Fachtagung Biopolymere: Biokunststoff wesentlich für fossilfreie Zukunft

• Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen statt Erdöl
• Bioökonomie reduziert Treibhausgase und Abhängigkeit von importierten Rohstoffen
• Derzeit von 320 Millionen Tonnen Plastik nur 1 Prozent Biokunststoff, bis 2022 Plus von 20 Prozent bei weltweiter Produktionskapazität möglich
• Bis 2030 300.000 Jobs in Europa

Wien, 21. Juni 2018 – Ökologische Nachhaltigkeit und ökonomischer Nutzen müssen kein Widerspruch sein – im Konzept der Kreislaufwirtschaft ergänzen sie einander. Ökonomen berechnen etwa einen jährlichen Mehrwert in der Höhe von 1,8 Trillionen Euro für die Bereiche Mobilität, Lebensmittel und Bauen, wenn Europa ab 2030 auf Kreislaufwirtschaft setzt. Die effiziente Integration natürlicher und nachwachsender Ressourcen machen Biopolymere dabei zu einem essentiellen Baustein dieses Konzepts.
Aus diesem Grund haben der Kunststoff-Cluster und die Österreichische Energieagentur die Fachtagung „Biopolymere ‑ Der essentielle Baustein der „circular economy“ initiiert, die im Rahmen von klimaaktiv nawaro markt im Auftrag des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus durchgeführt wurde. Über 70 VertreterInnen aus Wirtschaft und Forschung zeigten dabei großes Interesse an den vielfältigen Themen, die von den Rahmenbedingungen der europäischen Gesetzgebung über die Rohstoffgewinnung und die Verarbeitung von Biokunststoffen bis hin zum Recycling reichten.
„Bioökonomie ist ein wesentlicher Eckpfeiler einer fossilfreien Zukunft. Dieser Strukturwandel hin zu einem Wirtschaftskreislauf, der nicht auf Erdöl, sondern auf nachwachsenden Ressourcen beruht, punktet mit zahlreichen Vorteilen: So werden die Emissionen schädlicher Treibhausgase reduziert, gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen“, erläutert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. „Bioökonomie kann hohe Wertschöpfung in Österreich schaffen und ist eine Chance für dauerhaftes wirtschaftliches Wachstum in einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten, weltweit kompetitiven Wirtschaft.“
„Die Kunststoffbranche ist ein Innovationsmotor, um die relevanten Themenstellungen der Gegenwart und Zukunft zu lösen. Bestes Beispiel dafür sind Biokunststoffe, die außergewöhnliche Eigenschaften mit dem Vorteil eines geringen CO2-Footprints kombinieren. Sie sind somit ein essentieller Teil der von der Europäischen Union forcierten Kreislaufwirtschaft. Im Cluster forcieren wir im Rahmen innovativer, überbetrieblicher Kooperationsprojekte die Vernetzung der Unternehmen und den wichtigen Know-how-Aufbau in den Betrieben“, betont Harald Bleier, ecoplus Clustermanager des Kunstoff-Cluster in Niederösterreich.

„Bio“ hat zwei Bedeutungen: Nutzung biobasierter Rohstoffe und „biologisch abbaubar“

Kristy-Barbara Lange, stellvertretende Geschäftsführerin von European Bioplastics, die die Key-Note der Veranstaltung hielt, ging in ihrem Vortrag auf das Potenzial von Biokunststoffen ein. Dabei betonte sie, dass die Eigenschaft „Bio“ zwei sehr unterschiedliche an der Wertschöpfungskette positionierte Nutzen thematisiere. Bio stehe für die Verwendung alternativer, biobasierter Rohstoffe für die Produktion von Kunststoffen. Das sei ein wichtiger, genereller Entwicklungsschritt im Zuge einer Defossilisierung der Kunststoffbranche. Zudem stehe Bio im Kontext des Abfallmanagements auch für die Eigenschaft „biologisch abbaubar“. Diese Eigenschaft könne für spezifische Produkte zusätzlichen Nutzen bieten, insbesondere bei der Bioabfallsammlung und bei organischem Recycling.


Kristy-Barbara Lange, stellvertretende Geschäftsführerin von European Bioplastics, hielt die Key-Note bei der vom Kunststoff-Cluster und der Österreichischen Energieagentur organisierten Fachtagung „Biopolymere ‑ Der essentielle Baustein der „circular economy“.
(Bildcredit: AEA/Höher)

Biokunststoff: bis 2022 Plus von 20 Prozent bei weltweiter Produktionskapazität möglich

Derzeit sind Lange zufolge nur etwa 1 Prozent der 320 Millionen Tonnen Plastik, die jedes Jahr erzeugt werden, Biokunststoff. Doch die weltweite Produktionskapazität von Biokunststoff werde bis 2022 um 20 Prozent steigen, von 2,05 Millionen Tonnen im Jahr 2017 auf ca. 2,44 Millionen im Jahr 2022. Große Bedeutung für Biokunststoff habe der Bereich der Verpackungen: Etwa 60 Prozent des Biokunststoffes wurden 2017 dafür verwendet, das werde auch 2022 der Fall sein. Mit entsprechenden Rahmenbedingungen könnten Lange zufolge die derzeit 23.000 Jobs im Bereich Biokunststoff in Europa auf 300.000 im Jahr 2030 ansteigen. „Eine starke Kreislaufwirtschaft braucht getrennte Sammlung und mechanisches sowie organisches Recycling. Auch Biokunststoffe werden davon profitieren“, zog Lange ihr Fazit. Nur eine Verbindung von Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft werde den technischen Kreislauf und den organischen Kreislauf schließen.

Über den Kunststoff-Cluster

Der Kunststoff-Cluster ist eine Initiative der Länder Oberösterreich und Niederösterreich. Dank der seit 2005 bestehenden bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit ist der Kunststoff-Cluster heute das größte Netzwerk für Kunststoff-Technologie in Europa. Trägerorganisationen sind ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, und die Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency

Die Österreichische Energieagentur (AEA) liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft sowie die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Der Schwerpunkt Energieintelligenz dreht sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft. Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur ist national und international tätig. Sie entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Die Österreichische Energieagentur setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Andreas Csar
ecoplus
Tel.: 02742-9000-19616
E-Mail: a.csar(at)ecoplus.at

Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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