Energiepreisindex fällt im Jänner 2019 weiter: Nur mehr 3 % über Vorjahresniveau

• Hauptursache sind gesunkene Treibstoffpreise
• Strom um 4 % teurer als vor einem Jahr: Anstieg bei Strom-Großhandelspreisen Rückgang bei Ökostromförderbeitrag und Netzkosten dämpfen Mehrkosten für Haushalte


Hier finden Sie ein kurzes Video zum aktuellen Energiepreisindex.Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden. Gerne senden wir Ihnen das Videomaterial auch ohne Logos.



Wien, 22. März 2019
– Im Jänner 2019 ist der Energiepreisindex gegenüber Dezember 2018 um 2,1 % gefallen. Das allgemeine Preisniveau sank im selben Zeitraum lediglich um 0,8 %. Die Energiepreise haben somit den Rückgang des allgemeinen Preisniveaus verstärkt. Im Jahresvergleich Jänner 2018 zu Jänner 2019 stieg das allgemeine Preisniveau mit einem Plus von 1,7 % geringer als die Energiepreise (+ 2,8 %). „Der Anstieg der Energiepreise, den wir im Herbst beobachten konnten, wurde durch die jüngsten Preisrückgänge weitestgehend ausgeglichen. Damit liegen die Energiepreise insgesamt wieder auf dem Niveau der vergangenen Jahre“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, und ergänzt: „Diese Entwicklung ist zu großen Teilen parallel zur Entwicklung der Erdölprodukte, also Diesel, Superbenzin und Heizöl, verlaufen. Auch für diese waren zuletzt deutliche Preisrückgänge zu beobachten, die auf die im letzten Quartal 2018 deutlich gesunkenen Rohölpreise zurückzuführen sind.“


Abb. 1: Entwicklung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Energiepreisindex, Jänner 2015–Jänner2019

Strom um 4 % teurer als vor einem Jahr

Im Monatsvergleich blieb der Strompreis mit einem leichten Minus von 0,1 % stabil. Im Jahresvergleich zahlten Haushalte jedoch um 4 % mehr. Ausschlaggebend dafür sind deutlich höhere Großhandelspreise, gleichzeitig haben aber geringere Netzkosten sowie Steuern und Abgaben den Preisanstieg eingebremst. Auf diese für den Strompreis der Haushalte relevanten Komponenten wird im Folgenden näher eingegangen.

Mehr als reine Energiekosten: So setzt sich der Strompreis zusammen

Bei der Stromrechnung eines Haushalts entfällt nur ein Teil der Kosten auf Stromproduktion und Stromvertrieb, kurz Energiekosten. Diese machen rund ein Drittel des Gesamtpreises aus. Das zweite Drittel entfällt auf die Netzkosten und damit auf die Kosten für den Aufbau und Erhalt der Übertragungs- und Verteilnetze. Das dritte Drittel ist dem Bereich „Steuern und Abgaben“ zuzuschreiben. Dieser beinhaltet die Beiträge zur Förderung von Ökostrom und der Kraft-Wärme-Kopplung, die Elektrizitätsabgabe und die Umsatzsteuer.


Abb. 2: Bestandteile der Stromrechnung für Haushaltskunden, Jänner 2019

Verdopplung des Großhandelspreises für Strom trifft auch Haushalte

Im Jahresvergleich Jänner 2019 gegenüber Jänner 2018 haben sich Preise auf den Großhandelsmärkten beinahe verdoppelt. (Weitere Informationen dazu bietet der Österreichische Strompreisindex der Österreichischen Energieagentur.) Das wirkte maßgeblich auf die Energiekostenkomponente der Haushalte. Strom wurde im Großhandel teurer ‑ verantwortlich dafür waren gestiegene Preise für Rohstoffe, wie etwa Steinkohle oder Gas, und für EU-Emissionszertifikate. Darüber hinaus haben auch die gestiegene Nachfrage dank guter Konjunktur und die niedrigen Pegelstände, die im Bereich der Wasserkraft aber auch bei Transportkapazitäten für Kohle Auswirkungen zeigten, zu einer Verschärfung beigetragen. Zudem hat auch die Auftrennung der gemeinsamen Preiszone von Österreich und Deutschland seit 1. Oktober 2018 eine Rolle beim Preisanstieg gespielt.
Etliche der Energieversorger haben darauf reagiert und Preiserhöhungen für Haushalte angekündigt oder bereits durchgeführt.

Geringere Steuern und Abgaben sowie Stromnetzentgelte dämpfen den Preisstieg

Ohne die Kostenreduktionen bei den anderen Komponenten des Strompreises wäre die Strompreissteigerung für die Haushalte noch höher ausgefallen – sie profitierten von fallenden Netzkosten sowie Steuern und Abgaben. „2019 ist der Ökostromförderbeitrag für den durchschnittlichen Haushalt gegenüber 2018 um fast ein Drittel gesunken“, rechnet Traupmann vor und ergänzt: „Der Anteil aller Steuern und Abgaben liegt heuer bei 36,5 % und damit um 2,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.“ Die Netzkosten für Haushaltskunden blieben im Jahresvergleich 2018-2019 im österreichischen Mittel relativ stabil, regional gab es jedoch erhebliche Unterschiede[1]. „Für den durchschnittlichen österreichischen Haushalt sanken die Stromnetzentgelte um 1,3 % im Vergleich zum Vorjahr“, so Traupmann.

Entspannung bei Treibstoffen und Heizöl

Die Treibstoffpreise sind im Monatsvergleich zurückgegangen. Die Preise für Superbenzin sanken dabei im Monatsvergleich um 5,1 % und lagen damit um 2,3 % unter dem Wert des Vorjahrjänners. Der Preis für Diesel fiel um 4,2 % im Monatsvergleich. Im Jahresvergleich blieb ein Plus von 3,1 %. Auch Heizöl sank von Dezember auf Jänner um 3,6 %. Im Jahresvergleich reduzierte sich der Preisabstand zum Vorjahr auf 2,2 %. Ausschlaggebend dafür war eine Stabilisierung der Rohölmärkte im Jänner. Der Preis schwankte dabei knapp über der wichtigen 60 $/bbl -Marke.

Brennholz im 10 % teurer als vor einem Jahr

Der Preis von Brennholz stieg im Jänner gegenüber Dezember um 0,8 %. Im Jahresvergleich kam Brennholz auf ein Plus von 9,6 %. Holzpellets waren ebenfalls um 0,8 % teurer als im Vormonat. Im Jahresvergleich zeigte sich ein Plus von 4,0 %.

Fernwärme und Gas jeweils rund 2 % teurer als im Jänner 2018

Fernwärme kostete im Jänner 2019 um 0,1 % mehr als im Vormonat. Im Jahresvergleich legte Fernwärme um 2,4 % zu.
Der Gaspreis fiel im Monatsvergleich um 1,5 %, im Jahresvergleich zeigte sich ein Plus von 1,5 %.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Als Kompetenzzentrum für Energie konzentriert sie sich auf drei strategische Schwerpunkte: missionzero, transformation und energieintelligenz.
Beim Schwerpunkt missionzero verfolgt die Österreichische Energieagentur das langfristige Ziel, mit Strategieentwicklung und der Umsetzung von konkreten Maßnahmen die Zukunft fossilfrei zu gestalten. Beim Schwerpunkt transformation des Energiesystems setzt sie sich mit den damit verbundenen Umbrüchen und profitablen Geschäftsmöglichkeiten in den energierelevanten Branchen auseinander. Im Rahmen der energieintelligenz beschäftigt sie sich mit dem smarten und flexiblen Energiesystem der digitalen Zukunft.
Im Vordergrund steht die Steigerung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit.
Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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[1] Eine genaue Erläuterung sowie eine graphische Darstellung der Änderungen sind auf der Webseite der E-Control zu finden.

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