Entwicklung der Ölpreise in Rotterdam (Barrel Brent)
Der Preis für die Rohölmarke Brent (hier: in Rotterdam seit 1996) ist der wichtigste Ölpreisindikator für den österreichischen Mineralölmarkt.
Benchmark
Erdöl wird weltweit in Barrel gehandelt. Ein Barrel entspricht 158,987 Liter. Der Preis von einem Barrel Brent - ein in Rotterdam notierendes Erdöldestillat - ist die "Benchmark" für Erdölprodukte in Österreich. Der Kurs dieses Produktes (Preis) wird täglich neu bestimmt und notiert in der Währungseinheit Dollar. Da zumeist die internationalen Gaspreise direkt an die Entwicklung der Ölpreise gebunden sind, wirkt sich eine Änderung der Ölpreise - jedoch verzögert - auch auf die Gaspreise aus.
Anfang 1997 erreichte das Barrel mit knapp 25 Dollar den damaligen Höchststand und sank danach auf bis zu 10 Dollar je Barrel. Der Tiefstand wurde Ende 1998 mit 9,3 Dollar erreicht. Erdöl war zu diesem Zeitpunkt erheblich billiger als vor dem zweiten Erdölschock.
Preisschwankungen
Zu Beginn des Jahres 1999 kam es durch Vereinbarungen von Förderkürzungen auf Seiten der OPEC zu einem erheblichen Anstieg der Preise und seither zu eher sehr starken Preisschwankungen. Das von der OPEC damals angestrebte Band von 22 bis 28 Dollar / Barrel wurde deutlich überschritten.
1996 betrug der Wechselkurs Dollar zu Euro 1:0,77 und schwankte bis 1999 um die 90 Cent. Zwischen 2000 und 2002 lag er durchschnittlich in der Höhe von rund 1:1,09. Seinen Höchststand erreichte er 2002 mit 1,12 Euro / Dollar. Seit 2004 liegt der Wechselkurs wieder bei rund 1:0,8, 2007 kostete ein Dollar schließlich nur 0,73 Euro Cent. Das Rohöl ist dadurch für Europa günstiger.
Wird der Wechselkurs berücksichtigt, kostete der Barrel Brent 1996 durchschnittlich 16 Euro und sank danach kurzfristig auf unter 8 Euro je Barrel (Dezember 1998). Seither steigt der Preis pro Barrel kontinuierlich: 2008 kostete ein Barrel der Marke UK-Brent durchschnittlich 64,92 Euro. Das sind um 464 % mehr als vor zehn Jahren.
Hoher Ölpreis
Für die hohen Ölpreise gibt es verschiedene Erklärungen, die von geopolitischen Spannungen über Spekulationskäufe bis hin restriktiven Förderpolitiken sowie Engpässen bei den Raffineriekapazitäten reichen.
Rohölpreise
[Quelle: Mineralölwirtschaftsverband, Österreichische Nationalbank]




