Höhenflug der Energiepreise setzte sich auch im Jahr 2011 fort

DI Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur: "Die Energieeffizienz muss erhöht und der Energieverbrauch reduziert werden!"

Im Jahresdurchschnitt 2011 legte der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 um 11,1 % zu.

DI Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, sieht vor allem in der Steigerung der Energieeffizienz und dem Einsparen von Energie insgesamt Wege, dem unaufhaltsamen Anstieg von Energiepreisen entgegenzutreten. Das gilt für Konsumenten, für die Mobilität und Heizen zunehmend zur finanziellen Herausforderung werden, ebenso wie für die Republik Österreich, die Klimaschutz- und Energieziele erreichen muss.

"Eine Vielzahl von verfügbaren Technologien erzielt etwa im Gebäudebereich hohe Energieeinsparungen durch Energieeffizienz ohne Komfortverlust. Das aktuelle Förderpaket für Sanierungen wird sich hier positiv auswirken, aber es wird in allen Sektoren notwendig sein, den Energieverbrauch deutlich zu senken. Die Energie, die wir einsparen können, wird den wichtigsten Beitrag leisten," so Traupmann.  Für 2012 kann aufgrund des geringen Wirtschaftswachstums eine Dämpfung der Preissteigerungen möglich sein, tendenziell werden die Energiepreise aber weiter steigen.

Rohölpreis im Jahr 2011 weiterhin auf hohem Niveau  

Der Rohölpreis, der zu Jahresanfang 2011 bei 96,5 $/Barrel lag, legte im Jahresverlauf weiter zu. Im Monatsdurchschnitt betrachtet, erreichte er im April mit 123,5 $/Barrel seinen Jahreshöchstwert. Der Preis lag im April 2011 um rund 28 % über jenem, der zum Jahreswechsel galt. Zum Vergleich: 2008 erreichte der Rohölpreis mit 133,18 $/Barrel seinen Höchststand. Die Verteuerung des Rohöls hielt die Energiepreise vor allem ab dem 2. Quartal 2011 auf hohem Niveau.  So lag der Energiepreisindex im Dezember 2011 um 6,6 % über dem Wert vom Jänner 2011.

Heizöl extra leicht verzeichnete im Jahresvergleich den stärksten Preisanstieg

Der Rohölpreis, der 2011 wieder kräftig zulegte, wirkte sich naturgemäß direkt auf die Preise für Mineralölprodukte aus. Nach einem Hoch im März und April 2011 erreichte der Preis für Heizöl extra leicht im November seinen Höchststand im Jahr 2011. Er lag um knapp 16 % über dem Wert vom Jänner 2011. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 legte der Heizölpreis um 21,4 % zu. Für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von rund 3000 Litern pro Jahr bedeutet das eine Kostensteigerung von rund 470,- Euro. Auch die Preise für Diesel und Superbenzin legten im Jahresverlauf kräftig zu. Der Preis für Diesel lag im Dezember 2011 um 9,7 % über jenem von Jänner 2011, und Superbenzin verteuerte sich um 5,1 % gegenüber Jänner 2011. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 verteuerte sich Diesel um 20,4 % und Superbenzin um 14,3 %. Die Kosten für eine Jahres-Kilometerleistung von rund 14.000 km mit dem PKW sind für Diesel damit um über 200,- Euro gestiegen.

Die leitungsgebundenen Energieträger verzeichneten 2011 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 einen Preisanstieg von 2,7 %. Am stärksten stieg der Preis für Gas – im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 um 8,7 %. Zwischen Jänner und Dezember 2011 legte der Gaspreis um 10,8 % zu. Fernwärme verteuerte sich im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 um 4,3 %, und im Dezember 2011 zahlte man um 9,2 % mehr für Fernwärme als noch zu Jahresanfang. Der Strompreis blieb hingegen stabil – gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2010 wurde Strom um 0,1 % teurer, im Dezember lag der Strompreis um 0,6 % über jenem von Jänner 2011.
Der Brennholzpreis erhöhte sich im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2010 um 2,8 %. Der Preis für Holzbriketts legte um 0,8 % zu.

Insgesamt lag der EPI im Dezember 2011 um 6,6 % über dem Niveau vom Jänner 2011. Seinen Höhepunkt erreichte der EPI im November 2011. Im Jahresdurchschnitt 2011 erhöhte sich der EPI um 11,1 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2010. Zum Vergleich: im Jahresdurchschnitt 2011 stieg der VPI um 3,3 % gegenüber 2010. Bereinigt man den VPI um die energierelevanten Positionen, wäre der VPI um 2,5 % angestiegen.  

Die absoluten Ausgaben für die Haushalte

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur (auf Basis der Konsumerhebung der Statistik Austria) betrugen die Ausgaben der österreichischen Haushalte für Energie im Jahr 2011 aufgrund der Preis- und Mengenentwicklungen mehr als 11,4 Mrd. Euro. Dies bedeutet durchschnittliche monatliche Ausgaben für Energie von 262 Euro pro Haushalt im Jahr 2011. Rund 45 % davon wurden für den Verkehr (Benzin und Dieseltreibstoff) ausgegeben. Knapp 31 % der energetischen Haushaltsausgaben entfielen auf Raumwärme und Warmwasser und mehr als 24 % auf Strom. Die Ausgaben der Haushalte für Energie stiegen im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 11 %.

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