Energiepreisindex Juli 2018: Energie um 8 % teurer als vor einem Jahr

• Höhere Treibstoffpreise bedeutendste Preistreiber im Verbraucherpreisindex
• Nur geringe Veränderungen der Energiepreise gegenüber Juni 2018
• Strompreise unter Druck

Wien, 03. September 2018 – Im Juli 2018 kostete Energie um 7,9 % mehr als im Juli des Vorjahres. „Das liegt vor allem an den deutlich höheren Preisen für Treibstoffe und Heizöl. Diese haben nicht nur den Energiepreisindex im Jahresabstand nach oben getrieben, sondern waren neben den gestiegenen Ausgaben für Wohnungsmieten und Zigaretten auch wesentlich für den Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) um 2,1 % verantwortlich“, so Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur.
Gegenüber dem Vormonat Juni ist der Energiepreisindex (EPI) mit einem Minus von 0,3 % leicht rückläufig und es zeigen sich auch bei den einzelnen Energieträgern durchwegs nur geringe Preisveränderungen. „Im Monatsvergleich haben die Energiepreise also preisdämpfend auf den VPI, der um 0,2 % gesunken ist, gewirkt. Dieser Effekt wirkt sich allerdings nur in sehr geringem Ausmaß aus“, erläutert Traupmann die kurzfristige Entwicklung.

Heizöl: Fast 26% teurer als im Vorjahr

Im Jahresvergleich zeigten die Heizölpreise ein deutliches Plus von 25,9 %. Für eine 3.000-Liter-Tankfüllung musste der Konsument im Juli 2018 zwar rund 80 Euro weniger bezahlen als im Vormonat Juni. Im Vergleich zum Vorjahr waren es immerhin fast 490 Euro mehr.
Im Monatsvergleich Juni – Juli 2018 kam es mit - 1,1 % nach einem dreimonatigen Anstieg zu einem leichten Sinken der Preise für Heizöl.

Treibstoffpreise weiterhin vergleichsweise hoch

Der Preis für Superbenzin lag im Jahresvergleich um 12,3 % höher, während der Preisabstand zum Vorjahresmonat bei Diesel sogar 16,7 % betrug. Eine 50-Liter-Tankfüllung Diesel kostete somit im Jahresvergleich im Schnitt 8,50 Euro mehr als vor einem Jahr, Superbenzin immerhin rund 7,00 Euro. Auf Grund ihres Gewichts im EPI und VPI (Details hier) gehören die Treibstoffe im Jahresvergleich auch zu den wesentlichen Inflationstreibern.
Im Monatsvergleich fielen die Preise für Superbenzin und Diesel jeweils um 0,8 %.

Auch feste Brennstoffe über dem Vorjahresniveau

Im Jahresvergleich zeigte sich ein Plus von 10 % bei den Preisen für Brennholz. Holzpellets waren um 3,3 % teurer als im Juli 2017.
Gegenüber dem Vormonat Juni kam es bei Brennholz zu einem leichten Anstieg von 1 %, die Preise für Holzpellets gaben um - 0,5 % nach.

Kleines Preisplus bei Fernwärme

Der Jahresvergleich wies für Fernwärme ein leichtes Plus von 1,4 % gegenüber dem Juli des Vorjahres auf. Im Monatsvergleich kam es zu keinen Preisveränderungen.

Gaspreise günstiger als im Vorjahr

Der Gaspreis zog zwar mit einem Plus von 0,2 % im Vergleich zum Vormonat leicht an, im Jahresvergleich lag der Gaspreis aber um 5,7 % niedriger als im Juli 2017. Hier wirkt noch immer die Reduktion der Netzgebühren für Gas zu Beginn 2018.

Strompreise unter Druck

Im Juli 2018 lagen die Strompreise geringfügig unter dem Vorjahresniveau (- 0,1 %), im Monatsvergleich war ein Anstieg um 0,4 % zu verzeichnen, der auf die jüngsten Tarifanpassungen zurückzuführen ist. Eine relativ lange Periode mit stabilen Strompreisen scheint damit nunmehr ein Ende zu finden. „In den vergangenen Monaten haben die Strompreise auf den Großhandelsmärkten deutlich angezogen. Kunden und Kundinnen mit indexierten Produkten spüren diese Erhöhung der Preise bereits in ihrer Stromrechnung. Aber auch Tarife mit Fixpreisen wurden bereits angehoben beziehungsweise wurden Preissteigerungen angekündigt“, erläutert Traupmann.

Strompreiszonentrennung , Hitzewelle und mehr

Diese Entwicklung lässt sich sehr gut an Hand des von der Österreichischen Energieagentur erstellten „Österreichischen Strompreisindex“ (ÖSPI) nachvollziehen, der auf den Großhandelspreisen für elektrische Energie aufbaut. Im September 2018 liegt der ÖSPI auf höchstem Stand seit Februar 2014 und um 26 % höher als im Vorjahr (Siehe hier). Für diese Preissteigerungen gibt es mehrere Gründe:
- Zusätzliche Stromnachfrage für Klimaanlagen und Kühlgeräte (Stichwort „Hitzewelle Sommer 2018“)
- Leistungseinbußen bei Laufwasserkraftwerken bedingt durch die anhaltende Trockenheit
- Kraftwerksausfälle und höhere Preise für Kohle sowie CO2-Emissionszertifikate.

Auch die bevorstehende Strompreiszonentrennung (Factsheet Strompreiszonentrennung) zwischen Deutschland und Österreich spielt eine Rolle. Dann wird der uneingeschränkte Handel von Strom auf einem gemeinsamen deutsch-österreichischen Marktplatz nicht mehr möglich sein. „Diese Trennung findet zwar erst am 1. Oktober 2018 statt, die Auswirkungen auf den Preis spiegeln sich aber bereits heute in den Erwartungen der Händler wider. Unsere Berechnungen zeigen aber, dass sich die Mehrkosten der Haushalte in einem moderaten Rahmen bewegen dürften, da nur der Energieanteil der Stromrechnung betroffen ist“, so Traupmann.

Info: Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Nur ein Teil entfällt auf die Stromproduktion selbst: Der Anteil des „Produkts“ Strom macht rund ein Drittel des Gesamtpreises aus. Das zweite Drittel deckt die Netzkosten ab. Das dritte Drittel entfällt auf Steuern und Abgaben (z.B. Umsatzsteuer, Ökostromförderung).



Grafik: Zusammensetzung des Strompreises, Haushalt mit Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom, Wien

Factsheet Strompreiszonentrennung

https://www.energyagency.at/fileadmin/dam/pdf/energie_in_zahlen/Factstheet_Strompreiszonentrennung_AEA.pdf

Österreichischer Strompreisindex (ÖSPI)

https://www.energyagency.at/fakten-service/energie-in-zahlen/strompreisindex.html


Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft. Die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Und die Energieintelligenz, die sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft dreht.
Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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