Österreichischer Strompreisindex - ÖSPI©

Die Österreichische Energieagentur veröffentlicht neben dem Energiepreisindex (EPI) seit Oktober 2008 auch einen Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI©) als unabhängiges Informations-Service für Stromanbieter und StromabnehmerInnen.

Die Österreichische Energieagentur berechnet monatlich, für das Folgemonat, den Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI). Der ÖSPI ist ein guter Indikator der Marktpreisentwicklung, der durch die standardisierte Berechnungsmethode die notwendige Stabilität erhält.

Strompreisindex (ÖSPI) der Österreichischen Energieagentur leicht rückläufig

Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Strompreisindex erreicht im März 2015 66,88 Punkte (Basisjahr 2006 = 100). Der Index für Grundlast wurde mit 69,31, jener für Spitzenlast mit 61,73 Punkten errechnet.

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur setzt der ÖSPI seinen rückläufigen Trend im März weiter fort. Gegenüber dem Vormonat wird ein Rückgang von 0,7%, im Jahresvergleich von 9% erwartet. Die Grundlast sinkt gegenüber dem Vormonat um 0,7%, im Jahresvergleich um 8,4%. Bei Spitzenlast erwartet man im Monatsvergleich ein Nachlassen von 0,8%, im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde ein Rückgang von 10,5% berechnet. Damit liegt der ÖSPI zurzeit auf einem Zehneinhalb-Jahres-Tief.

Obwohl der ÖSPI seit 2012 deutlich gesunken ist, wurde bei den Änderungsraten über die letzten Monate eine Stabilisierung festgestellt, sowohl im Monats- als auch Jahresvergleich. Gegenüber dem 1. Quartal 2014 wurde bei den Monatsveränderungen eine Abschwächung von 0,5 Prozentpunkten im Durchschnitt berechnet. Im Jahresvergleich fiel die Abbremsung noch deutlicher aus: ging der ÖSPI über die ersten drei Monate 2014 im Schnitt um 20,5% zurück, hat sich dieser über den gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 9,2% abgebremst.

Aktuelle Entwicklung des ÖSPI

Entwicklung des Österreichischen Strompreisindex bis März 2015
[Quelle: EEX Strompreisbörse; Berechnungen: Österreichische Energieagentur]

Berechnungsmethode ÖSPI©

Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI©) wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX in Leipzig berechnet.

Grundlage des ÖSPI© sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises.

Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.

Der ÖSPI© zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Basis für den Strompreisindex (Basisjahr 2006 = 100).

Der ÖSPI© bildet nur die reine Energiekomponente ab, die einen Anteil von etwa 35% bis 40% am gesamten Strompreis hat. Die restlichen 60% bis 65% entfallen auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen - wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger - werden im ÖSPI© nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI© lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten.

Mit dem ÖSPI© kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.

Anfragen bezüglich des Österreichischen Strompreisindex richten Sie bitte an die Pressestelle der Österreichischen Energieagentur.

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.