Energiepreisindex September 2018: fast 8 % höher als vor einem Jahr

• Energiepreise treiben die Inflation nach oben
• Größte Preissteigerung bei Heizöl mit 25 %
• Auch Treibstoffe legen deutlich zu

Wien, 09. November 2018 – Der Energiepreisindex stieg im September im Vergleich zum Vormonat August um 1,5 %.  Im Vergleich dazu lag die allgemeine Teuerungsrate im selben Zeitraum bei 0,8 %. Damit wirkten die Energiepreise weiterhin preistreibend. Auch im Jahresvergleich zeigte sich im September ein deutliches Plus von 7,5 %.  Demgegenüber stand eine allgemeine Teuerung von 2 %. „Wichtigste Preistreiber im September blieben Diesel und Superbenzin. Durch die große Bedeutung von Treibstoffen für die Konsumenten sind diese beiden Produkte auch im EPI entsprechend gewichtet“ erklärt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. „Naturgemäß werden Preissteigerungen in dieser Produktgruppe auch direkt von Konsumenten und  Wirtschaftstreibenden wahrgenommen.“

Heizöl auf Höhenflug

Im Monatsvergleich stieg Heizöl um 4,3 % und damit erneut an. Im Jahresvergleich war Heizöl im September, wie auch im Vormonat, um ein Viertel teurer. Heizöl blieb neben Treibstoffen der zentrale Preistreiber innerhalb des EPI. Eine Tankfüllung mit 3.000 Liter kostete im September um 100 Euro mehr als im August, im Jahresvergleich war sie sogar um rund 500 Euro teurer. „Mitte 2015 bis Anfang 2018 lagen erdölbasierte Energieträger unter der allgemeinen Teuerungsrate, mittlerweile liegen sie deutlich darüber. Dennoch hat die aktuellen Preisentwicklungen noch nicht das Ausmaß von 2010 und 2011  erreicht“, erklärt Traupmann. Die Entwicklung des Verbraucherpreisindex (VPI) und der erdölbasierten Energieträger zeigt die folgende Grafik.

Treibstoffpreise ziehen kräftig an

Für Diesel und Superbenzin konnten deutliche Steigerungen beobachtet werden. Im September stiegen die Preise für Diesel um 2,8 %  und um 2,0 % für Superbenzin. Auch im  Jahresvergleich blieben die Preise mit einem Plus von 15,3 % bei Diesel und 11,6 % bei Superbenzin auf hohem Niveau.
Für einen Diesel-PKW mit einer Jahreskilometerleistung von 13.000 km und einem Verbrauch von 6,5 Liter/100 km ergibt sich bei derzeitigem Preisniveau ein Kostenunterschied von ungefähr 140 Euro pro Jahr im Vergleich zu 2017. Für einen Benziner mit derselben Kilometerleistung und einem Verbrauch von 7 Liter /100 km errechnet die Österreichische Energieagentur Mehrkosten von ca. 120 Euro im Jahr.

„Zwar sind die Preise für Rohöl in den vergangen Tagen, bedingt durch korrigierte Wirtschaftsprognosen,   unter Druck geraten. Derzeit liegen sie noch über 70 Dollar pro Barrel Marke. Die Situation bleibt angesichts der geopolitischen Situation weiterhin ungewiss. Für spürbare Preisrückgänge an den Zapfsäulen reichen die aktuellen Korrekturen noch nicht aus“, erläutert Karina Knaus, Leiterin des Centers für Volkswirtschaft, Konsumenten und Preis der Österreichischen Energieagentur.

Auch Brennholz und Holzpellets teurer als vor einem Jahr

Der Preis von Brennholz stieg im September gegenüber August 2018 um 1,1 %, im Jahresvergleich kam Brennholz auf ein Plus von 11 %.  Damit stieg Brennholz zum fünften Mal in Folge an.
Die Preise für Holzpellets lagen im Monatsvergleich um 0,8 % über dem Vormonat. Im Jahresvergleich blieb ein Plus von 5,5 %.

Strom und Gaspreise im Monatsvergleich konstant

Nach den Preissteigerungen im Juli blieben die Haushaltskundenpreise für Gas und Strom im September konstant. Im September haben zwar kleinere Stromlieferanten eine Preiserhöhung durchgeführt, diese fallen im Österreichschnitt jedoch nicht ins Gewicht. Weitere Preiserhöhungen der größeren Versorger stehen im Oktober bzw. im Jänner 2019 an.  Der Gaspreis lag im September um 5,7 % unter dem Vorjahreswert, was auf eine Senkung der Netzgebühren Anfang 2018 zurückzuführen ist. Der Strompreis war im Jahresvergleich um 0,1 % niedriger.

Hier finden Sie eine interaktive Grafik, die EPI und VPI zeigt.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft. Die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Und die Energieintelligenz, die sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft dreht.
Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

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Rückfragehinweis:

Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
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