4. Mai ist der „Tag der Abhängigkeit von Öl, Kohle und Erdgas“

Bis zum 3. Mai wird die in Österreich benötigte Energie aus Wasser, Sonne, Wind und Wald erzeugt. Danach funktioniert das Arbeiten und Leben in Österreich für den Rest des Jahres rechnerisch nur mehr in Abhängigkeit von Öl, Kohle und Erdgas.

Wien, 4. Mai 2021 – „Es ist unser Ziel, in Österreich bis spätestens 2040 die Klimaneutralität zu erreichen – also das ganze Jahr über so zu leben und zu wirtschaften, dass das Klima nicht beeinflusst wird. Derzeit kommen wir in Österreich allerdings erst 123 Tage mit Energie aus natürlichen Ressourcen wie Wasser, Sonne, Wind und Wald sowie Erdwärme aus. Ab dem 4. Mai sind wir für den Rest des Jahres abhängig von Öl, Kohle und Erdgas“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Diese Darstellung ergibt sich aus der Tatsache, dass in Österreich der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2019 bei 33,6 % lag.

Wesentlich: Energieeffizienz

„Um diesen Tag der Abhängigkeit von Öl, Kohle und Erdgas in Zukunft möglichst weit an das Ende des Jahres zu verschieben und in Folge vom Kalender streichen zu können, braucht es neben dem Ausbau erneuerbarer Energie vor allem Energieeffizienz: Das bedeutet, mit weniger Energie dasselbe Ergebnis oder sogar mehr zu erreichen“, so Traupmann weiter. Ein gutes Beispiel dafür sei die Raumwärme. Bei einem thermisch sanierten Einfamilienhaus sinken die Energiekosten im Vergleich zu einem nicht sanierten Haus um 60 Prozent, die CO2-Emissionen um 63% (siehe Grafik).

Die Bedeutung der Wärmeversorgung sei Traupmann zu Folge nicht zu unterschätzen. 50 % der Endenergie wird in Österreich für das Heizen und für Wärme in Betrieben aufgewendet. Erdgas hat derzeit den höchsten Anteil bei der Wärmeversorgung. Der Anteil der erneuerbaren Energie beträgt bei der Wärme 33,8 %.

Das Verbrennen von Öl, Erdgas und Kohle ist für die Klimakatastrophe verantwortlich. Traupmann zufolge sei das der wesentliche Grund, warum Österreich die Ära der fossilen Energieträger abschließen müsse. Es gebe aber auch eindeutige wirtschaftliche Gründe, die dafür sprechen, dass sich Österreich von fossilen Energieimporten verabschiedet. „Wenn wir uns aus der Abhängigkeit von Öl, Erdgas und Kohle befreien, führt das zu inländischer Wertschöpfung statt zu enormen Kaufkraftabfluss,“ betont Traupmann. „Im ersten Coronajahr hat Österreich um 34 % weniger für Importe an Öl- und Erdölprodukten, Erdgas und Kohle ausgegeben als 2019. Aber noch immer sind 7,4 Milliarden Euro ins Ausland geflossen“, interpretiert er die Handelsbilanz des Jahrs 2020. „Berücksichtigt man, dass fossile Energieträger auch exportiert wurden, bleibt ein Kaufkraftabfluss von 5,7 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist immerhin mehr als doppelt so hoch wie das gesamte Defizit der Außenhandelsbilanz“, verdeutlicht Traupmann die Dimensionen. (Das Defizit der Außenhandelsbilanz belief sich auf 2,27 Milliarden Euro.) (Details auch in dieser Presseinformation).

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.

Rückfragehinweis
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA