EM 2010 - Österreichische Energieagentur startet Projekt zu betrieblichem Energiemanagement

Die Österreichische Energieagentur leitet seit Anfang des Jahres ein Projekt zur Umsetzung von Energiemanagement in Österreich - EM 2010. Ziel ist es, den Energieverbrauch in Industrie- und Gewerbebetrieben nachhaltig zu senken.

Wien, 1. 4. 2009 - Die Österreichische Energieagentur leitet seit Anfang des Jahres ein Projekt zur Umsetzung von Energiemanagement in Österreich - EM 2010. Ziel ist es, den Energieverbrauch in Industrie- und Gewerbebetrieben nachhaltig zu senken. Das Projekt läuft bis November 2010 und wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert. Durchgeführt wird EM 2010 gemeinsam mit den beiden Beratungsunternehmen KEC und OEKV im Rahmen des Programms NEUE ENERGIEN 2020.

Der Energieverbrauch in Österreichs produzierender Wirtschaft stieg von 1997 bis 2007 um 29 % - obwohl mögliches Einsparpotenzial in Industrie- und Gewerbebetrieben gegeben ist. Bis zu 30 % Energie können bei spezifischen Anwendungen gespart werden!

Warum wird das Potenzial bis dato trotzdem nicht ausgeschöpft? Eine Umfrage der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Jungend und Familie ergab im Wesentlichen zwei Gründe:

•60 % der befragten EnergiemanagerInnen nannten akuten Zeitmangel als Begründung.
•40 % der Energiebeauftragten sahen die hohen Erwartungen an die Amortisationszeiten als Hemmnis.

Effizientes Energiemanagement soll diese Barrieren nun auf betrieblicher Ebene verringern. "Die Erfahrung aus anderen EU-Ländern zeigt uns, dass Energiemanagement nur durch geeignete politische Rahmenbedingungen und entsprechende Anreize breit eingeführt werden kann", so Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.

Österreichische Unternehmen mit gutem Beispiel voran
Energiemanagement versteht sich als ein Konzept, das neben Energiecontrolling auch Schulungen, Beschaffungsvorgaben, Maßnahmenpläne und eine strukturierte Einbindung des Managements umfasst.

Der Sojaproduzent Mona Oberwart, der Pharmahersteller Sandoz, der Textil-Logistiker Wozabal, der Flachdichtungsproduzent Rich, Klinger Dichtungstechnik und der Kärntner Landesfeuerwehrverband gehen schon mit gutem Beispiel voran. Sie beteiligen sich finanziell am Projekt EM 2010 und erhalten dafür von den Projektpartnern Kanzian Engineering & Consulting GmbH (KEC) und dem Österreichischen Energiekonsumenten Verband (OEKV) umfassende Beratungsleistungen beim Aufbau eines Energiemanagements. Als Grundlage dafür dient der neue Entwurf zur europäischen Norm für Energiemanagementsysteme, der EN 16001.

Einige der Vorreiterbetriebe haben bereits umfangreiche Maßnahmen auf organisatorischer und technischer Ebene gesetzt: So wurden Einsparziele vereinbart, Energieteams eingerichtet und der Energieverbrauch im Detail analysiert. Auf technischer Ebene wurden Prozesse optimiert, Druckluftsysteme analysiert oder die Abgastemperatur bei Dampfkesselanlagen reduziert. Die Unternehmen erwarten sich aus dem Projekt EM 2010 aber noch weitere Unterstützung bei der Ablaufoptimierung, um den Energieverbrauch in ihrem Betrieb noch stärker senken zu können.

Hohes Sparpotenzial für Österreich
Eine genaue Analyse der Erfahrungen bzw. erzielten Effekte der Unternehmen durch die Einführung des Managementsystems soll die Auswirkungen von Energiemanagement auf die jeweiligen Betriebe deutlich machen. 80 Telefoninterviews mit Energiebeauftragten und 20 betriebliche Vor-Ort-Checks dienen als Beurteilungsgrundlage des Status quo von Energiemanagement in österreichischen Betrieben. Aus diesen Daten soll 2010 dann das österreichweite Potenzial abgeleitet werden. In Dänemark zeigte eine Auswertung aus dem Jahr 2005, dass Unternehmen nach der Implementierung von betrieblichem Energiemanagement durchschnittlich mindestens 5 bis 10 % an Energie sparen konnten.

Für eine flächendeckende Umsetzung von Energiemanagement werden mögliche Zertifizierungssysteme für Österreich geprüft, die Betrieben einen weiteren Anreiz bieten sollen. Im Rahmen des Projektes EM 2010 gibt es dazu mit allen relevanten AkteurInnen Vorgespräche. Die Erarbeitung von Vorschlägen zur Berücksichtigung der Umsetzung der europäischen Norm "EN 16001" in öffentlichrechtliche Vorgaben in Österreich stellt daher einen wesentlichen Teil des Projektes EM 2010 dar.

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
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