http://www.energyagency.at//energiewirtschaft/aktuelle-projekte/smart-regions/smart-metering-landscape-report.html

Smart Metering Landscape Report

Die Österreichische Energieagentur veröffentlichte im Februar 2011 eine umfassende Studie über den Stand der Einführung intelligenter Zähler in allen EU-Staaten und Norwegen. Der „European Smart Metering Landscape Report“ enthält ausführliche Länderprofile aller EU-Mitgliedsstaaten und Norwegens sowie eine Übersicht über innovative Dienstleistungen, die sowohl mehr Verbrauchsinformationen für Kunden bieten können als auch zu Spitzenlastreduktionen führen sollen.

Internationale Beispiele

Europaweit ist die Einführung so genannter Smart Meter geplant, die den jetzt üblichen Ferraris-Stromzähler ersetzen. Einige EU-Staaten wie Finnland, Spanien oder Schweden haben mit dem Zählertausch bereits begonnen. Im Bericht werden diese Entwicklungen zusammengefasst.

Der Bericht verweist auf Studien in Großbritannien und Irland, in denen die Reaktion der KundInnen auf zusätzliche Informationen untersucht wird. Die Studienergebnisse fließen dort anschließend in eine Kosten-Nutzen-Analyse ein.

Aus Norwegen oder Finnland liegen Erfahrungen vor, wie sich zeitabhängige Tarife auf das Verbrauchsverhalten auswirken, um Spitzenleistungen zu reduzieren. So konnte gezeigt werden, dass Testhaushalte durchaus auf Preissignale reagieren.

Um tatsächlich Energieeinsparungen zu erreichen, liegen die größten Erwartungen auf Dienstleistungen, die den KundInnen direktes Feedback über ihren Leistungsbedarf und Verbrauch liefern. Diese brauchen allerdings nicht notwendigerweise elektronische Stromzähler. Der „Wattcher“ in den Niederlanden liefert etwa umfassendes Feedback über den Stromverbrauch mit konventionellen Ferraris-Zählern.

Von den Niederlanden kann darüber hinaus gelernt werden, dass der Schutz der Privatsphäre eines der wichtigsten Themen bei der Einführung von Smart Metering auch in Österreich sein wird. Denn aus den Messdaten der elektronischen Stromzähler lassen sich genaue Profile über das Verbrauchsverhalten eines Haushalts erstellen und kann damit das Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens berührt werden.

Österreich: noch viele Fragen ungeklärt

Das Matrixdiagramm zeigt, wo die einzelnen Länder bei der Einführung von Smart Metering stehen. Einerseits wurde die rechtliche und regulatorische Situation bewertet, andererseits die Fortschritte bei der Einführung von Infrastruktur und Dienstleistungen, die Energieeinsparungen und/oder eine Spitzenlastverschiebung bewirken sollen.

Österreich gilt als "unentschlossen." Diese Bewertung ist darauf zurückzuführen, dass zwar einzelne Netzbetreiber konkrete Projekte durchführen, die rechtlichen Anforderungen im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) allerdings sehr ungenau definiert sind. So sind die Funktionalitäten dieser Zähler oder Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit noch völlig ungeklärt. Es ist daher absolut notwendig, einen offenen Dialog über die Nutzen und Nachteile von intelligenten Stromzählern zu beginnen, der internationale Erfahrungen berücksichtigt.

Der "European Smart Metering Landscape Report" ist in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern im Rahmen des Projekts "SmartRegions" entstanden und wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms "Intelligent Energy – Europe" finanziert. Er kann auf der Projektwebsite kostenfrei bezogen werden.

Social Bookmarking
gedruckt am: 17.05.2012