Bauen & Sanieren - Dienstleistungsgebäude
Die Idee
Eine Vielzahl von Gebäudeuntersuchungen und Marktanalysen zeigt, dass
- die Betriebskosten eines Gebäudes während des gesamten Lebenszyklus die Errichtungs- (und Sanierungskosten) zumeist bei weitem übersteigen (Energiekosten üblicherweise zwischen 40 und 60% der Betriebskosten);
- in Dienstleistungsgebäuden (Bürogebäude, Geschäftsobjekte, Schulen, Krankenhäuser u.ä.) beträchtliche rentable Energieeinsparpotentiale vorhanden sind (15-20% Kosteneinsparungen bei 3 bis 7 Jahren Amortisationszeit);
- ein beträchtlicher Anteil der Dienstleistungsgebäude bzw. der energietechnischen Anlagen in diesen Gebäuden sanierungsbedürftig ist;
- bei der Durchführung von Instandsetzungsmaßnahmen das wirtschaftlich optimale Maßnahmenpaket zumeist zu sehr hohen Einsparungen führt.
In der Praxis werden die Verbesserungsmöglichkeiten nur zu einem geringen Teil ausgeschöpft, da
- andere Investitionsprioritäten überwiegen und knappe Budgets entsprechend gelenkt werden;
- interne Kapazitäten und internes Know-how fehlt, um die Einsparpotentiale zu analysieren und umzusetzen;
- der Gebäudeeigentümer das Investitionsrisiko (unsichere Einsparungen) oft nicht tragen möchte.
Das Programm
"Bauen & Sanieren Dienstleistungsgebäude" ist ein Programm, das vom Lebensministerium im Zusammenhang mit der Umsetzung der österreichischen Klimastrategie geschaffen wurde. Das Programm "Bauen & Sanieren Dienstleistungsgebäude" wird von der Österreichischen Energieagentur betreut.
"Bauen & Sanieren Dienstleistungsgebäude" zielt darauf ab, Dienstleistungsgebäude im privaten Eigentum thermisch-energetisch zu optimieren. Insbesondere sollen die wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen dabei umgesetzt werden.
Folgende Umsetzungsmodelle sollen verbreitet werden:
- Bessere Planungen bei konventionellen Sanierungen (gesamtheitliche Maßnahmenpakete, die neueste technische Entwicklungen berücksichtigen)
- Einspar-Contracting (Umsetzung von besonders rentablen Maßnahmen durch ein darauf spezialisiertes Contracting-Unternehmen („Energieeinsparspezialist“), das „aus einer Hand“ Einsparpotentiale identifiziert, im Detail plant, umsetzt und den Einsparerfolg vertraglich garantiert. Auf Wunsch des Gebäudeeigentümers kümmert sich das Contracting-Unternehmen auch um die Vorfinanzierung der Maßnahmen und refinanziert die Maßnahmen ganz oder teilweise – je nach Umfang des Maßnahmenpakets - über einen bestimmten Zeitraum aus den garantierten Einsparungen
- Garantiemodelle bei Generalsanierungen (Elemente des Einspar-Contracting –insbesondere die Elemente des Generalunternehmers und der Einspargarantie – werden im Rahmen umfassender Sanierungsvorhaben eingesetzt und führen dort zu besseren Sanierungsqualitäten.
Bestandteile des Programms
Aufbau eines qualifizierten und unabhängigen Beraternetzwerks
Gebäudeverantwortlichen werden Österreichweit kompetente Sanierungsberater zur Seite stehen. Durch eine gezielte Ausbildungsschiene wird ein flächendeckendes Netzwerk von qualifizierten unabhängigen Beratern für thermisch-energetische Sanierungen aufgebaut. Der Sanierungsberater unterstützt den Gebäudeverantwortlichen bei
- der Identifizierung vorhandener Einsparpotenziale,
- der Auswahl und Konzeption des optimalen Sanierungsmodells,
- der Suche und Auswahl des geeigneten Unternehmens,
- der Einreichung um Fördermittel.
Qualitätssteigerung
Durch die Unterstützung qualifizierter Sanierungsberater ist die hohe Qualität der Sanierung sichergestellt. Bestimmte Qualitätskriterien und die Wünsche des Gebäudeverantwortlichen werden bereits bei der Konzeption des Sanierungsmodells berücksichtigt.
Umsetzung von Pilotprojekten
Repräsentative Pilotprojekte sollen die Durchführbarkeit und die Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungen in der Praxis zeigen.
Sensibilisierung von Gebäudeeigentümern gegenüber energetischen Sanierungen
Eine Reihe von Marketingmaßnahmen soll das Interesse von Gebäudeverantwortlichen an innovativen Sanierungsmodellen erhöhen und den Markt in Österreich in diese Richtung beleben.
Zielgruppen
- Alten- und Pflegeheime
- Bürogebäude
- Handel
- Hotel- und Gastgewerbe
- Krankenhäuser
- Parkhäuser
- Schulen und Kindergärten
- Sporthallen und Schwimmbäder
- Tagungs-, Konferenz- und Veranstaltungszentren
Projektdaten
Auftraggeber | Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft |
|---|---|
Projektleiterin | Mag. Dr. Susanne Geissler |
Projektteam | Ing. Susanna Schönauer |
Projektpartner | Lydia Schäfer Roth, Unternehmensberaterin |


