) im Jahr 2011
Im Jahr 2011 wurden beim VPI sowohl
- das Basisjahr von Durchschnitt 2005 auf Durchschnitt 2010, als auch
- die Gewichtung einzelner Positionen im Warenkorb geändert.
Im Bereich der Energie kam noch dazu, dass der Posten Braunkohlebriketts, Hüttenkoks und Normalbenzin herausfielen. Holzpellets wurden in den Warenkorb aufgenommen
Diese Änderungen bewirkten, dass auch der EPI entsprechend geändert werden musste. Dabei wurde
- der "energetische Warenkorb" auf die neuen Anforderungen umgestellt und
- die alten Indexwerte (vor Jänner 2011) auf Basis "Durchschnitt 2010" umgelegt.
Verkettung VPI 2005 – VPI 2010 (bzw. EPI 2005 – EPI 2010)
Der Verkettungsfaktor der Indizes von 2005 auf 2010 ergibt sich aus dem Jahresdurchschnitt des VPI (bzw. EPI) 2005 für das Jahr 2010. Für den EPI beträgt dieser Durchschnittswert 118,83 und der daraus ableitbare Verkettungsfaktor beträgt demnach 1,1883. Wenn man die Indexstände des EPI 2005 durch diesen Wert dividiert, dann erhält man die Indexwerte des EPI 2010 (und vice versa wenn man EPI 2010 auf EPI 2005 umrechnet).
Die Wahl eines ganzen Jahres als Verkettungszeitraum (wie zuvor dargestellt) garantiert die Übereinstimmung der jährlichen Inflationsrate für den Jahresdurchschnitt, wobei es nicht darauf ankommt, welchen Index (verkettet oder original) man für die Berechnung heranzieht. In einzelnen Monaten des Basisjahres kommt es hingegen zu nicht unbeträchtlichen Abweichungen der mit Hilfe der originalen bzw. der verketteten Werte gerechneten Veränderungsraten. Die "echte" (d.h. ausschließlich auf Preisveränderungen beruhende) Inflationsrate kann nur mit Hilfe der originalen, auf identischen Konzepten und Warenkörben beruhenden Reihen berechnet werden. Aus den erwähnten Gründen kommt es zu nicht unerheblichen Differenzen in der Vorjahres-Veränderungsrate, sofern nicht einfach die von der Statistik Austria veröffentlichten Werte für die Inflationsrate verwendet werden. Es erscheint zweckmäßig, für die Beurteilung der Preisveränderung die amtliche Rate zu verwenden. Mit den verketteten Indexwerten stimmen sie allerdings nicht überein – eine Problematik, die erst ab dem Referenzjahr 2012 entschärft sein wird.
Daher kann es zu Abweichungen zu den Werten der Statistik Austria kommen.
Aus diesem Sachverhalt ergeben sich zwei Möglichkeiten
- Heranziehen der "offiziellen" Veränderungsraten aus der Aussendung der Statistik Austria und eine Gewichtung der Veränderungsraten entsprechend der Gewichtung der einzelnen Positionen im Warenkorb.
Vorteil: die im Rahmen des EPI publizierten Veränderungsraten stimmen exakt mit jenen der Statistik Austria überein.
Nachteil: diese Veränderungsraten der einzelnen Positionen sind für uns nicht nachvollziehbar. Dementsprechend müssten die Messziffern im Jahr 2010 "händisch" ausgebessert bzw. revidiert werden, da sie mit der Berechnungsmethode Indexwert/Verkettungsfaktor nicht mehr übereinstimmen. Damit wäre auch in unserer Zeitreihe eine Unterbrechung in der Berechnungsmethode beinhaltet, die in weiterer Folge nicht nachvollzogen werden könnte. - Beibehaltung der bisherigen Berechnungsmethode und die Errechnung der Werte 2010 entsprechend der Methodik wie oben beschrieben.
Vorteil: die Berechnungsmethode bleibt konstant. Die Messziffern sind für uns nachvollziehbar.
Nachteil: die Veränderungswerte der einzelnen Positionen stimmen erst wieder im Jahr 2012 mit denen Angaben der Statistik Austria überein.
Berechnung derzeit
Aktuell wird die Veränderungsrate weiterhin sozusagen Bottom-Up errechnet. Basierend auf dem neu zusammengesetzten und neu gewichteten Warenkorb wird der EPI wie bisher berechnet. Ebenso erfolgt diese Berechnung für das Jahr 2010. Die einzelnen Positionen im energetischen Warenkorb (Basis 2005) werden entsprechend der oben beschriebenen Methodik mit dem jeweils eigens berechneten Verkettungsfaktor verknüpft und so auf Basis 2010 gebracht. Diese Werte werden dann entsprechend der neuen Gewichtung zum EPI zusammengeführt.
Es werden also nicht " Top-Down" nur die EPI Werte im Jahr 2010 (Basis 2005) mittels Verkettungsfaktor auf Basis 2005 gebracht, sondern die Veränderung des EPI errechnet sich aus den gewichteten Veränderungen der einzelnen Positionen.


