Dieselkraftstoff treibt Energiepreisindex

Haushaltsenergie um 1,7 % teurer als vor einem Jahr, im Vergleich zum Vormonat um 1,4 % gestiegen

Wien, 15. Juni 2018 – Österreichs Haushalte zahlten im April 2018 um 1,7 % mehr für Energie als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum Vormonat März stieg der Energiepreisindex (EPI) um 1,4 %. „Verglichen mit der allgemeinen Teuerung von 1,0 % im Zeitraum März bis April wirkte der Energiepreisindex wieder leicht preistreibend“, sagt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Größte Steigerung für Heizöl

Für Heizöl lag mit einem Plus von 4,2 % im Monatsvergleich die größte Preissteigerung vor, auch im Jahresvergleich lag es an der Spitze (+ 7,8 %). Damit lag dieser Energieträger nicht nur deutlich über dem Wert des Vorjahres, sondern auch über der allgemeinen Teuerungsrate (+2,6 %).
Für eine 3000 Liter Tankfüllung musste man im April im Mittel rund 120 Euro mehr zahlen als noch im Vormonat März. Im Jahresvergleich (April 18 – April 17) lag der mittlere Preis um fast 200 Euro über dem Vorjahreswert. Die langjährige Betrachtung (siehe Abbildung 1 zeigt, dass man von den Preisspitzen in den Jahren 2012 und 2013 noch deutlich entfernt ist, obwohl in den vergangenen zwei Jahren ein eindeutiger Trend nach oben erkennbar ist.


Abbildung 1: Langjährige Preisentwicklung von Heizöl

Treibstoffe im April als Inflationstreiber

Die Treibstoffe sind im April mit + 2,9 % gegenüber März überproportional teurer geworden. Im Jahresvergleich (April 18 – April 17) sind Treibstoffe um 3,4 % gestiegen. Das entspricht einer mittleren Teuerung von etwa 0,3 % pro Monat.
Einzeln betrachtet: Die Preise für Diesel stiegen im Monatsvergleich um 2,8 % und im Jahresvergleich sogar um 4,4 %. Für Superbenzin lassen sich ähnliche Entwicklungen beobachten. Gegenüber dem Vormonat stieg der Index für Superbenzin um 3,0 %, im Jahresvergleich um 1,7 %.

Diesel hauptverantwortlich für Energiepreissteigerungen

Auf Rohöl basierende Energieträger, insbesondere Treibstoffe, haben im EPI eine hohe Bedeutung, zeigt Abbildung 2 „41 % der Gewichtung des Index sind Treibstoffen zuzuschreiben, zusammen mit Heizöl ist es sogar fast die Hälfte. Daher reagiert der EPI besonders empfindlich auf Preisschwankungen dieser Energieträgerkategorien, die aus den Entwicklungen am internationalen Rohölmarkt resultieren“, erklärt Traupmann.


Abbildung 2: Gewichtung der Energieträger innerhalb des EPI          

Auch wenn Heizöl die deutlichsten Preissteigerungen aufwies, hat dennoch ein anderer Energieträger den größten Einfluss auf den EPI. „Analysiert man, wie viel die einzelnen Energieträger zur allgemeinen Energiepreissteigerung beitragen, zeigt sich die hohe Bedeutung von Diesel: Alleine dieser Kraftstoff hat den gesamten April-EPI im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 % steigen lassen“, führt Traupmann weiter aus. Ebenfalls deutlichen Einfluss auf die Änderungsrate hatten auch Heizöl und Brennholz; Strom und vor allem Gas haben sich dämpfend auf den EPI ausgewirkt.


Abbildung 3: Einfluss der einzelnen Energieträgerkategorien auf den gesamten EPI im April 2018.

Abbildung 3 setzt die Änderung der einzelnen Energieträgerkategorien (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) in Relation zu ihren Gewichtungen. Die Höhe des Balkens entspricht dabei dem absoluten Einfluss auf die Änderungsrate des EPI im April. In Summe ergibt sich eine Gesamtsteigerung der Energiepreise um 1,7 %. Dadurch wird veranschaulicht, dass den EPI nicht nur die Preisänderungen der einzelnen Energieträger, sondern auch die jeweilige Gewichtung der Kategorien maßgeblich beeinflussen. „Für einen einzelnen Haushalt spielt die Gewichtung im EPI natürlich nur bedingt eine Rolle. Hier kommt es darauf an, ob man den entsprechenden Energieträger überhaupt verwendet und zum Beispiel einen Diesel-Pkw zu Hause hat“, führt Traupmann aus. „Konkret wurde für einen Haushalt mit Dieselfahrzeug eine 50-Liter-Tankfüllung gegenüber dem April des Vorjahres um rund 3 Euro teurer. Wer einen Benziner fährt, musste 1,50 Euro mehr ausgeben“, rechnet Peter Traupmann vor.

Entspannung auf dem Holzmarkt

Erstmals seit acht Monaten fiel der Index für feste Brennstoffe. Im Vergleich zum Vormonat März wurde ein leichtes Minus von 0,6 % verzeichnet. Im Jahresvergleich April 18 – April 17 blieb ein Plus von 5,8 %. Die Preise für Holzbriketts und Brennholz sanken im Monatsvergleich um 0,8 % bzw. 0,7 %. Im Jahresvergleich verzeichnete Brennholz ein Plus von 6,9 % und Holzbriketts von 5,6 %. Auch die Preise für Holzpellets sanken im April mit 0,2 % leicht. Im Jahresvergleich lagen sie mit 2,8 % knapp über der allgemeinen Teuerungsrate von 2,6 %.


Abbildung 4: Feste Brennstoffe im Jahresvergleich

Fernwärme teurer als vor einem Jahr, Strom und Gas billiger

Gegenüber dem Vormonat stieg der Preis von Fernwärme um 0,1 % an. Im Jahresvergleich ergab sich ein Plus von 1,4 %. Anders zeigte sich das Bild bei Strom und Gas: Bei Strom gab es im Vergleich zum Vorjahresapril einen Preisrückgang von 0,4 %, bei Gas sogar eine Reduktion um 5,9 %. Im Monatsvergleich waren weder bei Strom noch bei Gas Änderungen zu verzeichnen.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft sowie die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Der Schwerpunkt Energieintelligenz dreht sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
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