Gemeinden setzen trotz Wirtschaftskrise auf lokalen Klimaschutz

e5, das klima:aktiv Programm für energieeffiziente Gemeinden, verzeichnet auch in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise beachtliche Erfolge: Sechs österreichische Gemeinden haben durch besonders innovative Maßnahmen im Klimaschutzbereich die höchste Auszeichnungsstufe „eeeee" erreicht und bewerben sich damit für den European Energy Award®Gold.

Wien, 7. 4. 2009 - Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise belasten Energiekosten die Budgets von Gemeinden erheblich. Wie aber können Klimaschutzmaßnahmen trotz knapper Haushalte in den Kommunen finanziert werden? Maßnahmen zur Energieeffizienz und damit verbundene Kostenreduktionen sind daher von hohem Interesse für Kommunen. e5, die nationale Variante des European Energy Award®, bietet den am Programm teilnehmenden Gemeinden Unterstützung, um ihre Energie- und Klimaschutzziele zu definieren und zu erreichen. Die Österreichische Energieagentur, das nationale Kompetenzzentrum für Energiefragen in Österreich, fungiert als Geschäftsstelle von e5 und koordiniert die österreichweiten Aktivitäten.

e5 - das Programm für energieeffiziente Gemeinden
e5 richtet sich an Gemeinden, die den effizienten Umgang mit der wertvollen Ressource Energie und die Nutzung erneuerbarer Energieträger in den Vordergrund stellen. Ähnlich einem Qualitätssicherungsverfahren in der Wirtschaft wurde e5 ins Leben gerufen, um für alle energieeffizienten Gemeinden in ganz Österreich einen einheitlichen, objektiven Standard zu gewährleisten und ein überregional anerkanntes Markenzeichen zu schaffen, das mit bis zu fünf „e“ eine Auszeichnung bietet, die die erfolgreiche Realisierung von Energieeffizienz abbildet. Ein umfangreicher Maßnahmenkatalog dient als Grundlage für die Evaluierung energierelevanter Aktivitäten durch unabhängige ExpertInnen, der sich die teilnehmenden Gemeinden in regelmäßigen Abständen unterziehen müssen. Dem Umsetzungsgrad entsprechend werden die Gemeinden mit bis zu fünf „e“ ausgezeichnet.

Innovative Maßnahmen für Energieeffizienz und Klimaschutz
Positive Beispiele für kommunale Energiepolitik gibt es in vielen e5-Gemeinden.

•Steiermark: Die e5-Stadt Weiz hat als erste außerhalb von Wien Abwärmenutzung aus Abwasser umgesetzt. Die Gemeinde Raabau will unter dem Motto „Glühbirnenfreiheit für Raabau“ die Raum- und Außenbeleuchtung zu 100 % auf Energiesparlampen umrüsten.
•Salzburg: Werfenweng veranstaltete vom 12. bis 15. 2. 2009 die Schlittenhunde - WM - mit dem Anspruch "Österreichs größte klimaneutrale Wintersportveranstaltung" durchzuführen.
•Kärnten: Die Passivhaussanierung der Volksschule der Kärntner Gemeinde Arnoldstein trägt zusätzlich zur regionalen Wertschöpfung bei, da die Sanierungsmaßnahmen mit erneuerbarem Baumaterial (Holz) aus der Region gemacht werden.
•Vorarlberg: Die e5-Gemeinde Langenegg schlägt mit ihrem im Frühjahr 2008 eröffneten Lebensmittelladen im Passivhausstandard zwei Fliegen mit einer Klappe: die Sicherung der Nahversorgung im Tausend-Einwohner-Dorf und das Vorantreiben einer nachhaltigen Energieversorgung im Ort, die durch die gemeindeeigene Biomasse-Nahwärme erreicht wird.
•Tirol: Virgen konnte den Kohlendioxid-Ausstoß im Bereich Raumwärme und Warmwasser um etwa ein Drittel, das sind 100 Tonnen CO2 bzw. 400.000 Liter Heizöl p.a. reduzieren.

e5-Gemeinden in Österreich
Derzeit ist das e5-Programm in sechs Bundesländern (Burgenland, Kärnten, Salzburg, Steirermark, Tirol und Vorarlberg) als ein zentrales Instrument für die Betreuung, Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden verankert, die den effizienten Umgang mit Energie in den Vordergrund stellen. Waren es 2007 österreichweit noch 57 Gemeinden mit 134 e, gibt es nach den abgeschlossenen Zertifizierungen im Vorjahr jetzt bereits 63 e5-Gemeinden und 155 verliehene "e".

e5 auf europäischer Ebene – Der European Energy Award
e5 gibt es als „European Energy Award“ auch auf europäischer Ebene. Neben Österreich, Deutschland und der Schweiz nehmen derzeit auch Gemeinden in Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Liechtenstein, Tschechien und Frankreich teil. Für den „European Energy Award“ in Silber qualifiziert sich eine Gemeinde ab einem Umsetzungsgrad von 50 %, das entspricht drei „e“. Erreicht die Gemeinde einen Umsetzungsgrad ab 75 % und wird mit fünf „e“ ausgezeichnet, ist sie für den European Energy Award Gold qualifiziert. Insgesamt haben in Österreich sechs Gemeinden die höchste Auszeichnungsstufe „eeeee" erreicht: Die Vorarlberger Gemeinden Mäder, Langenegg, Wolfurt und Zwischenwasser, die Tiroler Gemeinde Virgen sowie St. Johann aus Salzburg. Diese Gemeinden bewerben sich heuer für den European Energy Award®Gold, die höchste Stufe für energieeffiziente Gemeinden in Europa.

Über e5
e5 ist ein Programm im Rahmen von klima:aktiv, der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums. Als Geschäftsstelle von e5 koordiniert die Österreichische Energieagentur die österreichweiten Aktivitäten. Zentrale Ziele sind die Verbreitung des Programms in weitere Bundesländer, die Erhöhung der Anzahl der Gemeinden österreichweit, die Qualitätssicherung der Programminhalte und die Koordinierung mit der europäischen Ebene.

Rückfragehinweis
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Pressestelle
Tel.: +43 (0)1-586 15 24-131
E-mail: pr(at)energyagency.at