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EU – Auszeichnung für evangelische Kirche Stadl-Paura

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GreenBuilding-Logo soll vorbildhafte Sanierung dokumentieren

Wien, 3. Juli 2006 - In der evangelischen Trinitatiskirche Stadl-Paura konnte durch eine Renovierung der Energieverbrauch mehr als halbiert und gleichzeitig der Komfort deutlich verbessert werden. Eine 60 m2 große Solaranlage versorgt die Kirche und das Pfarrhaus nun mit umweltfreundlicher Wärme. Dafür wurde die Pfarre mit dem GreenBuilding-Logo der EU ausgezeichnet. Mit dem GreenBuilding-Programm, das in Österreich von der Österreichischen Energieagentur koordiniert wird, möchte die EU die Energieeffizienz bei Dienstleistungsgebäuden forcieren.

Bewegte Geschichte

Bevor die evangelische Kirche von Stadl-Paura 1974 an ihrem jetzigen Standort errichtet wurde, stand sie im Rheinland in der Nähe von Aachen und war dem Andenken an Dietrich Bonhoeffer gewidmet. Aufgrund des dortigen Kirchenneubaus 1973 wurde der Gemeinde Stadl-Paura die Kirche angeboten. Der Grundstein, ein rotbrauner Marmorblock, stammt aus dem romanischen Gemäuer des Benediktinerstifts Lambach und war vom Stift als Symbol des gemeinsamen Glaubens an den dreieinigen Gott gespendet worden. Auf Grund der Form eines gleichseitigen Dreieckes (=dreieiniger Gott) wird die Kirche auch Trinitatiskirche genannt. In den Kellerräumen der Kirche befindet sich ein Pfarrzentrum mit Veranstaltungsraum, Sanitärräumen und Küche.

Entsprechend dem Alter und der geringen Bauqualität wurde bereits ab 1995 über eine Renovierung und über Verbesserungen nachgedacht. 2002 kam es zu einem Grundsatzbeschluss, 2005 folgte die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen.

Die Sanierung

Die Ausgangslage war nicht leicht. Der Kirchenraum wurde ursprünglich mit Elektro-Speicheröfen (10 kW) beheizt. Diese wurden ersetzt und an die zentrale Heizung angeschlossen, die teilsolar über eine 60 m2 große Solaranlage auf dem 60 Grad steilen Kirchendach unterstützt wird. Die Solarwärme wird in zwei Pufferspeichern mit einem Gesamtinhalt von 5.700 l gespeichert, von denen sich der eine im Keller der Kirche und der andere im Keller des Pfarrhauses befindet. Die Beheizung der Kirche erfolgt nun nach dem Prinzip der Luftheizung. Im Winter steht als Ergänzung ein Gasbrennwertkessel zur Verfügung.

Um die Energienachfrage möglichst gering zu halten, wurde vorab auch das Kirchendach mit 25 cm Zellulose gedämmt.

Die Lichtanlage in der Kirche bestand aus Neon-Lampen mit einer Anschlussleistung von 1200 Watt. Diese wurden durch vier einzeln schaltbare Halogendampflampen mit insgesamt 600 Watt ersetzt.

50 % weniger Stromverbrauch

Bereits im ersten Jahr – und dem durchaus langen und kalten Winter 2005/2006 –zeigte sich der Erfolg der Maßnahmen. So konnte der Stromverbrauch von Pfarrhaus und Kirche in Summe um über 50 % reduziert werden. Der Komfort hat sich derart verbessert, dass es nunmehr sowohl im Sommer als auch im Winter zu einer verstärkten Nutzung der Räumlichkeiten kommt.

Für diese vorbildhafte Sanierung, die sehr stark von der aktiven Pfarrgemeinde getragen und teilweise durch finanzielle und arbeitsmäßige Eigenleistungen umgesetzt wurde, wurde die evangelische Pfarrgemeinde Stadl Paura von der EU als Partner im europäischen GreenBuilding Programm aufgenommen. Im Rahmen des heurigen Pfarrfestes am 2. Juli, an dem auch der ehemalige Superintendent von Oberösterreich Mag. Hansjörg Eichmeyer teilnahm, wurde der Pfarrgemeinde für ihre Vorreiterrolle das GreenBuilding-Logo der EU überreicht. Für die Evangelische Pfarrgemeinde Stadl Paura stellt die Sanierung ihrer Kirche gelebte Schöpfungsverantwortung dar.

Das GreenBuilding-Programm

GreenBuilding ist ein Programm der europäischen Union, das darauf abzielt, die Energieeffizienz von bestehenden Nicht-Wohngebäuden zu verbessern und ganzheitliche Sanierungen zu forcieren. Insgesamt sind derzeit 10 Länder am GreenBuilding-Programm beteiligt, für Österreich hat die Österreichische Energieagentur die Koordination übernommen. Gebäudebetreiber, die am Programm teilnehmen, dürfen im Gegenzug das GreenBuilding-Logo der EU führen. Sie kommunizieren dadurch nicht nur ihre inhaltliche Unterstützung des Programms, sondern auch ihre eigene energetische Vorreiterrolle. Erfolgreiche Sanierungsobjekte werden sowohl auf der europäischen, als auch auf der österreichischen Programm-Website präsentiert. Dadurch sollen die Machbarkeit von Sanierungsprojekten dokumentiert und Impulse für weitere Sanierungen gegeben werden.

Die auf freiwilliger Basis teilnehmenden Organisationen und Unternehmen erhalten bei der Analyse des Gebäude-Energieverbrauchs und bei der Konzeption der Maßnahmenpläne organisatorische und inhaltliche Unterstützung. In Österreich kann im Rahmen des klima:aktiv Programms ecofacility bei privaten Dienstleistungsgebäuden zusätzlich geförderte Energieberatung in Anspruch genommen werden. Als Service für Gebäudeverantwortliche werden technische Guidelines zu einer Reihe von Themen – von Energiemanagement über Bürogeräte, Solarenergie bis zur Finanzierung - bereitgestellt.

Rückfragen zum Sanierungsprojekt "Evangelische Kirche Stadl-Paura"
Dipl. Ing. Ernst Huber
Bäckerberg 9
4672 Bachmanning
Tel. 07735/6454
Email: huberconsult(at)aon.at

Rückfragen zum GreenBuilding Programm
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-194
E-Mail: pr(at)energyagency.at

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gedruckt am: 21.05.2012