Aus für Halogenlampen

• Ab 1. September 2018 dürfen in EU-Ländern keine Halogenlampen mehr in den Handel kommen
• LEDs punkten mit massiven Einsparungen bei Kosten und Energie: Betriebskosten nur ein Siebtel, alleine bei einer Lampe Einsparungen von mindestens 80 Euro in zehn Jahren
• Tipps & Tricks für den Kauf von LED-Lampen: Auf Farbtemperatur, Lebensdauer und Dimmbarkeit achten

         
           © Österreichische Energieagentur / Bildquelle: pixabay.com

Wien, 24. August 2018 – Ab dem 1. September 2018 dürfen in EU-Ländern Halogenlampen nicht mehr in den Handel kommen. Damit tritt die nächste Stufe der Ökodesign-Richtlinie der EU in Kraft, die das Ziel hat, besonders energieintensive Leuchtmittel schrittweise vom Markt zu nehmen. „Die Glühlampentechnologie hat bald ausgedient und das ist eine gute Nachricht für alle Konsumentinnen und Konsumenten. Denn mit LED-Lampen gibt es eine Alternative, die sich auszahlt – die Energie- und Kosteneinsparpotenziale sind hoch“, erklärt Bernd Schäppi, Experte bei der Österreichischen Energieagentur. „Die Energieeffizienz und Lebensdauer sind bei LED-Lampen rund 7 mal höher als bei Halogenlampen“, so der Experte.

So genannte Halogenspotlampen mit Standardsockel waren bereits verboten, ab 1. September 2018 werden auch die birnen- und kerzenförmigen Halogenlampen, wie sie vor allem im Haushaltsbereich gebräuchlich sind, vom Markt genommen. Das bedeutet, dass entsprechende Lampentypen von den Herstellern nicht mehr auf den EU-Markt gebracht werden dürfen. Restbestände im Handel dürfen allerdings noch abverkauft werden. Es besteht jedoch kein komplettes Produktionsverbot. Die Produktion für Exportmärkte außerhalb der EU, in welchen keine entsprechenden Regelungen vorgesehen sind, ist nach wie vor zulässig.
Verschiedene Lampentypen, beispielsweise für Deckenfluter, eingebaute Halogenspots, Schreibtischlampen sowie verschiedenste Speziallampen für professionelle Anwendungsbereiche werden vorläufig weiter verfügbar bleiben (z.B. Produkte mit R7s, G4, G9-Sockel).

LED-Birnen bringen hohe Einsparungen

Es steht ein großes Sortiment an LED-Ersatzprodukten zur Verfügung, das in der Beleuchtungscharakteristik der Halogenbirne sehr ähnlich ist. Vor allem bietet die LED-Birne im Vergleich zur Halogenbirne massive Energie- und Kosteneinsparpotenziale. Diese lassen sich am Beispiel einer durchschnittlichen Standardlampe (entsprechend der Helligkeit einer klassischen 60 Watt Glühbirne) leicht illustrieren: Die Lebensdauer einer Halogenlampe beträgt 2.000 Stunden, eine LED-Birne hält mindestens 15.000 Stunden. Geht man von einem aktuellen durchschnittlichen Kaufpreis und einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 1.000 Stunden pro Jahr über 10 Jahre aus, sprechen die Zahlen klar für die LED-Technologie: Schon bei den Beschaffungskosten punktet LED mit rund 3 Euro, die Halogenbirnen kommen auf etwa 10 Euro. LED liegt somit bereits in der Beschaffung günstiger bzw. bei teureren Produkten mindestens gleichauf mit der Halogentechnologie. Der große Unterschied ergibt sich jedoch vor allem bei den Betriebskosten. Während für den Betrieb der Halogenlampen über den Zeitraum von 10 Jahren circa 100 Euro anzusetzen sind, schlagen die LED-Alternativen nur mit 15 bis 20 Euro zu Buche. Alleine bei einer Birne kann man so über den Zeitraum von 10 Jahren mindestens 80 Euro einsparen, bei einem Haushalt kommt man so in Summe auf ein Vielfaches.

Tipps und Tricks für den LED-Lampen-Kauf

Beim Kauf der passenden Ersatzlampen für Halogen-Birnen gilt es auf einige Kriterien zu achten, da Auswahl und Unterschiede bei LED-Lampen vielfältiger sind. Während Halogenbirnen durchwegs mit sehr einheitlicher Lichtfarbe (Farbtemperatur: im Bereich warm- bis neutralweiß bei ca. 3.000 Kelvin), Farbwiedergabe und Lebensdauer angeboten wurden, unterscheiden sich verschiedene LED-Produkte erheblich. „Beim Kauf einer LED-Birne sollten einige Punkte beachtet werden: Wünsche ich warmweißes, neutralweißes oder kaltweißes Licht? Benötige ich eine mittlere oder sehr gute Farbwiedergabe? Soll die Lebensdauer 15.000 oder eher 25.000 Stunden betragen? Soll die Lampe auch zum Dimmen geeignet sein?“ gibt Schäppi praktische Tipps. Die für die Produktauswahl relevanten Informationen finden sich auf der Lampenverpackung und in Produktinformationen auf Hersteller- oder Händlerwebseiten. Einen Überblick zu den energieeffizientesten LED-Lampen sowie Tipps zum Kauf bietet auch die Webseite topprodukte.at. Die Österreichische Energieagentur betreut diese neutrale und herstellerunabhängige Informationsplattform, ein Service von klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. (z.B. topprodukte.at-Test: Sind LED-Lampen so gut wie die Hersteller behaupten?)

Was bringt die Zukunft? Aus für Energiesparlampen

Auch für Energiesparlampen mit Standardlampensockeln (E27, E14) und T8 Leuchtstoffröhren ist der Abschied bereits absehbar. Diese Produkte werden voraussichtlich ab 2021 vom Markt genommen. Für Konsumentinnen und Konsumenten ergeben sich daraus keinerlei negative Effekte, zumal für sämtliche Anwendungen bereits heute bessere LED-Produkte zur Verfügung stehen. Zudem haben sich Energiesparlampen aufgrund verschiedener Nachteile wie Quecksilbergehalt, Design oder der Anlaufzeit nie besonders hoher Beliebtheit erfreut.

Kurz-Info: Was sind Halogenlampen

Halogenlampen sind technologisch gesehen weiterentwickelte Glühlampen, deren Effizienz und Lebensdauer durch Beigabe von Halogenen im Füllgas und entsprechende Bauweise gegenüber klassischen Glühlampen etwas verbessert wurde. Die Energieeffizienz konnte damit um etwa 20 % erhöht, die durchschnittliche Lebensdauer von 1.000 Stunden auf 2.000 Stunden verdoppelt werden. Das waren allerdings nur marginale Verbesserungen im Vergleich dazu, was heute LED-Lampen bieten: die Energieeffizienz ist 10 mal, die Lebensdauer 15 bis 30 mal höher als bei klassischen Glühlampen.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft. Die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Und die Energieintelligenz, die sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft dreht.
Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.


Rückfragehinweis:

Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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