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20 % weniger Energieverbrauch durch Contracting

Wien, 19. Februar 2007 - Insgesamt investiert die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) pro Jahr rund 250 Millionen Euro in die Sanierung ihrer rund 3.000 Häuser. Rund ein Viertel des Geldes also rund 62,5 Millionen Euro fließen dabei in energietechnisch relevante Verbesserung von Gebäuden, also eine Erneuerung der Heizungstechnik, Austausch der Fassade oder Fenster. Dadurch wird der C02 Ausstoß pro Jahr um ca. 5.000 Tonnen reduziert.

Eine optimale Lösung für Sanierungen im gesamten Haustechnikbereich ist das Einspar-Contracting. Durch einen umfassenden Ansatz werden dabei alle energietechnischen Anlagen erreicht. Ein externer Energiedienstleister (Contractor) bringt sein Know-how ein, um eine innovative Komplettlösung zur Einsparung von Energie umzusetzen. Der Contractor übernimmt Planung, Finanzierung und die Errichtung/Durchführung der erforderlichen baulichen und technischen Maßnahmen zur Optimierung der Gesamtsituation des Gebäudes, danach die Betriebsführung bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Der Contractor garantiert für eine vordefinierte Vertragslaufzeit (meist zwischen 7 und 15 Jahren) eine gewisse Höhe an Energieeinsparungen. Erreicht er die Einsparungen nicht, wird sein Honorar gekürzt. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt durch die eingesparten Energiekosten. Nach Ende der Vertragslaufzeit profitiert der Auftraggeber von der vollen Energiekosteneinsparung.

"Der öffentliche Sektor ist in Zukunft verstärkt gefordert, hier eine Vorbildfunktion auszuüben. Die Energieagentur ist stolz, die Grundstein für Bundesgebäude-Contracting in Österreich gelegt zu haben und hofft, auch künftig gemeinsam mit dem Lebensministerium und der BIG wichtige Impulse setzen zu können", so Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Energieagentur.

Mittlerweile ist die BIG größter Contracting-Auftraggeber in Österreich und gemeinsam mit Berlin auch Europas. Die Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache. Rund 500 Gebäude wurden seit 1999 in zwölf Pools zusammengefasst und Verträge zwischen Nutzern und "Contractoren" abgeschlossen. Das Ergebnis bis heute: 20 % weniger verbrauchte Energie oder 3,3 Millionen Euro. Neben den Einsparungen aus der thermischen Sanierung konnten also weitere 17.000 Tonnen CO2 Emissionen pro Jahr eingespart werden.

Die Gesamtmaßnahmen bestehend aus thermischer Sanierung und Contracting reduzieren den CO2 Ausstoß um 23.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht den Emissionen von rund 10.000 Mittelklasseautos/Jahr.

Im Sinne eines nachhaltigen Gebäudemanagements plant die BIG aber weitere massive Einsparungen. "Wir bekennen uns zu den Kyoto Zielen, leisten unseren Beitrag und versuchen privaten Gebäudebesitzern in diesem Bereich ein Vorbild zu sein. Beim Contracting sind wir nicht einmal bei der Hälfte des geschätzten Potenzials", so BIG Chef Christoph Stadlhuber.

Insgesamt sollen in weiteren Pools die Justizliegenschaften, die Universitäten und Museen zusammengefasst werden. Mit diesen Gebäuden könnten weitere 11 Millionen Euro pro Jahr Energiekosten eingespart werden. Die bis zum Jahr 2010 angepeilte CO2 Reduktion beträgt über 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht einer Herabsetzung des CO2 Ausstoßes, als wäre das ganze Jahr über nur halb so viel Verkehr auf der Wiener Süd-Ost Tangente.

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur entwickelt als unabhängiger Think Tank seit 1977 innovative Projekte und Lösungen im Energiebereich. Bereits 1997, also vor zehn Jahren, konzipierte sie Modelle zur praktischen Umsetzung von Drittfinanzierungen in Österreich. Es folgten erste Pilotprojekte. 2001 schuf schließlich der Ministerrat die Grundlage für Bundesgebäude-Contracting, mit deren fachlicher Beratung die Energieagentur betraut wurde. Nachdem das Lebensministerium vor drei Jahren die Klimaschutzinitiative klima:aktiv ins Leben gerufen und die Energieagentur mit dem Dachmanagement betraut hatte, wurde Bundesgebäude-Contracting ein wichtiger Teil dieser Initiative, mit der BIG als Programmmanager.

Bundesimmobiliengesellschaft (BIG)

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), ein Erfolgsbeispiel für die Ausgliederung öffentlicher Aufgaben, verfolgt das elementare Ziel den ehemaligen Liegenschaftsbestand des Bundes konsequent zu optimieren und nach "marktorientierten Kriterien" zu bewirtschaften.

Bereits im Jahr 2001 hat die BIG von der Republik Österreich rund 5.000 Gebäude um 2,4 Milliarden Euro gekauft. Diese Anzahl an Objekten entspricht einem Flächenausmaß von über sieben Millionen Quadratmetern. Gleichzeitig wurden zwischen BIG und Bund marktkonforme Mietverträge über die seitens der öffentlichen Stellen genutzten Gebäude abgeschlossen. Innerhalb kürzester Zeit ist es gelungen, die gesetzlichen Vorgaben des Eigentümers, der Republik Österreich, zu erfüllen und den Grundsätzen der Kostenwahrheit und des Spargedankens in der Raumnutzung Rechnung zu tragen. Kundenorientierung und optimale Bewirtschaftung eines Portfolios, das mittlerweile auf rund vier Milliarden Euro gewachsen ist, genießen höchste Priorität.

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-194
E-Mail: pr(at)energyagency.at

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gedruckt am: 21.05.2012