Analyse und Bewertung der energetischen, ökonomischen und architektonischen Qualität urbaner Solarenergiebauten
Zero-Carbon-Emission Gebäude bzw. Plus-Energie Gebäude werden in Österreich seit einiger Zeit immer wieder thematisiert. Der Gebäudesektor ist einerseits einer der Hauptemittenten von CO2 und verbraucht andererseits einen hohen Anteil von Fläche, die nicht mehr für den Anbau von energetisch nutzbarer Biomasse eingesetzt werden kann. Es ist daher erforderlich, Gebäude nicht nur so energieeffizient wie möglich auszustatten, sondern die verbauten Flächen auch so effizient wie möglich für die Energieumwandlung zu nutzen. Derzeit gibt es weder eine anerkannte, standardisierte Definition noch Strategien für die optimierte Planung und Errichtung von solchen Gebäuden. In Österreich wird unter einem Plus-Energie Gebäude derzeit im Wesentlichen ein Passivhaus mit Photovoltaikanlage verstanden.
Inhalte und Zielsetzungen
Folgende Fragestellungen und deren Beantwortung sind Gegenstand des Projekts:
- Ist die Bezeichnung Plus-Energie automatisch mit Solarstromproduktion und -überschuss verbunden oder kann man auch mit thermisch betriebenen Solarsystemen "überproduzieren" und diesen Ertrag verwenden oder einspeisen?
- Kann etwa ein mehrgeschossiges Wohngebäude, das zu mehr als 100% solarthermisch betrieben wird, dadurch ein Plus-Energiegebäude werden? Wäre es vielleicht sogar insgesamt effizienter, die verfügbaren Flächen für die Produktion thermischer Solarenergie zu nutzen?
Vorgangsweise
- Energetische und bautechnische Analyse und Bewertung der Nutzbarkeit und Integrationsfähigkeit solarer erneuerbarer Energiequellen auf urbanen großvolumigen Gebäuden
- Energetische Analyse der urbanen Randbedingungen (Verschattungsanalysen, Verfügbarkeit der Hüllenflächen, saisonale Deckungsbeiträge, etc.)
- Zielgruppengerechte Aufbereitung von Planungshilfen für die frühe Planungsphase von Zero-Carbon-Emission Gebäuden bzw. Plus-Energie Gebäuden mit Fokus auf den Neubau und die Sanierung von großvolumigen urbanen Wohnbauten
- Analyse von Lebenszykluskosten und Erträgen im Verhältnis von CO2-Emissionen und Primärenergieaufwand
Das Projekt basiert auf einer starken interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen ExpertInnen aus Architektur, Baupraxis, der Wirtschaftlichkeitsanalytik und der thermisch-energetischen Analytik, um die Fragestellung im Sinne der Nachhaltigkeit umfassend behandeln zu können.
Erwartete Ergebnisse
- Planungsgrundlagen für Zero-Carbon-Emission Gebäude bzw. Plus-Energie Gebäude für den Neubau und die Sanierung von großvolumigen Wohnbauten
- Analyse von Lebenszykluskosten und Erträgen im Verhältnis von CO2-Emissionen und Primärenergieaufwand
- Input für die Weiterentwicklung von Wohnbauförderungsmodellen auf der Basis von CO2-Bilanzen
- Vorschlag für die Standardisierung der Begriffe Zero-Carbon-Emission Gebäude bzw. Plus-Energie Gebäude
- Input für die technische Weiterentwicklung von Produkten für die Integration in die Gebäudehülle zur Reduktion der Lebenszykluskosten und Verbesserung der Primärenergie- und CO2-Bilanz von Gebäuden
Projektlaufzeit: 1.10.2009 – 31.09.2011
Projektdaten
Förderprogramm | Programm "Haus der Zukunft Plus" |
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Projektleiterin |
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Projekt- und Kooperationspartner |
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