Klimaneutralität: Auf die Wärme kommt es an

Die Hälfte des gesamten energetischen Endverbrauchs in Österreich wird für die Wärmeerzeugung verwendet. Rund ein Drittel dieser Wärme wird derzeit mit fossilem Gas erzeugt. Um die Klimaneutralität zu erreichen, muss der Fokus auf dem Wärmemarkt liegen.

Wien, 18. Jänner 2021 – „Im Regierungsprogramm ist die Klimaneutralität bis 2040 verankert. Dem Wärmemarkt kommt dabei, noch vor dem Strombereich, die höchste Bedeutung zu“, kommentiert Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Energieagentur, eine aktuelle Präsentation des Think Tanks. In den heimischen Haushalten steht dabei die Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser im Vordergrund, die dort benötigten Temperaturen sind vergleichsweise niedrig und erneuerbare Energieträger liefern bereits heute den höchsten Beitrag. In der industriellen Produktion geht es hingegen vornehmlich um die Bereitstellung von Prozesswärme, die mehrere hundert Grad Celsius betragen kann. Dieser Sektor verwendet doppelt so viel Erdgas zur Wärmeproduktion wie die Haushalte.

Neben erheblichen Effizienzsteigerungen sei es zur Erreichung der Klimaneutralität notwendig, den Energieeinsatz der Endverbraucher für die Wärmeerzeugung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. „Eine erfolgreiche Strategie muss dabei insbesondere auch die Prozesswärme umfassen, bei der im Vergleich zur Raumwärme für Haushalte die Unabhängigkeit von Erdgas oder Öl schwieriger zu erreichen ist“, betont Lechner. Auch die künftig steigende Bedeutung der elektrischen Energie für die Wärmeerzeugung müsse mitgedacht werden.

„Die Technologien für eine saubere Wärmeversorgung sind vorhanden. Für eine erfolgreiche Realisierung braucht es eine nun insbesondere eine starke Kultur des Miteinanders“, resümiert Lechner. Dabei stehe vor allem die enge Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Vordergrund.

Download „Erneuerbare Wärme als Schlüssel zur Energiewende“.

Anmerkung: Der energetische Endverbrauch umfasst alle Energiemengen, die direkt von den Endverbrauchern genutzt werden, wie z.B. Heizöl, Fernwärme oder Strom. Die für die Herstellung von Strom oder Fernwärme benötigte Energie (wie z.B. Erdgas, Biomasse oder Wasserkraft) wird im Umwandlungssektor und nicht im energetischen Endverbrauch bilanziert.

 

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.

Rückfragehinweis
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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