Neuer Strompreisindex schafft Transparenz am Strommarkt
Die Österreichische Energieagentur gibt ab jetzt monatlich den Österreichischen Strompreisindex - ÖSPI© - als Informations-Service für Stromanbieter und Kunden heraus. Damit ist ein Ausblick auf die kurzfristig zu erwartende Strompreisentwicklung möglich. Die standardisierte Berechnungsmethode beruht auf den Preisen der EEX-Strombörse.
Wien, 07. Oktober 2008 - Die Österreichische Energieagentur veröffentlicht erstmals neben dem Energiepreisindex (EPI) monatlich den Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) und liefert damit eine unabhängige Information für Stromanbieter bis hin zu Kleingewerbekunden und privaten Haushalten. Während der EPI die Preisentwicklung des vergangenen Monats abbildet, misst der ÖSPI auf Basis einer standardisierten Berechnungsmethode und unter Verwendung der für die Preisbildung in Österreich relevanten Daten der Strombörse EEX die im nächsten Monat zu erwartende Entwicklung der Strompreise.
„Der ÖSPI stellt eine Art Frühwarnsystem dar, aus dem ablesbar ist, ob kurzfristige Strompreiserhöhungen oder -senkungen zu erwarten sind. Wir wollen mit diesem neuen Service auf Basis unserer standardisierten Berechnungen ein Stück mehr Transparenz in die laufende Preisdiskussion bringen und dem Endkonsumenten frühzeitig eine Entscheidungshilfe geben, zum Beispiel für Effizienz steigernde und Strom sparende Maßnahmen.“, sagt Dr. Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.
Beim Österreichischen Strompreisindex wird der reine Energieanteil am Strompreis der Haushalte abgebildet. Der Energiepreis hat einen Anteil von etwa 35% bis 40% an den gesamten Stromkosten. Der Rest entfällt auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des Gesamtpreises erwarten. Zugleich ist die Energiekomponente beim Strompreis der einzige Bereich, bei dem der Konsument selbst eine Wahlmöglichkeit in Form eines Anbieterwechsels hat. Aber vor allem lassen sich die Energiekosten auch durch bewusstes Verbrauchen steuern.
Preisanstieg bei Strom-Futures um 2,9 % für November zu erwarten
Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis der Stromhändler im nächsten Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und der Vorjahresperiode verändert. Die Basis für die Berechnung stellen die Notierungen an der Strombörse EEX in Leipzig dar. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strom-Futures für Grund- und Spitzenlast der kommenden vier Quartale, zu denen die Stromhändler ihre benötigten Strommengen für das nächste Jahr beschaffen werden. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung der Strompreise. Zur Berechnung des ÖSPI erfolgt eine Gewichtung der Grund- und Spitzenlastpreise im Verhältnis 75:25 entsprechend dem durchschnittlichen Stromverbrauch der österreichischen Haushalte.
Für den Monat November beträgt der Österreichische Strompreisindex 145,4 (Basisjahr 2006 = 100). Der Index für Grundlast beträgt für den Monat November 145,6, jener für Spitzenlast 144,9. Die Berechnung der Österreichischen Energieagentur zeigt, dass im November 2008 eine Erhöhung des Einkaufspreises für Strom an der Börse um 2,9% gegenüber dem Vormonat zu erwarten ist, im Jahresvergleich November 2008 zu November 2007 bedeutet dies eine Veränderung von 38,4%. Für Grundlast wird gegenüber dem Vormonat eine Erhöhung um 2,9% und gegenüber November 2007 um 40,1% erwartet, bei Spitzenlast erwartet man im Monatsvergleich eine Veränderung von +3% und im Jahresvergleich um +34,8%. Mit dem ÖSPI kann jedoch keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber dem Endkunden gestalten.
Kontinuierlicher Anstieg der Strompreise seit Mai 2003
Seit Mai 2003 ist mit Ausnahme des Frühsommers 2005 und der Periode Jänner bis November 2007 ein stetiger Anstieg bei den Preisen für Strom-Futures zu beobachten. Seit Dezember 2007 steigt ihr Preis jedoch deutlich stärker an. Diese Entwicklung spiegelt das generell höhere Energiepreisniveau, zum Beispiel aufgrund steigender Öl-, Kohle- und Erdgaspreise wider.
„Der aktuelle Strompreistrend zeigt, wie wichtig es für die Haushalte ist, auf energieeffiziente Geräte zu setzen und diese bewusst zu nutzen. Wer sich von den Stromfressern im Haushalt trennt, kann sehr viel Strom und Geld sparen", erklärt Unterpertinger abschließend. Die Internetplattform http://www.topprodukte.at informiert über die energieeffizientesten derzeit am österreichischen Markt erhältlichen Produkte. Der Energieeffizienzkalkulator unter www.energyagency.at unterstützt dabei, Strom effizient zu nutzen.
Tiefer gehende methodische Erläuterungen zum Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) sowie weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz finden Sie auf der Website der Österreichischen Energieagentur www.energyagency.at.
Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:
Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv – die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und Interessenten unter www.energyagency.at.
Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-194
pr(at)energyagency.at



