Österreichischer Strompreisindex - ÖSPI©

Die Österreichische Energieagentur veröffentlicht neben dem Energiepreisindex (EPI) seit Oktober 2008 auch einen Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI©) als unabhängiges Informations-Service für Stromanbieter und StromabnehmerInnen.

Die Österreichische Energieagentur berechnet monatlich, für das Folgemonat, den Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI). Der ÖSPI ist ein guter Indikator der Marktpreisentwicklung, der durch die standardisierte Berechnungsmethode die notwendige Stabilität erhält.

Anhaltender Rückgang des Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI)

Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Strompreisindex setzt seinen rückläufigen Trend fort und erreicht im August 2015 64,2 Punkte (Basisjahr 2006 = 100). Der Index für Grundlast wurde mit 66,47, jener für Spitzenlast mit 59,38 Punkten errechnet.

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur geht der ÖSPI im August um 1,1% im Vergleich zu Juli 2015 zurück. Obwohl die Rückgangsrate im Monatsvergleich de facto unverändert blieb, bleibt sie gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 (-0,6% im Schnitt) vergleichsweise hoch.

Im Jahresvergleich geht der ÖSPI um 8,5% zurück—hier hat sich der Rückgang stark abgebremst (im August 2014 ging der ÖSPI noch um 15% im Jahresvergleich zurück).

Der Preis für Grundlast sinkt gegenüber dem Vormonat um 1,1% und im Jahresvergleich um 8,1%. Der Preis für Spitzenlast setzt seinen steigenden Rückgang im August weiter fort und sinkt im Monatsvergleich um 1,1%, das stärkste Nachlassen seit September 2014. Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine Reduktion von 9,5% errechnet.

Langfristig gesehen ist sowohl bei Grund-als auch Spitzenlast eine deutliche Abbremsung der Rückgangsrate erkennbar da im August 2014 die Preise noch um 15,5% bzw. 13,9% unter dem Wert vom August 2013 lagen.

Aktuelle Entwicklung des ÖSPI

Entwicklung des Österreichischen Strompreisindex bis August 2015 [Quelle: EEX Strompreisbörse; Berechnungen: Österreichische Energieagentur]

Berechnungsmethode ÖSPI©

Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI©) wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX in Leipzig berechnet.

Grundlage des ÖSPI© sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises.

Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.

Der ÖSPI© zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Basis für den Strompreisindex (Basisjahr 2006 = 100).

Der ÖSPI© bildet nur die reine Energiekomponente ab, die einen Anteil von etwa 35% bis 40% am gesamten Strompreis hat. Die restlichen 60% bis 65% entfallen auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen - wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger - werden im ÖSPI© nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI© lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten.

Mit dem ÖSPI© kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.

Anfragen bezüglich des Österreichischen Strompreisindex richten Sie bitte an die Pressestelle der Österreichischen Energieagentur.

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.