BOILeff – effizientere Heizungen durch optimale Installation

35% der europäischen Endenergie werden für Raumwärme verbraucht, in Österreich sind es rund 28%. Die Effizienzpotenziale sind aber noch längst nicht ausgeschöpft, wie das aktuelle Projekt "BOILeff" zeigt.

Wien, 29. September 2009 - 35% der europäischen Endenergie werden für Raumwärme verbraucht, in Österreich sind es rund 28%. Die Effizienzpotenziale sind aber noch längst nicht ausgeschöpft, wie das aktuelle Projekt "BOILeff" zeigt.

Technologisch sind Heizkessel heute bereits sehr fortgeschritten, Potenzial gibt es aber noch bei der Installation von Heizungssystemen.

Die Untersuchungen aus dem EU-Projekt BOILeff, das von der Österreichischen Energieagentur bundesweit umgesetzt wird, zeigen, dass hochwertige Heizungsinstallationen zwischen 8 und 20 % effizienter sind als herkömmliche. Dadurch könnten in Österreich jährlich 2,8 % der Endenergie oder rund 4,7 Mio. Tonnen CO2äq. eingespart werden.

Im Projekt BOILeff wurden 13 hocheffiziente Heizungsanlagen jeweils mit Gas, Öl, Pellets und Stückholz installiert, anschließend wurde deren Effizienz gemessen. Ähnliche Feldtests wurden auch in den Partnerländern Ungarn, Deutschland, Spanien und Griechenland durchgeführt.

Ziel des Projektes war neben der Effizienzmessung auch die Entwicklung und Evaluierung marktrelevanter Instrumente, um die Verbreitung hocheffizienter Heizungsinstallationen zu forcieren.

Zu diesem Zweck wurden Qualitätskriterien erarbeitet, in denen die wesentlichen Merkmale einer hocheffizienten Heizung zusammengefasst wurden.
Diese Standards sollen Teil des Angebots des Installateurs werden. Der Kunde kann dadurch zwischen Best- und Billigstangebot unterscheiden.

Weiters wurden drei Methoden entwickelt, durch die sich der Jahresnutzungsgrad und die jährlichen Energieeinsparungen von Heizungsanlagen nach dem Qualitätsprotokoll prognostizieren lassen. Mit dieser Garantieerklärung wird Installateuren die Möglichkeit gegeben, ihren Kunden einen hohen Jahresnutzungsgrad der Installation zu garantieren und damit die Mehrinvestition in ein hocheffizientes Heizungssystem attraktiver zu machen.

Für die Kunden ergeben sich daraus mehrere Vorteile:

Höhere Jahresnutzungsgrade, also effizientere Energieumwandlung
Geringeren Brennstoffverbrauch und geringere Emissionen
Bessere Qualität und Nutzungskomfort
Aber auch die Installateure profitieren durch die Sichtbarkeit qualitativ hochwertiger Installationen am Markt und können sich somit besser von Billigstangeboten abgrenzen.

Ergebnisse aus BOILeff
Die nach dem erarbeiteten Qualitätsprotokoll installierten Heizungsanlagen sind durchschnittlich um 11 Prozentpunkte effizienter als neue Standardinstallationen. Die untersuchten Gasheizungen erreichen im Schnitt einen Jahresnutzungsgrad von 89,6% bezogen auf den Brennwert (bzw. 99,5% bezogen auf den Heizwert), die Ölheizungen 85,0% bzw. 90,1%; bei Pelletsheizungen können Jahresnutzungsgrade von 90,6% (heizwertbezogen) erreicht werden, bei Stückholzanlagen 75,2% (ebenfalls heizwertbezogen).

Allein durch den Heizungstausch in 12 österreichischen Testhaushalten konnten jährlich knapp 96.000 kWh Energie und über 36 Tonnen CO2äq. eingespart werden. Durch den Austausch des österreichischen Heizungsbestandes durch hocheffiziente Heizungen gemäß Qualitätsprotokoll könnte der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Österreich um bis zu 8.300 GWh und die Treibhausgasemissionen um bis zu 4,74 Mio. Tonnen CO¬2äq. jährlich gesenkt werden.

Die österreichischen Feldtests haben gezeigt, dass die erarbeitete Garantieerklärung den gemessenen Jahresnutzungsgrad in allen österreichischen Testobjekten auf 3 Prozentpunkte genau vorhersagen kann.

Im Zuge des Projektes wurde ein Netzwerk von 78 Haushalten und 36 innovativen Installateuren aufgebaut, die an der Umsetzung von Qualitätsprotokoll und Garantieerklärung interessiert sind. In weiterer Folge sollen die beiden Marktmechanismen bei den österreichischen Installateuren und damit auch in den Haushalten weitere Verbreitung finden. Ein weiteres Ziel ist, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre Förderrichtlinien für Heizkessel in Zukunft nach der Erfüllung der Kriterien des Qualitätsprotokolls sowie der Garantieerklärung ausrichten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und den Landesinnungen Wien und Niederösterreich wurde damit bereits ein erster wichtiger Schritt gesetzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der BOILeff-Projektwebsite.

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-131
E-Mail: pr(at)energyagency.at

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