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Energieagentur fordert höchste Priorität für Energie-Effizienzmaßnahmen im künftigen Regierungsprogramm

Die Erhöhung der Energieeffizienz ist ein wichtiger Konjunkturmotor und ein wirkungsvolles Mittel gegen die Teuerung, betont die Österreichische Energieagentur. Die nächste Bundesregierung ist daher gefordert, der Erhöhung der Energieeffizienz in ihrem Arbeitsprogramm höchste Priorität einzuräumen und ambitionierte Maßnahmen rasch umzusetzen. Der Österreichischen Energieagentur zufolge liegen die größten Potenziale für rasch umsetzbare Einsparungen in den Bereichen Heizen, Verkehr und Konsumentenverhalten.

Wien, 13. Oktober 2008 - „Bei den anstehenden Regierungsverhandlungen müssen sich die Parteien darauf konzentrieren, Maßnahmen zu treffen, die Energie einsparen, die unteren Einkommen entlasten und die Konjunktur wieder in Schwung bringen,“ fordert Dr. Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Das höchste Einsparpotential mit dem größten Nutzen für Haushalte und Wirtschaft liegt in der Sanierungsoffensive für Wohngebäude. „Die Sanierungsrate muss erhöht werden. Allein durch die thermische Sanierung sämtlicher Nachkriegsbauten bis 2020 könnte jeder betroffene Haushalt bis zu 75% der Heizungskosten oder etwa 50 Euro im Monat einsparen,“ so Unterpertinger.

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz regen die Investitionstätigkeit an und stellen daher ein wirksames Instrument dar, um die Konjunktur anzukurbeln und die Haushalts-budgets zu entlasten. Untere Einkommensschichten leiden überproportional an hohen Energiepreisen. „Nur wenn Energie eingespart wird, werden diese Familien nachhaltig entlastet und der für Österreich besonders wichtige private Konsum wieder gestärkt“, erklärt Unterpertinger.

Auch für die Erreichung der Kyoto-Ziele ist eine Verringerung des Energieverbrauchs notwendig. Eine Studie von McKinsey belegt, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz das kostenwirksamste Instrument zur Reduzierung von Treibhausgasen darstellen. Nicht zuletzt steigert Energieeffizienz die Versorgungssicherheit.

Konkrete Maßnahmenvorschläge der Österreichischen Energieagentur

Die Österreichische Energieagentur hat zu allen wichtigen Bereichen Maßnahmenvorschläge erarbeitet. „Neue Vorschläge sind immer willkommen. Aber jetzt geht es darum, in den Regierungsverhandlungen, gemeinsam mit den Bundesländern und den Energieversorgern, konkrete Maßnahmen zu beschließen und rasch umzusetzen,“ so Unterpertinger. Um den Energieverbrauch zu senken, ist die kommende Regierung bei den drei wichtigsten Themen Heizen, Verkehr und Verbrauchsverhalten besonders gefordert.

Einsparpotenziale im Bereich Raumwärme

In der thermischen Isolierung von Gebäude sowie in der Verbesserung der Heiztechnik liegen nicht nur enorme Energieeinsparungen. Insgesamt ist hier ein Potenzial von 40,9 Petajoule vorhanden. Der Heizenergieverbrauch von mehr als der Hälfte aller Haushalte in Wien könnte dadurch eingespart werden. Maßnahmen in diesem Bereich erhöhen langfristig die Versorgungssicherheit und verringern die Auswirkungen von hohen Energiepreisen.

Darüber hinaus würden jährlich etwa 100.000 Arbeitsplätze entstehen und könnten mehr als 6 Mrd. Euro an Wertschöpfung gewonnen werden.

Einsparpotenziale beim Verkehr

Der Verkehr ist der größte Energieverbraucher in Österreich. Die gefahrenen Kilometer im Straßenverkehr steigen jährlich um ein Prozent. Es braucht Investitionen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Förderungen für deren Nutzung, z.B. in Form eines geförderten „Österreichtickets“ nach Schweizer Vorbild. Insgesamt liegt im Straßenverkehr ein Einsparungspotenzial von 40,5 Petajoule pro Jahr oder 20% des gegenwärtigen Verbrauchs. Eine Million Tonnen Rohöl müsste dadurch weniger importiert werden. Durch die dafür notwendigen Investitionen könnten pro Jahr über 250.000 Jobs und 16 Mrd. Euro an Wertschöpfung gewonnen werden.

Energieberatungen und intelligente Zähler

Durch intelligente Zähler, geförderte Energieberatungen und informative Abrechnungen hat jeder Konsument die Möglichkeit, seinen Energieverbrauch laufend zu kontrollieren, Schwachstellen und Energiefresser zu identifizieren und Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs zu setzen. Langfristig könnten 5-10% des Energieverbrauchs eines Haushalts eingespart werden.

Damit die genannten Energieeinsparungen auch wirklich realisiert werden, müssen ambitionierte Maßnahmen gesetzt werden. Der Gesetzgeber ist gefordert, entsprechende rechtliche Grundlagen und geeignete Anreize zu schaffen.

In der Österreichischen Energieagentur ist auch die Österreichische Energieeffizienz-Monitoringstelle angesiedelt, die im Auftrag des Wirtschaftsministers Effizienzmaßnahmen bewertet und daraus resultierende Einsparungen ermittelt. Die Website der Österreichischen Energieeffizienz-Monitoringstelle (www.monitoringstelle.at) bietet Informationen zum Energieverbrauch in Österreich, zum Einsparungspotential in den verschiedenen Sektoren und einen Link zum Energieeffizienzaktionsplan der Bundesregierung.

Weitere Informationen auf www.monitoringstelle.at

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-131
pr(at)energyagency.at

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gedruckt am: 21.05.2012