Energie im April 2020 um 6,1 % günstiger als vor einem Jahr

• Heizöl um fast ein Viertel billiger
• Treibstoffpreise auf Langzeittief
• Gegenüber dem Vormonat zahlten Haushalte für Energie um 2,2 % weniger

Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

Wien, 24. Juni 2020
– Während der Verbraucherpreisindex (VPI) im Monatsvergleich unverändert blieb, gab der Energiepreisindex (EPI) im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 2,2 % nach. „Hauptverantwortlich für diesen Rückgang war die Preisentwicklung bei Heizöl und Treibstoffe. Das ist vor allem auf die anhaltend niedrige Nachfrage zurückzuführen,“ erklärt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.
Im Jahresvergleich ist der EPI noch stärker gefallen: „Österreichische Haushalte zahlten im April 6,1 % weniger für Energie als vor einem Jahr. Der Verbraucherpreisindex ist in diesem Zeitraum hingegen um 1,5 % gestiegen“, so Traupmann. Damit wirkten die Energiepreise in Summe inflationsdämpfend.

Eine Tabelle mit dem Monats- und Jahresvergleich der einzelnen Energieträger finden Sie hier.

Preisrückgang bei Heizöl setzte sich fort

Seit Juni 2019 zeigt der Trend nach unten, seit Anfang 2020 ist ein durchgehender Preisrückgang der Ölpreise zu beobachten: Sie liegen um 6,2 % unter dem Vormonatswert und um 23,6 % unter dem Niveau vom April 2019. Das seien aber keine guten Nachrichten, so Traupmann: „Ölkessel haben im Vergleich zu anderen Heizsystemen die höchsten Treibhausgasemissionen. Daher ist es Ziel der Bundesregierung, dass die mehr als 600.000 derzeit noch bestehenden Ölkessel bis 2035 durch eine Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger ersetzt werden.“ Dieses Vorhaben wird mit den niedrigen Ölpreisen nicht einfacher, das Klimaschutzministerium (BMK) stellt allerdings mit der „Raus aus Öl“-Förderung beträchtliche Mittel für den Umstieg zur Verfügung und einzelne Bundesländer stocken diese Förderung noch deutlich auf. „Das ist in Summe ein attraktives Angebot für einen Heizungstausch und Ölheizer sollten sich auch an die Preissprünge nach oben erinnern: Denn der Heizölpreis folgt im Wesentlichen und oft sogar ohne größere zeitliche Verzögerungen dem Rohölpreis und man ist damit von Geopolitik und Krisen abhängig“, erklärt Traupmann. (Zusatzinfo: Details CO2-Emissionen der Heizsysteme)

Eine Grafik der Entwicklung der Heizölpreise seit 2016, finden Sie hier.

Treibstoffpreise auf Langzeittief

Die Preise für Superbenzin sind gegenüber dem Vormonat um 4,9 % gesunken und jene für Diesel um 4,3 %. Im Jahresvergleich liegen die Preise für beide Treibstoffe um fast 15 % niedriger.
„Langfristig betrachtet befinden sich die Preise damit deutlich unter dem Niveau der letzten Jahre und in etwa auf dem Stand von 2016“, sagt Peter Traupmann und ergänzt: „Ein Blick auf die Rohölmärkte lässt erkennen, dass die Preise nach dem dramatischen Einbruch im April wieder moderat zu steigen beginnen. Wie schnell dieser Trend auch an den Zapfsäulen bemerkbar wird, lässt sich noch nicht prognostizieren. Aktuell sind die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau.“

Leichter Anstieg der Strompreise

Die Haushaltspreise für Strom sind im Monatsvergleich mit einem Plus von 0,5 % leicht gestiegen. Im Jahresvergleich lagen sie damit um 6,9 % über dem Wert vom April 2019. Dieses Preisplus ist neben höheren Energiekosten zu einem Teil auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Grafik: So setzt sich der Strompreis für Haushalte zusammen).

Gas und Fernwärme im Monatsvergleich stabil

Bei Gas und Fernwärme zeigte sich im Monatsvergleich keine Preisänderung. Im Jahresvergleich lag der Preis von Fernwärme um 0,7 % über dem Vorjahreswert. Die Gaspreise waren gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % niedriger.

Leichter Preisrückgang bei Brennholz und Pellets

Der Preis für Brennholz fiel im Monatsvergleich um 0,3 %. Auch Holzpellets sind um 1,0 % günstiger. Verglichen mit dem April 2019 liegen die Preise beider Energieträger über dem Vorjahresniveau, wobei jene für Brennholz um 2,7 %, und jene für Holzpellets um 1,8 % zugelegt haben.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: www.twitter.com/at_AEA

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