Bioenergy4Business – A project for the uptake of solid biofuels in promising European heat market segments

Das Projekt zielt auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung, die die lokale Wertschöpfung und die Energieversorgungssicherheit erhöht – durch Reduktion von Importen fossiler Energie aus politisch instabilen Regionen.

Die Österreichische Energieagentur hat das EU-Projekt "Bioenergy4Business" gemeinsam mit 12 internationalen Projektpartnern entwickelt und erfolgreich beim Horizon 2020 Call 2014-2015 zum Thema „Competitive Low Carbon Energy (LCE)“ eingereicht. Das Projekt startete im Jänner 2015 und wird bis August 2017 (32 Monate) durchgeführt.

Bestehende oder geplante, mit fossiler Energie (Öl, Gas, Kohle) befeuerte Kesselanlagen sollen durch neue Biomassekessel ersetzt werden, die auf Basis lokal verfügbarer Bioenergie (Holzhackgut, Stroh, Pellets) betrieben werden. Der Fokus liegt bei Erzeugung von Niedertemperatur- und Prozesswärme in größeren Kesseln für Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, größere Wohngebäude und beim Dienstleistungssektor sowie im Bereich der Fernwärmeerzeugung. Das Projektkonsortium umfasst – neben der Österreichischen Energieagentur als Koordinatorin – zwei nationale Biomasseverbände (ARBIO, BGBIOM) und den europäischen Biomasse-Verband (AEBIOM), sowie zwei forschungsorientierte Partner mit Umsetzungserfahrung im Bereich Bioenergie (DBFZ und DTI) und weitere Energieagenturen. Die Partner sind in Nord-, Süd-, Mittel- und Osteuropa ansässig (in Finnland, Dänemark, Niederlande, Deutschland, Österreich, Slowakei, Kroatien, Griechenland, Polen, Rumänien, Bulgarien und Ukraine).

Es erfolgt ein Know-how-Transfer von Finnland (Holz), Dänemark (Stroh) und Österreich/Deutschland (Pellets, Holz) nach Süd- und Osteuropa. Zielgruppen sind Eigentümer und Betreiber von größeren Heizungsanlagen (> 100 kW Nennleistung, für Eigenversorgung und/oder Fernwärme), Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Bioenergie sowie politische EntscheidungsträgerInnen.

Potenzielle InvestorInnen, BetreiberInnen und ProjektentwicklerInnen von Biomasseanlagen in den vielversprechenden Marktsegmenten sollen dazu über die Chancen und Vorteile der Nutzung von bisher ungenutzter, örtlich vorhandener Biomasse anstatt fossiler Energie umfassend gezielt informiert und geschult werden. Die am Beginn des Projekts identifizierten vielversprechenden Marktsegmente sollen die Absatzmärkte für größere Biomassekessel erweitern. Dabei sollen auch bisher gegebenenfalls weniger gebräuchliche Biobrennstoffe wie Holzhackgut, Pellets oder Stroh genutzt werden. In allen Zielländern ist dazu eine intensive Zusammenarbeit mit wesentlichen Marktakteuren geplant.

Konkrete Arbeitsergebnisse des Projektes sind Informationen über vielversprechende Marktsegmente, die Marktchancen und -potentiale die hierbei in den Zielländern gegeben sind, Tools für eine sorgfältige technische und wirtschaftliche Bewertung, Planung und Umsetzung solcher Projekte (von der Brennstoffbeschaffung bis hin zur energetischen Verwertung für Wärmezwecke) sowie Best-Practice Geschäfts- und Finanzierungs-Modelle.

Neben einer Projektwebseite, www.bioenergy4business.eu, mit Informationen und Projektberichten werden europaweit Fachartikel verfasst und Broschüren aufgelegt. In 11 Partnerländern finden jeweils zwei National Info Days, drei 2-tägige Trainings-Seminare (Planung, Technik, Ökonomik sowie Geschäftsmodelle und Field Trips, getrennt für Wirtschafts- und Fernwärmebetriebe) und zwei Stakeholder-Workshops (bzgl. Verbesserung der Rahmenbedingungen) statt. Während der Projektlaufzeit werden Initiativen begleitet und beraten. Zwei mehrtägige Studienreisen nach Finnland (Schwerpunkt Holz) und Dänemark (Schwerpunkt Stroh) runden die Aktivitäten ab.

Weitere Informationen und Downloads zu diesem Projekt:

              

 

Vorträge und Seminare im Rahmen des Projektes:


Bioenergy4Business „Biomasse-Umstiegs-Rechner“

Heizkostenvergleich bei Neuanlagen und Amortisation eines Wechsels von fossiler Wärme (Öl, Gas) auf Biowärme (Pellets, Hackgut) aus Anlagen mittlerer Kesselleistung

Die Österreichische Energieagentur hat im Rahmen des von der EU geförderten Horizon 2020 Projekts www.bioenergy4business.eu einen innovativen, für Sie kostenlosen, Biomasse-Umstiegs-Rechner zur Prüfung von Investitionen in Biowärmeanlagen (Niedertemperatur für Raum- und Prozesswärme sowie für Warmwasser) entwickelt.

Der Biomasse-Umstiegs-Rechner ermöglicht eine benutzerfreundliche Durchführung einer techno-ökonomischen Machbarkeitsanalyse (Pre-feasibility Level) für Biomasseheizungsanlagen. Mit Hilfe des einer diskontierten Cash-Flow Analyse (abgezinste Zahlungsüberschüsse aus dem betrachteten Investitionsprojekt) ermöglicht das Tool einen Vergleich mit einem qualitativ äquivalenten, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizsystem. Anwendungsgegenstand dieses Excel-Werkzeugs sind Heizungsanlagen zur betrieblichen Einzelversorgung, aber auch Heizungsanlagen mit Warmwasserleitungen zur Versorgung von externen WärmekundInnen (Mikronetze oder Fernwärmenetze).

Der Umstiegs-Rechner beinhaltet Anlagen-Dimensionierungshilfen und Referenzwerte für Investitionen in alle erforderlichen Komponenten (von mit fossilen oder Holz-Brennstoffen befeuerten) Anlagen von 100 kW bis 10.000 kW Nennleistung (zur objektinternen oder leitungsgebundenen Wärmeversorgung). Für sämtliche Anlagenkonfigurationen sind auch Referenzkosten für laufende, jährliche Ausgaben enthalten. Sämtliche im Tool enthaltene Referenzwerte wurden für Österreich (und 11 weitere europäische Partnerländer durch die jeweiligen Projektpartner) mit Kostenstand 2015 erhoben.

Im Excel-Tool ist eine Bedienungsanleitung (Manual) integriert. Für sämtliche Berechnungsblätter und das Manual stehen 10 Sprachen zur Wahl.

Zum Download des Berechnungs-Tools füllen Sie bitte das Registrierungsformular aus und folgen Sie dem kurzen Registrierungsprozedere.“

Hier können Sie den Biomasse-Umstiegs-Rechner downloaden.

„Neben einem leeren Berechnungs-Tool und der Nutzungsinstruktion (bitte beachten) finden Sie im Downloadbereich auch zwei mit dem Umstiegsrechner ausgeführte Pre-Feasibility Studien (bzw. zwei ausgefüllte Berechnungs-Tools und Dokumentationen in englischer Sprache).

Es handelt sich um einen Wirtschaftlichkeitsvergleich für eine neue

  • 0,4 MW Heizungsanlage zur betrieblichen Wärmeversorgung eines Hotels (Holzhackgut verglichen mit Heizöl)
  • 4,9 MW Nahwärmeanlage mit einem ca. 8 km langen Wärmenetz (Holzhackgut verglichen mit Erdgas).

Beide Studien basieren auf in Österreich schon vor 2016 in Betrieb befindlichen Biomasseanlagen. Es wird analysiert, ob diese Biomasseanlagen auf Basis tatsächlich realisierter Investitionen und Österreichischer Energiepreisen des Jahres 2016 (d.h. bei vergleichsweise niedrigen Preisen für fossile Energie) wiederrum realisiert werden hätten könnten.“

Zuletzt noch ein paar statistische Daten zum Ölverbrauch in Österreich:
In Österreich verbrauchen Heizungsanlagen mittlerer Größe im Wohnbau, im Dienstleistungssektor, in der Industrie und in der Landwirtschaft etwa 400 Mio. Liter Öl pro Jahr (ca. 4mal so viel wie die Energiemenge aus dem Donaukraftwerk Freudenau).

Diesem Ölverbrauch stehen in Österreich – über die derzeitige Nutzung hinaus – ca. 300 bis 800 Mio. Liter Öl-äquivalent nachhaltig verfügbares Energieholz gegenüber.

Energieholz (Hackgut, Pellets, Brennholz, Rinde etc.) ist in Österreich bereits der wichtigste erneuerbare Energieträger – nicht zuletzt deshalb, weil es günstig und im Gegensatz zu Öl und Gas regional und sicher verfügbar ist. Bei vollständigem Ersatz aller Ölheizungen im mittleren Leistungsbereich könnten in Österreich 1,4 Mio. t CO2-äq/a vermieden werden. Das entspricht dem jährlichen CO2-äq-Ausstoß von 0,6 Mio. Autos.

 

 

Funded by the Horizon 2020 Framework of the European Union

 

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 646495. Any communication activity related to the action reflects only the author’s view. The European Union and its Innovation and Networks Executive Agency (INEA) are not responsible for any use that may be made of the information any communication activity contains.