Energie im Juni 2020 seit 4 Monaten wieder teurer

• Auch Preise für Erdölprodukte ziehen leicht an
• Im Jahresvergleich zahlen österreichische Haushalte aber immer noch um 8 % weniger


Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.



Wien, 3. August 2020
– Zum ersten Mal seit vier Monaten sind die Preise für Haushaltsenergie wieder gestiegen. Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex lag im Vergleich zum Vormonat Mai um 0,3 % höher (VPI + 0,6 %). „Die letzten Monate waren durch sinkende Energiepreise geprägt, dieser Trend ist im Juni 2020 vorerst beendet“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Im Jahresvergleich zeigte der EPI im Juni 2020 ein Minus von 8,2 %. Im Gegensatz dazu ist der Verbraucherpreisindex (VPI) im Jahresvergleich um 1,1 % gestiegen.

Aufgrund der geringeren Nachfrage waren die Preise für Rohöl in den vergangenen Monaten niedrig. Das führte dazu, dass die Preise für Treibstoffe und Heizöl deutlich nachgaben: Die Preise für Superbenzin und Dieselkraftstoff sind seit März 2020 um monatlich durchschnittlich 5 % zurückgegangen. Durch die im Mai 2020 beginnenden Nachfragesteigerungen (getragen primär von China und Indien), aber auch auf Grund der Drosselung der Erdölförderung durch die OPEC und Russland, zogen die Rohölpreise im Juni wieder an. Diese globale Entwicklung, gemeinsam mit dem steigenden österreichischen Kraftstoffbedarf, spiegelt sich in den Treibstoffpreisen wieder (siehe Abbildung). „Das Verkehrsaufkommen rund um die Ballungsräume in Österreich ist mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau. Für die Klima- und Luftqualität sind das schlechte Nachrichten. Der erdölbasierte Individualverkehr bleibt damit das große Sorgenkind für den Klimaschutz. Es wurden aber bereits wichtige Schritt zur Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich gesetzt“, betont Traupmann. Dazu gehört die Erhöhung der Förderungen für E-Mobilität und Ladeinfrastruktur durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, aber auch die geplante Wohnrechtsnovelle für ein „Right-to-plug“, mit der die Errichtung von Ladestationen für Elektroautos in Mehrparteienhäusern erleichtert wird.

 

Superbenzin, Dieselkraftstoff und Heizöl leicht gestiegen

Superbenzin verzeichnete gegenüber Mai 2020 ein Plus von 0,9 %. Diesel und Heizöl nahmen jeweils um 0,7 % zu. Im Jahresvergleich lagen die drei Produkte jedoch noch deutlich unter dem Preisniveau des Juni 2019: Die Preise für Heizöl lagen um 24,3 % niedriger, jene für Superbenzin um 19,7 % und Dieselkraftstoff war um 17,3 % billiger.

Brennholz, Briketts und Pellets günstiger

Der Preis für Holzpellets sank im Monatsvergleich um 0,7 %, Briketts waren 0,6 % günstiger und der Preis für Brennholz sank um 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahr waren die Preise allerdings leicht höher: Pellets lagen um 1,2 % über dem Vorjahreswert. Briketts waren um 0,8 % und Brennholz um 0,6 % teurer als im Juni 2019.

Strom-, Gas- und Fernwärmepreise weiterhin stabil

Die Haushaltspreise für Strom, Gas und Fernwärme sind im Monatsvergleich gleich geblieben. Im Jahresvergleich lag der Strompreis um 5,4 % über dem Wert vom Juni 2019. Dieses Preisplus ist neben höheren Energiekosten zu einem Teil auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Grafik: So setzt sich der Strompreis für Haushalte zusammen). Fernwärmepreise sind im Jahresvergleich um 0,7 % leicht gestiegen, während die Gaspreise um 1 % gesunken sind.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Als Kompetenzzentrum für Energie konzentriert sie sich auf drei strategische Schwerpunkte: missionzero, transformation und energieintelligenz.
Beim Schwerpunkt missionzero verfolgt die Österreichische Energieagentur das langfristige Ziel, mit Strategieentwicklung und der Umsetzung von konkreten Maßnahmen die Zukunft fossilfrei zu gestalten. Beim Schwerpunkt transformation des Energiesystems setzt sie sich mit den damit verbundenen Umbrüchen und profitablen Geschäftsmöglichkeiten in den energierelevanten Branchen auseinander. Im Rahmen der energieintelligenz beschäftigt sie sich mit dem smarten und flexiblen Energiesystem der digitalen Zukunft.
Im Vordergrund steht die Steigerung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit.
Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative Bundes – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: www.twitter.com/at_AEA

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