Energie im Mai 2020 um fast 10 % günstiger als im Vorjahr

• Gegenüber April 2020 zahlten Haushalte um 2,6 % weniger für Energie
• In beiden Fällen sind dafür deutlich niedrigere Treibstoff- und Heizölpreise verantwortlich

 

Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.

 

Wien, 21. Juli 2020 – Die Auswirkungen der Coronakrise sind auch im Energiepreisindex (EPI) für den Mai 2020 sichtbar: Im Jahresvergleich sank der EPI um 9,5 %. „Trotz der Kürzung der Erdölförderung durch die OPEC+ schlägt die Corona bedingt geringere Nachfrage deutlich auf die Preise der Erdölprodukte durch. Und diese wiederum beeinflussen den Energiepreisindex sehr stark. Im Mai zeigen die Erdölpreise aber bereits wieder nach oben, was mit der beginnenden wirtschaftlichen Erholung in China, dem nach den USA global größten Ölverbraucher, zu erklären ist. In den nächsten Monaten werden wir daher auch wieder steigende Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sehen“, erklärt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.



Im Vergleich zum Vormonat sank der EPI ebenfalls, mit 2,6 % zum vierten Mal in Folge. Die Energiepreise wirkten damit inflationsdämpfend auf den Verbraucherpreisindex (VPI), der gegenüber April 2020 um 0,6 % nachgab. Auch darauf hatten die niedrigeren Treibstoff- und Heizölpreise wesentlichen Einfluss. Der Preis von Superbenzin sank um 5,3 %. Diesel wurde um 5,2 % billiger, Heizöl um 4,6 %. Im Jahresvergleich lagen die Preise für Heizöl um ganze 28,9 % niedriger, Superbenzin war um 22,1 % und Diesel um 20,4 % günstiger als im Mai 2019.

Trotz niedriger Ölpreise den Weg zur Klimaneutralität konsequent fortsetzen

Auf Grund der Covid-19 Beschränkungen führten die günstigeren Spritpreise jedoch zu keinem Mehrverbrauch. Im Gegenteil: Die Bewegungsanalysen für die letzten Monate zeigten eine durchschnittliche Abnahme der Mobilität von bis zu 30°%, in urbanen Zentren sogar von bis über 40°%. Schon allein auf Grund der Bedeutung des Verkehrs ist damit in der Energie- und Treibhausgasbilanz für 2020 ein Minus gegenüber dem Jahr 2019 zu erwarten. „Von dieser positiven Entwicklung sollten wir uns aber nicht täuschen lassen“, warnt Traupmann: „Wie das Beispiel der Finanzkrise 2008 zeigt, ist die Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Folge einer geringeren Wirtschaftsleistung nur ein temporärer Effekt. Die Klimakrise wird dadurch nicht gelöst werden. Krisenzeiten sind aber auch Anlass für Veränderungen: Beim Weg aus der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise ist beabsichtigt Milliarden-Beträge zu investieren, die auch dazu beitragen sollen, die Abhängigkeit unseres Energiesystems von Öl, Kohle und Erdgas zu überwinden.“

Brennholz und Pellets im Monatsvergleich günstiger

Der Preis für Holzpellets sank im Monatsvergleich um 2 % und der Preis für Brennholz um 1,4 %. Verglichen mit dem Mai 2019 lagen die Preise höher: Für Holzpellets um 1,5 % und für Brennholz um 1,4 %.

Stabile Strom-, Gas- und Fernwärmepreise

Die Haushaltspreise für Strom, Gas und Fernwärme sind im Monatsvergleich gleichgeblieben. Im Jahresvergleich lag der Strompreis um 6,9°% über dem Wert vom Mai 2019. Dieses Preisplus ist neben höheren Energiekosten zu einem Teil auf gestiegene Netzentgelte zurückzuführen (Grafik: So setzt sich der Strompreis für Haushalte zusammen). Fernwärmepreise sind im Jahresvergleich um 0,7 % leicht gestiegen, während die Gaspreise um 0,7 % gesunken sind.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: www.twitter.com/at_AEA

Bitte beachten Sie die datenschutzrechtlichen Informationen für die Verarbeitung Ihrer Daten. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung und Cookie-Policy