Energiepreisindex im März erstmals wieder über „Vor-Corona”-Niveau

• Haushalte zahlen für Energie 5 % mehr als vor einem Jahr
• Erdölprodukte hauptverantwortlich für den Anstieg des Energiepreisindex
• Auch bei niedrigen Heizölpreisen gibt es günstigere Heizsysteme

 

Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) mit unserer Expertin Karina Knaus zu den Entwicklungen des Energiepreisindex im Jahr 2020

 

Wien, 27. April 2021 – Die Energiepreise für Haushalte verzeichneten im März 2021 gegenüber dem Vormonat ein Plus von 2,5 %. Die Inflationsrate stieg mit + 1,1 % ebenfalls. Im Jahresvergleich kletterten die Preise für Haushaltsenergie erstmals wieder über das Niveau vor der Coronakrise. Der Energiepreisindex lag mit einem Plus von 5,0 % deutlich über dem Stand von März 2020. Damit sind die Energiepreise weiterhin inflationstreibend.

Preise für Treibstoffe und Heizöl ziehen weiter an

Der stärkste Preisanstieg war bei Superbenzin und Diesel zu beobachten. Diesel war im Monatsvergleich um 4,4 % teurer, Superbenzin um 4,9 %. Gegenüber dem März 2020 sind die Preise von Dieselkraftstoff um 6,1 % und von Superbenzin um 7,0 % gestiegen.

Nicht nur die Preise der Treibstoffe, sondern auch jene für Heizöl legten zu. Heizöl zeigte im Monatsvergleich ein Plus von 3,3 %. Im Jahresvergleich lagen die Preise um 3,5 % über dem Wert vom März 2020.

Heizkostenvergleich: Ölheizung selbst bei niedrigen Heizölpreisen kein billiges Heizsystem

Zum Ende der Heizsaison zieht Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, ein Fazit: „Auch, wenn im vergangenen Winter die Preise für Heizöl so niedrig wie das letzte Mal vor 5 Jahren waren, ist diese nach Kohle klimaschädlichste Variante des Heizens keineswegs billig. Betrachtet man die Energiekosten, befand sich die Öl-Brennwert-Heizung beim Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur bei einem durchschnittlichen, thermisch nicht sanierten Einfamilienhaus auch bei den niedrigen Heizölpreisen des Vorjahres nie unter den Top 3 der kostengünstigsten Heizsysteme.” (Grafik „Thermisch unsaniertes Gebäude“ - die Grafik ist interaktiv, es können auch nur die Energiekosten eingeblendet werden)

Im Neubau ist der Einbau von Ölkesseln auf Grund des Ölkesseleinbauverbotsgesetzes bereits seit dem Vorjahr unzulässig. Daher sind die Energiekosten die relevante Vergleichsgröße für Vergleiche des Kesselbestands. Genau auf diesen Bestand zielt die „Raus aus Öl und Gas“ Förderungsaktion des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie: Sie soll Betrieben und Privaten den Umstieg von einer klimaschädlichen, mit Öl- oder Erdgas betriebenen Raumheizung auf ein nachhaltiges Heizungssystem erleichtern. Insgesamt stehen für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungssysteme in den kommenden zwei Jahren 750 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei werden einkommensschwache Haushalte, die mit 20 Prozent ihres verfügbaren Einkommens etwa das Fünffache für Energie ausgeben als ein „durchschnittlicher Haushalt“, gezielt beim Umstieg unterstützt.

Darüber hinaus gelte es Traupmann zu folge auch die Preisschwankungen, die regelmäßig durch internationale Ereignisse ausgelöst werden (siehe Grafik), zu bedenken. So kostete etwa eine Tankfüllung mit 3.000 Litern im März 2021 im Schnitt schon um fast 110 Euro mehr als noch im Jänner.

Nur geringe Veränderungen bei Pellets und Brennholz

Im Vergleich zum Februar 2021 blieben die Preise für Holzpellets unverändert, im Jahresvergleich waren sie 1,8 % günstiger. Die Preise für Brennholz verzeichneten ein kleines Plus von 0,1 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem März 2020 sind die Preise für Brennholz um 0,6 % gesunken.

Preise für Fernwärme relativ stabil, Gas und Strom teurer als im Vorjahr

Die Haushaltspreise für Fernwärme blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 1,0 % niedriger. Die Gaspreise stiegen im März 2021 um 1,3 %. Im Jahresvergleich lagen die Preise damit um 2,2 % über dem Wert vom März 2020. Die Haushaltspreise für Strom blieben im März unverändert und lagen im Jahresvergleich um 5,6 % höher.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.

Rückfragehinweis
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
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