http://www.energyagency.at//presse/pressearchiv/2006/28112006-huettenberg.html

EU-Auszeichnung für erfolgreiche Sanierungen in Kärnten

Wien, 28. November 2006 - Die thermische Sanierung der Kärntner Hauptschule Hüttenberg führte zu Energieeinsparungen von 56 %. Hinter dieser gelungenen Sanierung steht ein mehrjähriges Sanierungsprogramm für Kärntner Schulen, das als Vorbild für ähnliche Projekte dienen kann. Für ihre Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden wurden die Hauptschule Hüttenberg und die Immobilienverwaltung Schulgemeindeverband St. Veit a. d. Glan mit dem europäischen GreenBuilding-Logo ausgezeichnet.

Das GreenBuilding-ProgrammGreenBuilding ist ein freiwilliges Programm der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Dienstleistungsgebäuden. In Österreich wird das Programm von der Österreichischen Energieagentur geleitet. Teilnehmen können alle Unternehmen, Betriebe oder Organisationen, die einen Beitrag zur Verwirklichung der GreenBuilding Programmziele leisten wollen – entweder als Gebäudenutzer oder als Unterstützer. Die Teilnehmer erhalten als Anerkennung ihrer Maßnahmen das GreenBuilding Logo der EU verliehen.

Nach der Magistratsabteilung 44 (Bäder) der Stadt Wien und der Evangelischen Kirche Stadl Paura in Oberösterreich konnten nun in Kärnten die ersten GreenBuilding Partner in das Programm aufgenommen werden: Neben der Hauptschule Hüttenberg und der Immobilienverwaltung Schulgemeindeverband St. Veit an der Glan als Partner wurde das EU-GreenBuilding-Logo auch an die Schulbaufonds für Volks- und Sonderschulen, die Schulbaufonds für Haupt- und Polytechnische Schulen und den "Landesenergieverein" energie:bewusst Kärnten als Unterstützer verliehen.

Vorbildhafte SanierungAusgangspunkt der erfolgreichen Sanierung der Hauptschule Hüttenberg war eine Thermographie, die rasch die Schwachstellen des Gebäudes aufzeigte. Mit Hilfe einer Computersimulation ermittelte energie:bewusst Kärnten parallel den Heizwärmebedarf des Gebäudes basierend auf dem Ist-Zustand. Mit diesen Daten konnte über verschiedene Optimierungsvarianten ein ökologisch und ökonomisch bestmögliches Sanierungskonzept erstellt werden. Mit der optimalen thermischen Sanierung konnte der Heizwärmebedarf um rund 56 % oder ca. 340 MWh/a reduziert werden. Einsparungen aus der Erneuerung des Wärmeabgabesystems und der Heizungsanlage im Jahr 2006 sind dabei noch nicht berücksichtigt. Nach der Sanierung wurde – ausgehend von der Verbrauchsstruktur eines Winters – die bestehende Heizöl leicht Anlage (BJ: 1976, 550 kW) durch eine Pelletsanlage mit rund 130 kW ersetzt. Diese Anlage wurde über einen Contractingvertrag errichtet. Die Contractingkosten sind dabei geringer als die bisherigen Brennstoff-Kosten.

Gleichzeitig wurden aber auch die Heizungs-, Sanitär- und Elektro-Installationen den heutigen Anforderungen angepasst. Es wurden neue Leuchten mit den entsprechenden Reflektoren (Spiegelrasterleuchten) und elektrischen Vorschaltgeräten eingebaut, und ein weißer Farbanstrich mit hohem Reflexionsgrad gewählt. Der Energiebedarf für die Beleuchtung betrug bisher ca. 32.600 kWh/a. Hier werden mehr als 50 % Energieeinsparung erwartet.

Um den Erfolg der Maßnahmen längerfristig zu dokumentieren und überprüfen zu können, wird der Verbrauch mittels Energiebuchhaltung überwacht.

Kein Einzelfall: Förderung durch SchulbaufondsDas Vorbild Hüttenberg ist jedoch nur ein Beispiel einer ganzen Reihe von Sanierungen: In einem beispielhaften Programm wurde in den letzten Jahren durch energie:bewusst Kärnten der Energieverbrauch der Kärntner Volks-, Haupt- und Sonderschulen erhoben. Ausgehend von diesen Daten wurde eine Reihung der Sanierungen erstellt. Neben dem Pilotprojekt des Schulzentrums Hüttenberg wurden seit dem Jahr 2002 über 75 Volksschulgebäude und über 30 Hauptschulgebäude mit Hilfe von Schulbaufondsmitteln thermisch saniert. Die Schulbaufonds für Volks- und Sonderschulen sowie die Schulbaufonds für Haupt- und Polytechnische Schulen sind ein Instrumentarium zur Förderung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Pflichtschulbereich. Bisher wurden durch den Schulbaufonds für Volks- und Sonderschulen ca. € 11 Mio. und durch den Schulbaufonds für Haupt- und Polytechnische Schulen ca. € 9 Mio. an Fördermitteln für thermische Sanierungen bereitgestellt.

In der intensiven Zusammenarbeit mit energie:bewusst Kärnten geht es vor allem darum, dass Sanierungen an Kärntner Schulgebäuden sowohl aus ökologischer wie auch aus ökonomischer Sicht optimal umgesetzt werden. Künftig sollen Schulneubauten und -sanierungen auch in Passivhausqualität umgesetzt werden. Neben dem geringen Energiebedarf ist vor allem die konstant gute Raumluftqualität ein Motivator für diese Entscheidung.

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-194
E-Mail: pr(at)energyagency.at

Social Bookmarking
gedruckt am: 21.05.2012