2017: Weltweit zusätzlich 178 GW erneuerbarer Strom

Weltweite Neuinvestitionen in erneuerbare Energien und Treibstoffe laut „Renewables 2018 Global Status Report“ weiter gestiegen. Österreichische Energieagentur sieht Energiezukunft als Business Case.

Wien, 6. Juni 2018 – Der aktuelle Renewables 2018 Global Status Report (GSR 2018), der von REN21 veröffentlichte, umfassende, jährliche Bericht zum Status der erneuerbaren Energien, zeigt: Im Stromsektor nimmt die Energiewende Fahrt auf. Im Wärme-, Kälte- und Transportsektor, die zusammen etwa vier Fünftel des weltweiten Endenergiebedarfs ausmachen, besteht jedoch Aufholbedarf.

„Der aktuelle GSR2018 Report zeigt die zunehmend steigende Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien, obwohl immer noch hohe Subventionen für die Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen aufgewendet werden. Im Jahr 2017 entfielen jedoch laut dem Bericht erfreulicherweise weltweit mehr als zwei Drittel der Investitionen in Stromerzeugungskapazitäten auf erneuerbare Energien“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Diese weltweiten Zahlen untermauern den Ansatz der Österreichischen Energieagentur: „Wir sehen die Energiezukunft auch für österreichische Unternehmen als Business Case. Gemeinsam arbeiten wir mit den relevanten Playern in Österreich daran, dass die Energiezukunft sauber, smart und profitabel sein wird. Das Potenzial für die heimischen Unternehmen ist groß, denn sie verfügen über das Know-how, das auf der ganzen Welt gefragt ist.“ Weltweit betrugen die Neuinvestitionen in erneuerbare Energien und Treibstoffe im Jahr 2017 rund 280 Milliarden US-Dollar, zusammen mit Wasserkraftprojekten größer als 50 MW sogar ganze 310 Milliarden US-Dollar. Die bisherigen Investitionen in Erneuerbare Energien hatten zur Folge, dass in der EU im Jahr 2016 ganze 1,27 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz in diesem Sektor hatten.

Der weltweite Energiebedarf stieg im Jahr 2017 aufgrund des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern und des weltweiten Bevölkerungswachstums um geschätzte 2,1 %. Die energiebedingten CO2-Emissionen nahmen um 1,4 % zu. Wenn die Welt das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel erreichen will, müssen der Wärme-, Kälte- und Transportsektor, ähnlich wie der Stromsektor, den Weg der Energiewende rasch bestreiten, so der GSR2018 Report. Doch die derzeitige Entwicklung in diesen Sektoren zeigt wenig Veränderung beim Zuwachs erneuerbarer Energien: Moderne erneuerbare Energien lieferten im Jahr 2015 rund 10 % der gesamten weltweiten Wärmeerzeugung. Strom deckt nur 1,3 % des Energiebedarfs im Transportsektor ab, davon nur etwa ein Viertel aus erneuerbaren Energiequellen. Biokraftstoffe umfassen etwa 2,9 % des Energiebedarfs im Transportsektor, wobei weiterhin jedoch 92 % des Energiebedarfs durch Erdöl gedeckt werden.

Bioökonomie als fixer Bestandteil einer dekarbonisierten Wirtschaft

„Dekarbonisierung betrifft weit mehr als Strom. Gerade im Wärme-, Kälte- und Transportsektor warten große Herausforderungen. Doch es gilt, noch größer zu denken: Denn die fossilfreie Zukunft geht über das Energiesystem hinaus und betrifft weitere Aspekte wie zum Beispiel die Substitution von ölbasierten Kunststoffen durch nachwachsende Rohstoffe“, so Traupmann. „Demnach muss die Bioökonomie ein fixer Bestandteil einer dekarbonisierten Wirtschaft werden.“ Gerade aus diesem Grund brauche es eine Plattform wie die Österreichische Energieagentur, auf der sich sowohl österreichische als auch internationale Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf Basis wissenschaftlicher Fakten austauschen.

Über REN21 und den Renewables Global Status Report

Der REN21’s Renewables 2018 Global Status Report präsentiert Entwicklungen und Trends bis Ende 2017 sowie beobachtete Trends von Anfang 2018, wo möglich.
Der Renewables Global Status Report ist eine jährliche Publikation und erschien erstmals in 2005. Der Bericht bietet den umfangreichsten und aktuellsten Überblick des weltweiten Status aktueller Entwicklungen und Trends des erneuerbaren Energiemarkts, der Industrie, der Investitionen und Politikentwicklungen. Der Bericht zielt nicht auf die Analyse dieser Daten oder auf Prognosen ab. Ein Netzwerk, bestehend aus mehr als 900 Individuen und Organisationen, Akademikern und Autoren aus der ganzen Welt, hat die Daten für diesen Bericht bereitgestellt.
www.ren21.net/gsr

Der Renewables Global Status Report wird von der internationalen „Organisation für Erneuerbare Energien“ (Renewable Energy Policy Network for the 21st Century ‑ REN21) herausgegeben. REN21 ist mit Österreich in mehrfacher Hinsicht verbunden, etwa durch die Österreicherin Christine Lins, Generalsekretärin der REN21, und die österreichische Botschafterin in Brasilien und Surinam Irene Giner-Reichl, Vize-Präsidentin der REN21.

Weitere Dokumente für Medienvertreter https://ren21.rotcloud.com/index.php/s/TjK2sVb1nsjXdQv


Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft sowie die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Der Schwerpunkt Energieintelligenz dreht sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher MAS
Österreichische Energieagentur ‑ Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

Bitte beachten Sie die datenschutzrechtlichen Informationen für die Verarbeitung Ihrer Daten. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung und Cookie-Policy