Energiepreisindex im April unverändert, kleine Schwankungen bei Energieträgern

Heizölpreise niedriger, im Jahresvergleich jedoch hoch – Treibstoff, Strom und Gas stabil – Feste Brennstoffe billiger, Fernwärme teurer

Wien, 12.06.2017 – Der Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte der Österreichischen Energieagentur blieb im April gegenüber März unverändert bei 98,2 Index-Punkten (Basis 2015=100). Bei den Preisen der unterschiedlichen Energieträgern gab es allerdings eine gemischte Entwicklung: „Während die Preise für Treibstoffe, Strom und Gas gegenüber März unverändert blieben, sank der Preis für Heizöl leicht. Feste Brennstoffe wurden ebenfalls günstiger, Fernwärme hingegen teurer – damit blieb der Energiepreisindex in Summe stabil“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur die jüngsten Entwicklungen.

Preisdifferenz zum Vorjahr schwächt im April weiter ab
Im Jahresvergleich war der EPI um 4,4 % höher als im April 2016 (siehe Abbildung 1). Damit hat sich auch der Preisabstand zum Vorjahr weiter verringert, denn der EPI lag im ersten Quartal 2017 um durchschnittlich 6,3 % höher als im gleichen Zeitraum 2016.

Seit Jahresbeginn haben die Energiepreise laut Österreichischer Energieagentur im Schnitt mehr als 0,3 Prozentpunkte zur allgemeinen Teuerung beigetragen und wirken sich somit als Preistreiber auf die Inflation aus. „Dieser Anteil ist allerdings aufgrund stabilerer Energiepreise auf 0,2 Prozentpunkte im April gesunken“, erläutert Traupmann. Der Verbraucherindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 2,1 % (Abbildung 1). Um Energie bereinigt würde der VPI im Jahresvergleich bei „nur“ 1,9 % liegen, so die Berechnungen der Österreichischen Energieagentur damit steuerte Energie insgesamt 0,2 Prozentpunkte zur allgemeinen Teuerung im April bei.

Heizöl billiger, im Jahresvergleich aber teurer
Der Heizölpreis sank im April gegenüber März um 0,4 % und somit zum dritten Monat in Folge. „Ohne außergewöhnliche Ölpreisentwicklungen oder Witterungsbedingungen verfolgen die Heizölpreise typischerweise einen saisonal bedingten Verlauf: Über die Sommermonate sinken sie, bevor sie normalerweise vor der Heiz- und Wintersaison wieder anziehen. Deswegen nutzen auch viele Konsumenten die Gelegenheit, ihre Heizöltanks im Sommer für die kommende Wintersaison aufzufüllen“, so Adrian Zelalic, Preisanalyst bei der Österreichischen Energieagentur.

Allerdings kann aus heutiger Sicht mit großer Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die Heizölrechnung heuer höher ausfallen wird als im Vorjahr. Denn gegenüber April 2016 sind die Heizölpreise um 21 % gestiegen. Diese Entwicklung ist laut dem Experten auf die außerordentlich niedrigen Preise im Vorjahr zurückzuführen. „Derzeit beobachten wir einen sogenannten Rebound Effekt, denn im Vergleichszeitraum des Vorjahres standen die Heizölpreise auf einem mehr als 10-Jahrestief“, so Zelalic. Konkret bedeutet das: Wer seinen Tank im April mit 3,000 Liter befüllen wollte, musste heuer laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur 360 Euro mehr bezahlen als im April 2016.


Abbildung 1: Veränderung von EPI und VPI gegenüber dem Vorjahresmonat
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur


Treibstoffpreise: Unverändert gegenüber März

Insgesamt blieben die Treibstoffpreise im April auf dem gleichen Niveau wie im März. Während sich der Preis für Superbenzin um 0,5 % verteuerte, ging Diesel um 0,3 % zurück. Diese Entwicklung führte dazu dass sich die Preisschere zwischen den zwei Treibstoffen im April auf 7,2 Cent erhöhte. Super war also im April um 7,2 Cent/Liter teurer als Diesel. Gleichzeitig war das auch der höchste Preisabstand seit Juli 2016. In März lag der Abstand noch bei knapp unter 6 Cent.

Im Vergleich zum April 2016 mussten private Haushalte für Treibstoffe knapp 11 % mehr zahlen. Dabei war Diesel um 12,4 % bzw. Superbenzin um 8,6 % teurer als zum gleichen Zeitpunkt 2016. „Für eine Tankfüllung von 50 Liter bedeutet das im Vergleich zum Vorjahr Mehrkosten von knapp € 6,20 bei Diesel beziehungsweise € 4,50 bei Superbenzin“, so die Analyse von Zelalic.

Strom & Gas unverändert, Holz billiger, Fernwärme teurer
Die Strom-und Gaspreise blieben im April das zweite Monate infolge unverändert, Fernwärme verteuerte sich hingegen um 0,3 %. Im Jahresvergleich waren die Strom- und Gaspreise um 5,3 % bzw. 3,4 % günstiger. Gegenüber April 2016 war Fernwärme um 3,8 % teurer das ist der höchste Anstieg im Jahresvergleich seit August 2015.

Feste Brennstoffe wurden gegenüber März um 0,4 % billiger. Ausschlaggebend dafür waren Verbilligungen bei Holzpellets (-2,4 %) und Holzbriketts (-0,8 %), während Brennholz leicht teurer (+0,3 %) wurde.
Im Jahresvergleich wurden Feste Brennstoffe hingegen um 0,5 % teurer.

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Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie liegen dabei auf der visionzero einer fossilfreien Zukunft, der Transformation des Energiesystems in Richtung Energieintelligenz und den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des BMLFUW – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMWFW die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.


Die Österreichische Energieagentur feiert 2017 ihr 40-Jahres Jubiläum. Das Jubiläumsjahr mit dem Thema ENERGY 2027>> steht ganz im Zeichen der Energiezukunft. Wie werden wir im Jahr 2027 global und lokal Energie erzeugen, verteilen und nutzen? Der Zeitraum scheint kurz, aber angesichts der disruptiven und exponentiellen Entwicklungen ist heute nicht absehbar, wie unsere Energie-Welt in zehn Jahren tatsächlich aussieht und vor welchen Herausforderungen sie dann stehen wird. Weitere Informationen unter www.energyagency.at/energy2027

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher MAS
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Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
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