Auch im Oktober wenig Bewegung bei den Haushaltsenergiepreisen

• Energiepreisindex gibt gegenüber September um 1 % nach
• Preisniveau 8,4 % niedriger als im Vorjahr
• Heizöl um ein Drittel billiger als im September 2019

Wien, 30. November 2020 – Im Oktober sank der Energiepreisindex (EPI) für Haushalte um 1,0 %. Die allgemeine Teuerungsrate (VPI) änderte sich mit einem Plus von 0,1 % im Monatsvergleich jedoch kaum.
Im Vergleich zum Vorjahr lag der EPI im Oktober 2020 um ganze 8,4 % niedriger. Im Gegensatz dazu stieg die allgemeine Teuerung leicht um 1,3 %.
Betrachtet man die vergangenen acht Monate seit Beginn des ersten Lockdowns, so war der EPI im Durchschnitt um 7,1 % niedriger als im Vergleichszeitraum im Jahr 2019. Der VPI hingegen lag im selben Zeitraum um 1,3 % über dem Vorjahreswert. „Der durch die Coronakrise bedingte wirtschaftliche Einbruch zeigte sich somit bei den Haushaltsenergiepreisen deutlich, hier vor allem bei Heizöl und an der Tankstelle“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Preise für Erdölprodukte sinken wieder

Nach dem Preisverfall im Frühjahr sind die Preise für Treibstoffe über die Sommermonate zwar gestiegen, mit Herbstbeginn fielen sie jedoch wieder leicht: Diesel war im Monatsvergleich um 1,9 % und Superbenzin um 0,6 % billiger. Am deutlichsten ist der Rückgang bei den Heizölpreisen, welche im Oktober um 6,4 % sanken und damit ihre Talfahrt fortsetzten.

Im Jahresvergleich sind die Preise für Superbenzin um 14,4 %, für Diesel um 17,0 % und für Heizöl sogar um 32,7 % niedriger. Eine 3000-Liter-Tankfüllung Heizöl kostete im Oktober damit um fast 800 Euro weniger als noch vor einem Jahr.

„Niedrige Heizölpreise mögen verlockend sein, jedoch gehört die Ölheizung zu den klimaschädlichsten Formen, die eigenen vier Wände zu heizen. Im Gegensatz zu anderen Sektoren, wie der Industrie oder dem Schwerverkehr, gibt es im Bereich der Raumwärme ausreichend erprobte Alternativen: angefangen von der Wärmepumpe über die Fernwärme bis hin zum Holz- oder Pelletkessel. Ziel ist natürlich ein wohlig warmes Haus, aber dafür sollte kein Öl mit entsprechenden Emissionen verbrannt werden. Dieses Ziel erreicht man genauso gut – wenn nicht sogar besser – mit erneuerbaren Energieträgern“, sagt Peter Traupmann. Zusätzlich weist er darauf hin, wie wichtig es ist, Energie einzusparen. „Mit weniger Energie mehr erreichen“, gelte es anzustreben. Traupmann rät daher zur thermischen Sanierung und dem Einsatz hocheffizienter Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energie.

Preise für Holzpellets und Brennholz verändern sich kaum

Der Preis von Brennholz sank im Monatsvergleich um 0,3 %. Gegenüber Oktober 2019 zeigte sich ein Minus von 0,6 %. Holzpellets wurden im Monatsvergleich um 0,7 % teurer. Im Jahresvergleich waren sie jedoch um 1,2 % günstiger.

Gas-, Strom- und Fernwärmepreise stabil

Die Haushaltspreise für Strom, Fernwärme und Gas sind im Monatsvergleich gleich geblieben. Die Fernwärmepreise sanken im Jahresvergleich um 1,6 %. Auch die Gaspreise waren um 2,1 % niedriger als im Vorjahr. Die Preise für Strom hingegen sind um 5,0 % gestiegen. Diese Preissteigerung im Jahresvergleich ist neben höheren Energiekosten zu einem Teil auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Details zur Zusammensetzung des Strompreises bietet diese Grafik.)

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

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Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der   Energiezukunft.


Rückfragehinweis:

Mag. Klaus Kraigher, MAS
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