Energiepreise für private Haushalte: Jahresrückblick 2015

Turbulentes Jahr für Energiepreise: Mineralölprodukte am stärksten betroffen, Ausgaben der privaten Haushalte für Energie sinken auf 6-Jahrestief

Im Jahresdurchschnitt 2015 ging der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Energiepreisindex (EPI) um 7,3 % gegenüber 2014 zurück; 2014 hatte der EPI im Jahresvergleich um 2 % nachgegeben. Nach einem leichten Aufschwung zu Jahresbeginn ging der EPI ab der zweiten Jahreshälfte 2015 stark zurück und erreichte im Dezember 2015 den niedrigsten Stand seit Juli 2010.  

Im Gegensatz zum EPI stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) im Jahresvergleich zwar um 0,9 %, verbuchte damit aber den schwächsten Anstieg seit 2009. Bereinigt um die energierelevanten Positionen würde der Anstieg des VPI im Jahresdurchschnitt 1,7 % gegenüber 2014 betragen.

Mineralölprodukte

Der Preis von Heizöl Extra Leicht (EL) ging am stärksten von allen im EPI abgebildeten Energieträgern zurück: er sank gegenüber 2014 um 20 %, was im Jahresvergleich die stärkste Preisreduktion seit 2009 darstellt.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch bei den Treibstoffpreisen, die im Durchschnitt um 12,6 % günstiger wurden: der Preis für Dieselkraftstoff ging mit -13,8 % etwas stärker zurück als für Superbenzin (-10,9 %). Dadurch erreichte der Preisabstand zwischen den beiden Treibstoffen im Juli 2015 ein Maximum von 15 Cent pro Liter, das heißt Dieselkraftstoff war in diesem Monat um fast 15 Cent billiger als Superbenzin. Ende 2015 erreichten die Preise für Diesel und Superbenzin den niedrigsten Stand seit Februar 2010.

Die starken Rückgänge der Mineralölprodukte folgten zum Großteil den Entwicklungen am internationalen Ölmarkt. Der internationale Ölpreis (Brent) ging im Jahresvergleich stark zurück (-47 %; 2014: -8,8 %) und stand im Dezember 2015 auf einem 10-Jahrestief von USD 38 pro Barrel.

Wärmeversorgung

Nach den Preissenkungen im April und Oktober 2015 war der Gaspreis gesamt im Jahresdurchschnitt um 0,5 % niedriger als 2014. In den Jahren 2013 und 2014 war der Preis um 0,3 % bzw. 0,2 % zurückgegangen.

Der Fernwärmepreis stieg im Jahresvergleich um 3,1 % und somit etwas stärker als 2014 (+2,6 %). Hauptverantwortlich dafür war ein erhöhter Anstieg beim Arbeitspreis (+3,4 % im Jahr 2015 vs. +2,8 % 2014).

Im Zuge der Preissteigerung im November 2015 verteuerten sich die festen Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts & Holzpellets) um 1,1 % im Vergleich zu 2014. Allerdings war das der schwächste Preisanstieg seit 2008. Hauptverantwortlich dafür waren Rückgänge bei den Preisen für Holzbriketts und Holzpellets, welche im Jahresvergleich um 3 % bzw. 4,8 % billiger wurden. 2014 waren beide noch um 1,5 % bzw. 3,5 % über dem jeweiligen Vorjahresniveau gelegen. Auch der Brennholzpreis stieg deutlich schwächer an (+2,2 %) als im Jahr 2014 (+4,8 %).

Strom

Nachdem der Gesamtstrompreis im Jahr 2014 unverändert geblieben war, stieg er im Jahresdurchschnitt 2015 mit 0,5 % leicht an. Bei den einzelnen Preiskomponenten gab es allerdings unterschiedliche Entwicklungen: Während es zu Rückgängen bei den Arbeitspreisen kam (-4,4 % im Durchschnitt), wurden diese Einsparungen durch Erhöhungen der nicht energierelevanten Komponenten (u.a. Ökostrompauschale) überwiegend wettgemacht.

Ausgaben der privaten Haushalte für Energie sanken 2015 auf 6-Jahrestief

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur lagen die Gesamtausgaben der österreichischen Haushalte für Energie im Jahr 2015 bei 10,35 Mrd. Euro. Dies ergibt Jahresausgaben von durchschnittlich EUR 2.712 brutto pro Haushalt. Im Vergleich zu 2014 bedeutet das einen Rückgang von 0,7 %. Damit fielen die Gesamtausgaben der privaten Haushalte für Energie auf den tiefsten Stand seit 2009.

Abhängig vom Einsatzbereich der Energieträger kam es allerdings zu unterschiedlichen Entwicklungen. In der Kategorie Mobilität (Diesel und Superbenzin) gingen die Ausgaben um 8,3 % zurück. Vor allem der starke Preisrückgang ab der zweiten Jahreshälfte 2015, aber auch der stagnierende Verbrauch können für diese Entwicklung verantwortlich gemacht werden.

Dagegen stiegen die Ausgaben für Heizen (Heizöl, Gas, Fernwärme, Brennholz) um 7,6 % an, was auf einen kälteren Winter und zum Teil höhere Preise ausgewählter Heizenergieträger (Fernwärme, Brennholz) zurückgeführt werden kann. Laut Statistik Austria stieg die Anzahl der Heizgradtage im Jahr 2015 um 11,6 %; 2014 waren die Heizgradtage um 19,2 % zurückgegangen. 

Betrachtet man die gesamten Stromkosten, so blieben diese im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil. Im Durchschnitt gab 2015 jeder österreichische Haushalt knapp EUR 760 bzw. 1 % mehr für Strom aus als 2014.

Von den Gesamtausgaben entfielen 28,1 % auf Strom (2014: 27,6 %), 34,4 % auf Heizen (2014: 31,7 %) und 37,6 % auf Mobilität (2014: 40,7 %).

 

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indices beteiligten Experten haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

Rückfragehinweis:

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-110
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at