http://www.energyagency.at//energiewirtschaft/aktuelle-projekte/klimmon-2011.html

Energiewirtschaftliche Inputdaten für Klimastrategie 2020 und EU Monitoring Mechanism 2011

Als Beitrag zur Erfüllung der Berichtspflichten im Rahmen des Monitoring Mechanism 2011 (gemäß der Entscheidung 280/2004/EG über ein System zur Überwachung der Treibhausgasemissionen in der Gemeinschaft und zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls und den UNFCCC Leitlinien für nationale Klimaberichte) und als Grundlage für die Klimastrategie 2020 wurden von der Österreichischen Energieagentur modellgestützt 4 energiewirtschaftliche Szenarien bis 2030 entwickelt. Diese Entwicklung erfolgte in enger Kooperation mit einem Projektkonsortium  bestehend aus WIFO, TU Wien, TU Graz, Umweltbundesamt.

Jedes der 4 ausgearbeiteten Szenarien beschreibt die Stromnachfrage sowie die öffentliche Strom- und Fernwärmeaufbringung ausgewählter Sektoren. Die Stromnachfrage umfasst dabei die gesamte Nachfrage der Sektoren Haushalte, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Industrie, ausgenommen der Bereiche Raumwärme, Warmwasser und Klimatisierung der Sektoren Haushalte und Dienstleistungen. Die Strom- und Fernwärmeaufbringung umfasst die gesamte öffentliche Erzeugung mit Ausnahme der Anlagen zur Verwertung von Abfall und Ablauge.

Die Erarbeitung der Szenarien für Stromnachfrage und Strom- und Fernwärmeaufbringung und erfolgte unter Verwendung des TIMES-Gesamtenergiesystemmodells der Österreichischen Energieagentur. Für die Modellierung der Stromnachfrage der Sektoren Dienstleistungen, Landwirtschaft und Industrie wurde ein Top-Down-Ansatz verwendet, für die Stromnachfrage der Haushalte sowie die Strom- und Fernwärmeaufbringung kamen Bottom-Up-Ansätze zum Einsatz.

Die 4 Szenarien können wie folgt charakterisiert werden:

  • Szenario "with measures (WM 2011)" Dieses Szenario berücksichtigt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verabschiedete und durchgeführte ("adopted and implemented") politische und sonstige Maßnahmen. Im Fall der Berichtspflichten für 2011 wurde der Stichtag auf den 2. 2. 2010 gelegt. In diesem Szenario berücksichtigte Maßnahmen sind z. B. das Ökostromgesetz 2009 sowie die Ökostromverordnung 2010 oder der 1. Nationale Energieeffizienzaktionsplan 2007. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in diesem Szenario beträgt 2% p.a., mit einer dazu passenden CO2-Zertifikats- und Energieträgerpreisentwicklung.

  • Szenario "with additional measures (WAM 2011)" Dieses Szenario berücksichtigt geplante politische und sonstige Maßnahmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit durchgeführt werden, wie die Gestaltung der Nachfolgetarife für durch das Ökostromgesetz geförderte Biomasseanlagen.

  • Szenario "with measures – sensitiv (WM sens 2011)" Dieses Szenario entspricht in den berücksichtigten Maßnahmen dem Szenario "WM 2011", unterlegt jedoch ein geringeres Wirtschaftswachstum (1,5% statt 2% p.a.,) mit einer ebenfalls dazu passenden CO2-Zertifikats- und Energieträgerpreisentwicklung.

  • Szenario "with additional measures – sensitiv (WAM sens 2011)": Dieses Szenario entspricht in den berücksichtigten Maßnahmen dem Szenario "WAM 2011", unterlegt jedoch die Wirtschafts- und Energieträgerpreisentwicklung des Szenarios "WM sens 2011".

Abbildung 1 zeigt einen Überblick des Strom- und Fernwärmeverbrauchs der entwickelten Szenarien.

Eine vollständige und detaillierte Darstellung der Modellergebnisse finden Sie im Projektbericht (pdf).

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "NEUE ENERGIEN 2020" durchgeführt.

Projektdaten

Auftraggeber

Klima- und Energiefonds

Projektkoordination

Mag. Gunda Kirchner, Österreichische Energieagentur

Projektleiter

Dr. Martin Baumann, Österreichische Energieagentur

Projektteam

Bernhard Lang, Österreichische Energieagentur

Projektpartner

  • Umweltbundesamt
  • WIFO
  • TU Graz
  • TU Wien
Social Bookmarking
gedruckt am: 17.05.2012