Energieforschungserhebung 2018: Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich um 4,7 Mio. höher als im letzten Jahr

Die Ausgaben werden jährlich in allen Mitgliedsländern der Internationalen Energieagentur (IEA) detailliert erhoben. Der größte Teil der Aufwendungen floss in den Bereich „Energieeffizienz“, mit großem Abstand gefolgt von den Bereichen „Übertragung, Speicher und andere“ und „Erneuerbare Energie“.

Die von der Österreichischen Energieagentur erfassten Ausgaben der öffentlichen Hand für Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Energiebereich betrugen im Jahr 2018 € 144,1 Mio. Dies stellt eine Steigerung von € 4,7 Mio. bzw. 3,4 % verglichen mit dem Vorjahr dar.


Abb. 1: Zeitreihe der Energieforschungsausgaben der öffentlichen Hand 1977 bis 2018, nominell und inflationsbereinigt (Quelle VPI: Statistik Austria)        

Rund 1.000 Projekte und Aktivitäten wurden für 2018 erfasst. 72,7 % der Mittel wurden für angewandte Forschung eingesetzt, für experimentelle Entwicklung waren es 14,7 %. Erstmalige Demonstration mit 6,4 % und energiebezogene Grundlagenforschung mit 6,2 % stellen in dieser Betrachtung die Kategorien mit den kleinsten Anteilen dar.


Abb. 2: Einteilung der Gesamtausgaben 2018 nach Art der Forschung

An erster Stelle liegt – wie bereits in den Jahren zuvor – der Bereich „Energieeffizienz“ mit Aufwendungen von €  66,9 Mio., mit großem Abstand gefolgt von den Bereichen „Übertragung, Speicher und andere“ sowie „Erneuerbare Energie“ mit jeweils € 22,4 Mio. Knapp dahinter an vierter Stelle liegen die sog. „Querschnittsthemen“ mit € 21,9 Mio., in denen auch zahlreiche große Sektoren übergreifende Projekte der Programmlinie „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds erfasst wurden.


Abb. 3: Energieforschungsausgaben in Österreich 2018 gesamt nach dem IEA-Code

Verglichen mit dem Vorjahr verzeichneten die Bereiche Erneuerbare Energieträger und Energieeffizienz eine leichte Steigerung von jeweils ca. € 1 Mio. Sowohl die Subbereiche Smart Grids (Übertragung etc.) als auch die Speichertechnologien sind jedoch 2018 deutlich zurückgefallen. Mit einer Verdreifachung der Mittel zugelegt haben hingegen die Sektoren übergreifenden Projekte (die Fragestellungen des Transports und der Speicherung von Energie enthalten können), aber auch Wasserstofftechnologien mit einem Plus von € 7,4 Mio. Die Themenbereiche Fossile Energieträger und Kernenergie liegen in der Mittelausstattung vergleichsweise weit zurück und stellen auch keine Priorität der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich dar.

Rund drei Viertel der in diesem Bericht dargestellten Ausgaben im Jahr 2018 sind direkte Finanzierungen durch Förderstellen (Bund, Länder, Fonds). Den verbleibenden Anteil macht die mit Bundes- bzw. Landesmitteln grundfinanzierte Eigenforschung (durch sog. „Eigenmittel“) an Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie das Austrian Institute of Technology (AIT) aus.


Abb. 4: Energieforschungsausgaben in Österreich 2018 gesamt nach Institutionen

Der Klima- und Energiefonds ist seit 2008 und auch 2018 wieder die Institution mit den höchsten Finanzierungen der öffentlichen Hand für F&E. Nach dem Rückgang im Vorjahr erfolgte diesmal eine deutliche Steigerung auf € 63,3 Mio. – ein Betrag, der bisher noch nie erreicht werden konnte.

Die Bundesministerien stellten im Jahr 2018 – in der Höhe der Aktivitäten des Vorjahres – € 24,9 Mio. zur Verfügung. Davon können € 15,7 Mio. dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) zugeordnet werden. Deutlich zurück (minus € 9,9 Mio.) gingen hingegen die energieforschungsbezogenen Ausgaben der FFG-Basisprogramme (Österreichische Forschungsförderungs-gesellschaft).

Die von den Bundesländern für 2018 genannten Ausgaben stellten mit lediglich € 2,6 Mio. einen deutlichen Rückgang zum Jahr davor dar. Da das AIT deutlich weniger Eigenmitteleinsatz in der Energieforschung als noch in den Vorjahren meldete, gingen die Ausgaben der außeruniversitären Forschungseinrichtungen ebenfalls zurück – im Gegensatz zu den stark gestiegenen Eigenmittelaufwendungen der Universitäten, insb. der Technischen Universität Wien.

Die Österreichische Energieagentur wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie mit dieser Erhebung und Auswertung beauftragt.

Hier finden Sie den Bericht zum Download.

Hier die Präsentationen zum Bericht in deutsch und englisch.

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