Internationale Zusammenarbeit gegen „Energiefresser“
Die internationale Energieagentur (International Energy Agency, IEA) hat im Jahr 2008 eine Durchführungsvereinbarung zur Steigerung der Energieeffizienz von elektrischen Geräten mit hohem Energieverbrauch in die Wege geleitet.
Auch Österreich ist an diesem „Implementing Agreement on Efficient Electrical End-use Equipment” beteiligt, um die Produktion von „Energiefressern“ durch Informationsaustausch im technologischen Bereich zukünftig zu vermeiden.
Die Übereinkunft zielt auf die überstaatliche Zusammenarbeit ab, um politische Instrumente zur Forcierung der Energieeffizienz von Elektrogeräten zu etablieren. Das „Implementing Agreement on Efficient Electrical End-use Equipment“ setzt daher beim Informationsaustausch im Technologiebereich und bei bereits eingesetzten Programmen und politischen Instrumenten an. Gleichzeitig will man im Rahmen der Durchführungsvereinbarung auch auf Projektebene grenzübergreifend zusammenarbeiten.
Kernthema: Energieeffizienz von elektrischen Geräten
Kernthema des internationalen Übereinkommens ist die Energieeffizienz von elektrischen Geräten für Verbraucher. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf Gerätetechnologien, deren Energieverbrauch hoch ist und die gleichzeitig stark am Markt vertreten sind.
Hierzu gehören unter anderem die Produktgruppen „Motoren“ und „Beleuchtung“. Neben technologiespezifischen Fragestellungen werden auch Querschnittsthemen behandelt, zum Beispiel der Standby-Energieverbrauch von Elektrogeräten oder auch die Entwicklung von Standards zur Beurteilung der Energieeffizienz.
Den Start machen die Themenfelder energieeffiziente Motorensysteme, Benchmarking, Standby-Energieverbrauch und Settop-Boxen. Die Bereiche Beleuchtung, Supply Chain Agreements und energieeffiziente Produkt-Service-Systeme wurden bereits als weitere Optionen im Arbeitsprogramm verankert.
Forum des Austausches
Das „Implementing Agreement on Efficient Electrical End-use Equipment“ bietet den beteiligten Ländern und weiteren möglichen Partnern aus der Industrie ein Forum, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus soll auch die Koordination von internationalen Konzepten, Initiativen und Programmen zur Verstärkung energieeffizienter Technologien unterstützt werden.
Österreich beteiligt sich mit „Annex Motor Systems“
Österreich beteiligt sich innerhalb der überstaatlichen Vereinbarung zur Steigerung der Energieeffizienz am Projekt „Annex Motor Systems". Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie beauftragete über die Österreichische Förschunfsförderungsgesellschaft mbH als unittelbarer Vertreter die Österreichische Energieagentur mit der Projektleitung für Österreich (Laufzeit Juli 2008 bis Jänner 2011).
Wesentliches Ziel des Motor Annex-Projektes ist es, die Installation von energieeffizienten elektrischen Motoren und Motorsystemen wie etwa Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren zu unterstützen.
Begleitend sollen Fragen zum Einsatz neuer Technologien, zur Entwicklung von Teststandards und Energieeffizienzklassen sowie zur Erstellung von Leitfäden für Installation und Wartung beantwortet werden. Mögliche politische Maßnahmen sowie Energiemanagement- und Trainingsmethoden werden im weiteren Verlauf evaluiert und entwickelt.
Ziele der österreichischen Beteiligung
Folgende Ziele sind für die österreichische Beteiligung mit der Leitung des Projektes „Annex Motor Systems“ maßgeblich:
- Erhebung, Bündelung und Forcierung der Aktivitäten zu effizienten Motorsystemen in Österreich
- Internationale Vernetzung der relevanten Akteure
- Grundlegende Marktaufbereitung und Entwicklungsanstöße
- Information der Entwickler und Hersteller, Planer und Anwender und politischen Entscheidungsträger zu Effizienzkriterien von elektrischen Motorsystemen über Datenbanken, Leitfäden und Direktinformation
- Stärkung des österreichischen Entwicklungs- und Forschungsstandortes durch Stärkung zukunftsfähiger Technologien, sowohl angebots- als auch nachfrageseitig
Detailinformationen zum Projekt „Annex Motor Systems“
Im Detail werden folgende Bereiche durch das Projekt „Annex Motor Systems“ abgedeckt:
- Technical Guide and Tools
Entwicklung von Teststandards und Erstellung eines Referenzleitfadens für Hersteller, Anwender und Planer von Motoren- und Pumpenkomponenten zur Integration von Drehzahlreglern. - Testing Centres
Aufbau von Trainings und Qualifizierungsprogrammen inklusive eines Akkreditierungssystemen für Testzentren. - Policy
Formulierung eines Referenzleitfadens für politische Entscheidungsträger, um erfolgreiche Maßnahmen in verschiedenen Ländern zu abzubilden. - Training & Capacity Building
Training von Industrieplanern, politischer Entscheidungsträgern und Energiemanagern zum Stand der Technik, um Lebenszykluskosten zu optimieren und vorsorgende Wartung sowie Motorersatz zu forcieren. - Energy Management
Unterstützung der internationalen Standardinitiative für Energiemanagement. - New Motor Technologies
Permanentmotoren und EC-Motoren; Systematischer Überblick über technische Möglichkeiten und kosteneffektive Anwendungen; Klassifikation von Motortechnologien mit Testmethoden; Vorbereitung der Entwicklung neuer Testmethoden; Vergleich unterschiedlicher Testmethoden
Weitere Informationen
- IEA Implementing Agreement for a Co-operating Programme on Efficient Electrical End-Use Equipment
- Electric Motor Systems Annex EMSA
- Österreichische Forschung und Entwicklung in der Internationalen Energieagentur (IEA)
- Österreichische Beteiligung am Implementing Agreement on Advanced Fuel Cells der IEA
- Motor Challenge Programm
- EMSA - Workshop, 02. März 2010 (Wien)
- Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Ansprechpartner
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Michael Hübner (Österreichischer Vertreter im Exekutivkomitee des Implementing Agreements (ExCo) für IEA 4E)
Abt. f. Energie- und Umwelttechnologien Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie / Division for Energy and Environmental Technologies Austrian Federal Ministry of Transport, Innovation and Technology
Österreichische Energieagentur
Mag. DI Konstantin Kulterer (Österreichischer Ersatzvertreter im Exekutivkomitee des Implementing Agreements (Co-ExCo) für IEA 4E, Projektleiter Motor Annex für Österreich)
Energietechnologien und -systeme


