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10 % des gesamten Stromverbrauchs in der Produktion und im Dienstleistungssektor in Österreich gehen auf das Konto von Kälteanlagen – Tendenz steigend. Das klima:aktiv Programm "energieeffiziente betriebe" und das Umweltservice Salzburg arbeiten mit der Industrie, um 10–15 % Einsparpotential beim Betrieb der Kälteanlagen zu realisieren.

Mit dem gestrigen ersten klima:aktiv Kälteworkshop bot die Österreichische Energieagentur ein Forum für den Wissensaustausch zur Optimierung von Kältesystemen. 40 erfahrene EnergieberaterInnen aus ganz Österreich folgten der Einladung.

EnergieberaterInnen und Unternehmensexperten beteiligen sich an der Suche nach Einsparpotentialen und der Steigerung der Energieeffizienz. So können Kälteanlagen beispielsweise auf ein natürliches Kältemittel mit mindestens 1.000-fach geringerem Klimaeffekt umgerüstet und effizienter betrieben werden. "Zurzeit erleben wir ein Comeback der natürlichen Kältemittel, wir haben gerade ein großes Tiefkühllager der Fa. Bischof mit Ammoniak und die Fleischerei Vonach mit einer CO2-Ammoniak-Kaskadenanlage ausgerüstet. Auch die Supermarktkette MPreis setzt für die Kühlung der neuen Backwaren- und Fleischproduktion auf das Kältemittel Ammoniak. In allen Fällen kommt es zu deutlich geringeren Betriebskosten", so Mathias Blaser von der Firma Cofely Kältetechnik GmbH.

Martin Störmer, Verkaufsingenieur bei Danfoss GmbH: "Kälteanlagen werden für die Spitzenlast ausgelegt, das heißt für Außentemperaturen von über 30 °C bei gleichzeitig voller Belegung der Lagerhalle. Diese Bedingungen kommen aber nie oder nur wenige Stunden im Jahr vor. Die meiste Zeit des Jahres befindet sich die Kälteanlage daher in Teillast. Wir stellen spezielle Frequenzumrichter für Kälteanlagen her, die alle Komponenten der Kälteanlagen (Verdichter, Ventilatoren, Pumpen) regeln können. Kompetente Planer können damit Einsparungen von bis zu 20 % erzielen. Dadurch werden auch Temperaturschwankungen vermieden und die Lebensdauer der Anlagenteile verlängert."

Für Thomas Sulzer von Schiessl Kältegesellschaft m.b.H. liegt enormes Einsparungs-potenzial bei der Nutzung der Wärme, die bei der Verflüssigung des Kältemittels abgegeben wird. Diese könnte zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung in Hotels und Dienstleistungsbetrieben oder für das Wasser zur Reinigung, z.B. in Fleischereien, genutzt werden. Bei einem ausgeführten Projekt konnten durch die Nachrüstung einer Wärmerückgewinnung ca. 60 % des Gasverbrauchs vermieden werden.

Zur Dokumentation und Schulung wurde erstmals der Leitfaden "Kältesystemaudits in Betrieben" vorgestellt. Dieser leistet Hilfestellung bei der raschen Bewertung des Einsparpotenzials. Konstantin Kulterer, Experte der Österreichischen Energieagentur: "Wir wollen, dass möglichst viele Kälteanlagen in Österreich gemäß dem Leitfaden analysiert werden, um den Energieverbrauch für Kältesysteme um durchschnittlich 10 % zu senken. Die dafür erforderlichen Energieaudits werden in den Bundesländern finanziell unterstützt bzw. gefördert." Die klima:aktiv Kältekampagne konzentriert sich dabei auf die Evaluierung von Topmaßnahmen, die erfahrungsgemäß die höchsten Einsparungen erzielen.

Über "energieeffiziente betriebe"

"energieeffiziente betriebe" ist ein Programm im Rahmen von klima:aktiv, der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, und wird von der Österreichischen Energieagentur gemanagt. Es bietet spezielle Informations- und Beratungsangebote für Industrie und Gewerbe, zeigt Möglichkeiten zur Erschließung von Einsparpotenzialen auf und unterstützt bei deren Umsetzung.

Interessierte Firmen melden sich bei: eebetriebe(at)klimaaktiv.at, nähere Informationen auf www.eebetriebe.klimaaktiv.at

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umwelt¬schutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeits¬arbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv – die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie.

Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Alexandra Gros
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-125
E-Mail: pr(at)energyagency.at

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