Steigerung der Energieeffizienz in der Lebensmittelindustrie
Einheitliches Energiemanagement und internationales Benchmarking
Energiemanagement und Benchmarking sind hervorragende Instrumente die Energieeffizienz von Unternehmen zu erhöhen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) können von einem erleichterten Zugang zu Energiemanagement und Benchmarking profitieren, da es ihnen für gewöhnlich an Zeit und Geld mangelt die für ihren Sektor geeignetsten Instrumente auszuwählen.
Dieser Auswahl widmet sich nun das Projekt "Benchmarking and Energy Management Schemes in Small and Medium Enterprises" (BESS), das im Rahmen des Intelligent Energy – Europe (EIE) Programms der Europäischen Union gefördert wird. Die Österreichische Energieagentur ist an diesem Projekt beteiligt.
Projektziel
Vorrangiges Ziel ist es, industriellen KMUs den Zugang zu innovativen Energieeffizienzlösungen und internationalem Benchmarking zu erleichtern und dadurch einen Anreiz zur konsequenten Anwendung von Energiemanagement (EM) zu geben. Dies führt zu verringerten Produktionskosten und verringerter Energieintensität.
Hauptzielgruppe Lebensmittelindustrie
Die Hauptzielgruppe des Projektes sind KMUs der europäischen Lebensmittelindustrie. Für die Pilotaktionen in den einzelnen Projektländern wurden die Sektoren Milchverarbeitung, Fleischverarbeitung und Bäckereien ausgewählt. In Österreich – ebenso wie in Bulgarien, Griechenland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden – hat sich das Projekt mit den Molkereien befasst.
Projektschritte
- Systematische Auswahl der effektivsten EM-Programme und -Instrumente der Projektländer
- Erstellung des Informations- und Lernmaterials für die teilnehmenden KMUs
- Erstellung der Projekt-Website die sämtliche Informationen, Lernmaterialien, Checklisten und den Zugang zum Benchmarkingsystem enthalten wird
- Entwicklung eines internationalen Benchmarking Systems
- Durchführung von "Pilotaktionen" in KMUs zum Testen und Optimieren der entwickelten Instrumente (5-10 KMUs pro Land)
Projektkonsortium und Hauptakteure
Die Projektpartner sind die nationalen Energieagenturen von Bulgarien, Finnland, Griechenland, Irland, Litauen, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Österreich, sowie Organisationen aus Norwegen und Slowenien. Die Links zu allen Projektpartnern sind auf der Projekt-Website zu finden.
Weitere wichtige Akteure sind der europäische Lebensmittelverband (CIAA) und nationale Lebensmittelverbände, Beratungsunternehmen, Gesetzgeber und Förderstellen.
Pilotaktionen
Ein wichtiger Teil des Projektes war die tatsächliche Anwendung der entwickelten Instrumente in Industriebetrieben in Pilotaktionen. Dabei haben die KMUs größtmögliche Unterstützung durch die Energieagenturen und Berater erhalten und das Lernmodul auf der Projekt-Website nutzen können. Im Laufe von mehreren Monaten nutzten die KMUs verschiedene Instrumente zur Implementierung von Energiemanagement in ihre Organisationsstrukturen und erhoben die Daten für das internationale Benchmarking. Sie können somit ihre energiespezifischen Daten mit denen anderer Betriebe des selben Sektors vergleichen.
Benchmarkergebnisse der österreichischen Molkereien
In Österreich haben sich 6 Molkereien mit insgesamt 8 Standorten bereit erklärt, am Aufbau des internationalen Benchmarking Systems mitzuwirken und Energiemanagement in ihr Unternehmen zu implementieren. Im Herbst 2006 wurden die Daten für das Benchmarking erhoben und mit den Molkereien abgestimmt. Dabei war die Zuteilung der Produkte zu den definierten Produktgruppen die größte Herausforderung.
Die einzelnen Produktgruppen werden mit Äquivalenzfaktoren bewertet die es ermöglichen den Energieverbrauch von Molkereien mit unterschiedlichen Produktpaletten zu vergleichen, da die gesamte Produktion auf ein „Milchäquivalent“ umgerechnet wird. (Siehe Abbildung 1)
Abbildung 1: Spezifischer Gesamtenergieverbrauch pro Milchäquivalent (Produktion mit Anpassungsfaktoren bewertet)
Quelle: Österreichische Energieagentur
Die Kennzahl "Spezifischer Energieverbrauch pro Liter verarbeiteter Rohmilch" ist für Molkereien mit ähnlicher Produktpalette aussagekräftig und kann vom einzelnen Unternehmen als Kennzahl für das interne Monitoring verwendet werden. (Siehe Abbildung 2)
Abbildung 2:
Spezifischer Gesamtenergieverbrauch pro Liter verarbeiteter Rohmilch
Quelle: Österreichische Energieagentur
Abbildung 3 zeigt wie den teilnehmenden Pilotunternehmen ihre Ergebnisse im webbasierten Benchmarking System präsentiert werden. Das Benchmark des jeweiligen Pilotunternehmens wird als grüner Balken dargestellt. In diesem Screenshot sind die Benchmarks von niederländischen, schwedischen und österreichischen Molkereien zu sehen. Die Werte werden in kWh/Milchäquivalent angezeigt, was bedeutet, dass die Äquivalenzfaktoren zur Anwendung gekommen sind.
Das Unternehmen kann neben dem Benchmark-Jahr noch weitere Auswahlmöglichkeiten zur Darstellung der Benchmarks, wie Länder, Energieeinheit und Anpassungsfaktoren nutzen.
Fortsetzung und Ausweitung des E-Learnings und Benchmarkings
Ein ambitioniertes Ziel der Projektpartner ist es, das Benchmarkingsystem nach Abschluss des EU-Projektes im Rahmen nationaler Programme auch auf andere Sektoren und Branchen auszuweiten und das E-Learningsystem weiter zu betreuen. Dies wird von der Österreichischen Energieagentur im Rahmen des klima:aktiv Programms "energieeffiziente Betriebe" umgesetzt.
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Projektdaten
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