Energiepreisindex auf 6-Monatstief

– Energie nicht mehr Inflationstreiber – Preisunterschied bei Treibstoffpreisen im Vergleich zum Vorjahr wird kleiner – Feste Brennstoffe und Fernwärme teurer

Wien, 26. Juni 2017 - Der Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte der Österreichischen Energieagentur gab gegenüber April um 0,8 % nach und erreicht im Mai 97,4 Index-Punkte (Basis 2015=100). Damit befindet er sich auf dem niedrigsten Stand seit November 2016 und einem 6-Monatstief.

Vor allem die Preise für Heizöl und Treibstoffe zeigten im Mai sinkende Tendenz, die stärker als in den Vormonaten ist. „Ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung im EPI sind die sinkenden Preise bei den Mineralölprodukten“, so die Analyse von Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Dabei spielt die verhältnismäßig hohe Gewichtung der Treibstoffe im EPI eine Rolle: „Superbenzin und Diesel machen 42 % des gesamten EPI aus, daher haben Preisveränderungen bei Treibstoffen hohe Auswirkungen auf den Index. Das bedeutet grundsätzlich: Sinken die Kosten für Treibstoffe, sinkt auch der EPI“, so Adrian Zelalic, Preisanalyst der Energieagentur. Abbildung 1 zeigt diesen Zusammenhang.


Abbildung 1: Korrelation von EPI im Vergleich zu den Treibstoffpreisen
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

Die jüngste Entwicklung im EPI ließ auch die seit Februar sinkenden Preisdifferenzen zum Vorjahr im Mai weiter schrumpfen. Im Jahresvergleich lag der EPI im Mai „nur“ noch 1,4 % höher als zum gleichen Zeitpunkt 2016. Seit Februar hat sich somit die Preisdifferenz um fast 6 Prozentpunkte reduziert.

Energie nicht mehr Preistreiber

Seit Jahresbeginn haben die Energiepreise laut Österreichischer Energieagentur im Schnitt mehr als 0,3 Prozentpunkte zur allgemeinen Inflation beigetragen. „Dieser Anteil hat sich allerdings aufgrund der letzten Preissenkungen auf null reduziert - Energie war daher im Mai nicht mehr Inflationstreiber“, erläutert Traupmann. Der Verbraucherindex (VPI) sank im Mai auf 1,9 % (2,1 % im April). Um Energie bereinigt würde der VPI im Jahresvergleich ebenfalls bei 1,9 % liegen. Damit ging der Beitrag von 0,2 Prozentpunkten im April, auf null im Mai zurück (siehe Abbildung 2).


Abbildung 2: Korrelation VPI und Energiebereinigter VPI
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

Heizöl sinkt weiter, im Jahresvergleich nur noch marginal teurer

Der Preis von Heizöl ging am stärksten von allen im EPI abgebildeten Energieträgern zurück. Er sank zum vierten Mal in Folge, im Vergleich zum Vormonat um 4,1 %. Das war auch der stärkste Rückgang seit Jänner 2016.

Die Preisdifferenzen zum Vorjahr haben sich im Mai stark verringert. So waren die Heizölpreise im Mai „nur“ noch 7,2 % höher als zum gleichen Zeitpunkt 2016. Zum Vergleich: Im April lag dieser Unterschied noch bei 21,2 %, im Februar sogar bei knapp über 34 %.

„Die Preisdifferenz bei Heizöl im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich nach wie vor durch den so genannten Basiseffekt, auch wenn dieser bereits eindeutig abgenommen hat. Zu Jahresbeginn 2016 war der Ölpreis nämlich außerordentlich niedrig. Die Preise stiegen dann langsam, hatten jedoch geringe Auswirkung auf die Vergleichsbasis, die weiterhin niedrig blieb – das ist der Grund für die derzeit noch verhältnismäßig hohen Preisdifferenzen“, so Zelalic. Der Experte erwartet allerdings aufgrund der zuletzt fallenden Heizölpreise das Ende der großen Preisunterschiede in den kommenden Monaten.

Treibstoffpreise: Stärkster Rückgang seit August 2016

Auch die Treibstoffpreise insgesamt gingen im Mai um 1,3 % zurück und waren damit so günstig wie zuletzt im Dezember 2016. Dabei sank der Preis für Diesel mit 1,7 % stärker als jener von Superbenzin (-0,7 %). Bei Diesel war es die vierte Verbilligung in Folge.

Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur erhöhte sich auch die Preisschere zwischen den zwei Treibstoffen im Mai auf 8,3 Cent/Liter (7,2 Cent/Liter im April). Gleichzeitig war das auch der höchste Preisabstand seit Juli 2016. Zu Jahresbeginn lag der Abstand noch bei 4,6 Cent/Liter.

Wie bei Heizöl haben sich die Preisdifferenzen zum Vorjahr auch bei den Treibstoffen im Mai mehr als halbiert. Im Vergleich zu Mai 2016 mussten private Haushalte für Treibstoffe knapp 5 % mehr bezahlen, im April lag dieser Wert noch bei fast 11 %. Im Vergleich zum Vormonat war Diesel um 5,9 % und Superbenzin um 3,8 % teurer.

Im Mai musste man daher für eine Tankfüllung von 50 Litern Diesel und Superbenzin nur mehr € 2,70 (für Diesel) bzw. € 1,90 (für Superbenzin) mehr als vor einem Jahr zahlen. Im April waren die Kosten noch um € 6,20 (für Diesel) bzw. € 4,50 (für Superbenzin) höher als im Jahr 2016. Damit haben sich die absoluten Mehrkosten im Jahresvergleich verringert.

Strom und Gas unverändert, feste Brennstoffe teurer

Die Fernwärme-, Strom-und Gaspreise blieben im Mai unverändert. Feste Brennstoffe wurden im Monatsvergleich um 0,7 % teurer. Ausschlaggebend dafür waren Preisänderungen bei Holzpellets (+3,2 %), Brennholz (+1,3 %) und Holzbriketts (+0,7 %).

Im Jahresvergleich war Strom um 5,3 % günstiger. Der Gaspreis blieb auch niedriger, allerdings reduzierte sich der Preisabstand von 3,4 % im April auf 1,4 % im Mai. Ausschlaggebend dafür war die Senkung der Gaspreise im Mai 2016. Gegenüber Mai 2016 war Fernwärme um 3,9 % teurer. Feste Brennstoffe waren im Jahresvergleich um 1,2 % teurer

Haftungsausschluss

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Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie liegen dabei auf der visionzero einer fossilfreien Zukunft, der Transformation des Energiesystems in Richtung Energieintelligenz und den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des BMLFUW – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMWFW die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.


Die Österreichische Energieagentur feiert 2017 ihr 40-Jahres Jubiläum. Das Jubiläumsjahr mit dem Thema ENERGY 2027>> steht ganz im Zeichen der Energiezukunft. Wie werden wir im Jahr 2027 global und lokal Energie erzeugen, verteilen und nutzen? Der Zeitraum scheint kurz, aber angesichts der disruptiven und exponentiellen Entwicklungen ist heute nicht absehbar, wie unsere Energie-Welt in zehn Jahren tatsächlich aussieht und vor welchen Herausforderungen sie dann stehen wird. Weitere Informationen unter www.energyagency.at/energy2027

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher MAS
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
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