Energiepreise im August zurück auf Vor-Corona Niveau

• Energiepreisindex zwar 15 % höher als 2020, aber nur gering über August 2019 und 2018
• Preisplus bei Haushaltsenergie treibt Verbraucherpreisindex auf 10-Jahreshoch
• Preisrallye im Gas- und Stromgroßhandel noch nicht eingepreist

Wien, 29. September 2021 – Die Energiepreise für österreichische Haushalte lagen im August um 15,2 % über dem Vorjahresniveau und setzten damit ihren Trend fort. Die Inflation lag in diesem Zeitraum bei 3,2 %. Die Energiepreise blieben damit weiterhin ein zentraler Preistreiber. Im Vergleich zum Vormonat Juli stieg der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) um 1,4 %, die allgemeine Teuerung lag auch hier mit 0,1 % deutlich niedriger. „Obwohl sich die Energiepreise für die Haushalte ausgehend vom niedrigen Vorjahresniveau in den letzten Monaten kontinuierlich nach oben bewegt haben, liegt der Österreichische Energiepreisindex (EPI) im August nur geringfügig höher als in der Zeit vor Corona. Die Preisentwicklung einzelner Energieträger weist aber durchaus Unterschiede auf: Während die Preise für Heizöl und Treibstoffe im Corona-Jahr 2020 stark nachgaben und mittlerweile wieder zum früheren Niveau aufgeholt haben, haben sich die Strom- und Erdgaspreise im Jahr 2020 kaum verändert, zeigen aber heuer ebenfalls nach oben“, analysiert Herbert Lechner, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, die Preisbewegungen der letzten Monate (siehe auch die folgende Abbildung).

 

Preise für Treibstoffe steigen weiter, Heizölpreis stabilisiert sich

Diesel kostete im August 2021 um 1,0 % mehr als im Juli 2021 und um 21,4% mehr als im August 2020. Die Preise für Superbenzin stiegen im Juli um 2,1 % und lagen damit um 24,8 % über dem Vorjahreswert. Eine Tankfüllung mit 50 Litern Diesel kostete um 11 Euro, mit Superbenzin um 13 Euro mehr als vor einem Jahr.

Die Preise für Heizöl lagen im Jahresvergleich zwar um 30,1 % über dem Wert vom August 2020, die Preissteigerungen in den letzten Monaten kamen im August aber zum Stillstand – gegenüber Juli 2021 gab es mit 1,0 % sogar einen kleinen Rückgang. Eine Tankfüllung von 3.000 Litern kostete damit allerdings immer noch um deutlich über 500 Euro mehr als noch vor einem Jahr.

Strom, Gas und Fernwärme teurer als vor einem Jahr

Die Haushaltspreise für Gas stiegen im August 2021 im Vergleich zum Juli um 2,4 %. Im Jahresvergleich lagen die Gaspreise damit um beachtliche 7,1 % über dem Wert vom August 2021. Die Haushaltspreise für Strom stiegen im Monatsvergleich um 1,9 %. Im Jahresvergleich lagen sie ebenfalls um 7 % höher.

„Der Elefant im Raum ist der massive Preisanstieg der Großhandelspreise für Strom und Gas. Das machen die von uns publizierten Energieindizes deutlich: der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) für Oktober liegt um 54 % höher als vor einem Jahr, der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) sogar um 425 %. Bisher haben das nur Haushaltskunden mit einem Floater-Tarif, in dem Preisveränderungen sehr zeitnah weitergegeben werden, gespürt. Nun hat ein Gasversorger aber auch eine Verteuerung seines Standardvertrags ab November angekündigt. Sehr oft wird dies von Mitbewerbern genutzt, um nachzuziehen. Zudem steht die Heizsaison bevor, in der der Gasverbrauch zwei- bis drei Mal höher liegt als in einem Sommermonat“, skizziert Lechner ein mögliches Szenario.

Die Haushaltspreise für Fernwärme blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise damit um 2,6 % über dem Vorjahreswert.

Pellets und Brennholz mit leichtem Preisplus

Im Vergleich zum Juli 2021 stiegen die Preise für Holzpellets im August um 0,6 %, im Jahresvergleich ist keine nennenswerte Änderung zu beobachten. Die Preise für Brennholz verzeichneten ein Plus von 0,4 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem August 2020 sind die Preise für Brennholz um 3,3 % gestiegen.