BOILEFF - Effizientere Heizungen durch optimale Installation
PROJEKT BEENDET Das Projekt ist bereits beendet, der Inhalt dieser Website dient vornehmlich der Dissemination der erzielten Ergebnisse. Der Endbericht steht als Downloadversion zur Verfügung. |
Die meisten Gebäudeheizungen arbeiten oft leider nicht so effizient wie es technisch möglich wäre. Ziel des EU-Projekts „BOILeff – Effizientere Heizungen durch optimale Installation“ ist es, Instrumente zu entwickeln, die eine optimale Heizungsinstallation und damit die größtmögliche Effizienz und Energieeinsparung von Heizungssystemen forcieren.
Durch Qualitätsstandards zu höherer Energieeffizienz
35% der europäischen Endenergie werden für Raumwärme verbraucht, in Österreich sind es rund 28%. Technologisch sind Heizkessel heute bereits sehr fortgeschritten, die Effizienzpotenziale sind aber noch längst nicht ausgeschöpft.
Die Untersuchungen aus dem EU-Projekt „BOILeff“ zeigen, dass hochwertige Heizungsinstallationen zwischen 8 und 20 % effizienter sind als herkömmliche. Dadurch könnten in Österreich jährlich bis zu 2,8 % der Endenergie oder rund 4,7 Mio. Tonnen CO2äq. eingespart werden.
Qualitätskriterien für Heizungsinstallationen notwendig
Installationen, die Schwachstellen aufweisen, reduzieren den Wirkungsgrad der gesamten Heizungsanlage – insbesondere von Brennwertsystemen - und führen dazu, dass mögliche Brennstoff- und Kosteneinsparungen nicht ausgeschöpft werden. Die Effizienz von Heizungsanlagen ist für den Laien zudem oft schwer bis gar nicht überprüfbar.
Derzeit entscheidet primär der Preis und nicht die Qualität über die Wahl des Installateurs. Für den Kunden macht das die Unterscheidung zwischen hochwertigem Angebot und Billigstangebot schwierig. Auch Installateure, haben es schwer, sich mit Qualitätsprodukten am Markt gegenüber Billigstanbietern durchzusetzen.
Um diese Problematik zu überwinden wurden von der Österreichischen Energieagentur im Rahmen des EU-Projekts „BOILeff“ in enger Kooperation mit Fachorganisationen und Installateuren ein Qualitätsprotokoll und eine Garantieerklärung zur Forcierung von optimalen Heizungsinstallationen entwickelt.
Das Qualitätsprotokoll und die Garantiererklärung können zum Teil des Angebotes des Installateurs werden. Durch diese Instrumente ist es für den Installateur möglich, sich von „Billigstanbietern“ abzugrenzen, wodurch für den Kunden mehr Transparenz entsteht.
Garantierte Effizienz durch Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung
Das Qualitätsprotokoll enthält die wichtigsten Qualitätskriterien für eine optimale Sanierung oder Neuinstallation einer Heizungsanlage. Die Einhaltung dieser Qualitätskriterien kann ein verbindlicher Teil des Installateur-Angebots sein.
Die wichtigsten Kriterien des Qualitätsprotokolls sind:
- Durchführung einer Heizlastberechnung für die Dimensionierung des Heizkessels und des Verteilsystems
- Einsatz einer hocheffizienten Kesseltechnologie (z.B. Brennwertkessel)
- Durchführung von Leitungs- und Armaturdämmungen
- Einsatz von hocheffizienten Umwälzpumpen
- Durchführung eines hydraulischen Abgleichs des Systems
Zusätzlich zum Qualitätsprotokoll wurden drei Methoden entwickelt, durch die sich der Jahresnutzungsgrad und die jährlichen Energieeinsparungen von Heizungsanlagen nach dem Qualitätsprotokoll prognostizieren lassen.
Durch das Qualitätsprotokoll und die Garantieerklärung wird Installateuren die Möglichkeit gegeben, ihren Kunden einen hohen Jahresnutzungsgrad der Installation zu garantieren und damit die Mehrinvestition in ein hocheffizientes Heizungssystem attraktiver zu machen.
Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung stehen unter D 6.3 zum Download zur Verfügung.
Ergebnisse der europaweiten Feldtests
Im Rahmen des Projektes wurden das erarbeitete Qualitätsprotokoll sowie die Garantieerklärung durch europaweite Feldtests evaluiert. In Österreich wurden 13 Heizungsanlagen nach dem Qualitätsprotokolls installiert und untersucht. Der Feldtest erfolgte praxisnah und energieträgerneutral, wobei Wohngebäude mit einer maximalen Heizlast von 25 kW herangezogen wurden.
Die nach dem erarbeiteten Qualitätsprotokoll installierten Heizungsanlagen sind durchschnittlich um 11 Prozentpunkte effizienter als neue Standardinstallationen.
Allein durch den Heizungstausch in 12 österreichischen Testhaushalten konnten jährlich knapp 96.000 kWh Energie und über 36 Tonnen CO2äq. eingespart werden. Durch den Austausch des österreichischen Heizungsbestandes durch hocheffiziente Heizungen gemäß Qualitätsprotokoll könnten der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Österreich um bis zu 8.300 GWh und die Treibhausgasemissionen um bis zu 4,74 Mio. Tonnen CO2äq. jährlich gesenkt werden.
Die österreichischen Feldtests haben gezeigt, dass die erarbeitete Garantieerklärung den gemessenen Jahresnutzungsgrad in allen österreichischen Testobjekten auf 3 Prozentpunkte genau vorhersagen kann.
Im Zuge des Projektes wurde ein Netzwerk von 78 Haushalten und 36 innovativen Installateuren aufgebaut, die an der Umsetzung von Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung interessiert sind. In weiterer Folge sollen die beiden Marktmechanismen bei den österreichischen Installateuren und damit auch in den Haushalten weitere Verbreitung finden. Ein weiteres Ziel ist, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre Förderrichtlinien für Heizkessel in Zukunft nach der Erfüllung der Kriterien des Qualitätsprotokolls sowie der Garantieerklärung ausrichten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und den Landesinnungen Wien und Niederösterreich wurde damit bereits ein erster wichtiger Schritt gesetzt.
Vorteile einer optimalen Installation
Von einer hochwertigen Installation profitieren langfristig sowohl Kunden als auch Installateure.
Für den Kunden rechnen sich die höheren Anschaffungskosten durch:
- Reduktion des Brennstoffverbrauchs und der Brennstoffkosten
- Reduktion der Kosten für nachträgliche Änderungen, Reparaturen und Wartungsarbeiten
- Steigerung des Jahresnutzungsgrades
- Langfristige Wertsteigerung der Immobilie durch nachhaltige Investitionen
- Mehr Komfort durch optimale Wärmeverteilung
Installateure profitieren durch:
- Deutliche Abgrenzung von Billigstangeboten
- Höhere Kundenzufriedenheit
- Griffige Argumentationsgrundlage für die hochwertige Installation durch Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung
- Marktbelebung durch vermehrte Kesselmodernisierung
- Vermeidung von Nachbesserungen
Zusammenfassung der Ergebnisse
- 75 Audits wurden durchgeführt, auf Basis derer die häufigsten Mängel bei Heizungsinstallationen in den Partnerländern identifiziert warden konnten.
- Erfolgreiche Entwicklung, Verbreitung und Evaluierung von Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung
- 352 Konsumenten und 110 Installateure in den Partnerländern Österreich, Deutschland, Ungarn, Spanien und Griechenland haben ihr Interesse an Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung bekundet.
- 249 Konsumenten und 44 Installateure nahmen am Feldtest teil, 29 Heizungsanlagen wurden mit Messeinrichtungen ausgestattet.
- Im Zuge des Feldtests konnten Energieeinsparungen von 203.500 kWh/a und Treibhausgasreduktionen von 73,1 t/a erzielt werden.
- Die BOILeff-Installationen weisen zwischen 7 und 17 Prozentpunkte höhere Jahresnutzungsgrade als Standardheizungen auf.
- Die möglichen Energieeinsparungen im Heizungssektor betragen z.B. in Österreich bis zu 13%; in anderen europäischen Staaten sind ähnliche Werte zu erwarten. In Österreich könnten durch Austausch des gesamten Heizungsbestandes beispielsweise 4.300 GWh/a eingespart werden.
Alle Projektdetails wurden im "Final Report" (in englischer Sprache) zusammengefasst. Dieser steht Ihnen zum Download zur Verfügung.
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Erstellt im Auftrag des Lebensministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Projektleitung Abteilung V/10.
Projektdaten
Auftraggeber
- European Commission - "Intelligent Energy – Europe"





