Haushalte zahlten im März um 3,6 % weniger für Energie als im Vormonat

• Heizöl und Treibstoffe deutlich günstiger als im Vormonat
• Gegenüber März 2019 Heizöl um 17 % billiger, Strom um 6 % teurer



Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) zum aktuellen Energiepreisindex. Wir freuen uns, wenn Sie dieses in die redaktionelle Berichterstattung einbinden.



Wien, 8. Mai 2020
– Der Energiepreisindex (EPI) ist im März gegenüber dem Vormonat um 3,6 % gesunken und liegt damit auf dem niedrigstem Wert seit einem Jahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist hingegen im Monatsvergleich mit 0,3 % leicht gestiegen. „Zurückzuführen ist der Rückgang der Energiepreise weiterhin auf die gesunkenen Preise der erdölbasierten Produkte Heizöl, Superbenzin und Diesel, die nicht zuletzt durch Corona und den Krisenzustand am Erdölmarkt deutlich unter Druck geraten sind“, analysiert Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, und ergänzt: „Treibstoffpreise sind seit Jahreswechsel um fast 10 % gesunken.“
Im Jahresvergleich ist der EPI um 3 % gefallen. Der Verbraucherpreisindex verzeichnet hingegen ein Plus von 1,6 %. In Summe wirken die Energiepreise damit inflationsdämpfend.

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Internationaler Rohölmarkt in der Krise

Die Preise für die europäische Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI hatten sich Ende März noch kurzzeitig erholt. Im April setzte sich die Talfahrt aber auf den Märkten weiter fort und führte am 20. April zu einem bisher historisch einmaligen Ereignis: Der Preis für die Ölsorte WTI rutschte erstmals in seiner Geschichte ins Minus. Das bedeutet, dass Verkäufer bereit waren, den Abnehmern von Rohöl Geld zu bezahlen. Terminkontrakte für WTI für den Monat Mai fielen zeitweise auf einen Preis von minus 40 Dollar pro Barrel. Ausschlaggebend hierfür war, dass am Dienstag, den 21. April, der Future-Kontrakt für den Monat Mai ausgelaufen ist. Händler, die diese Finanzinstrumente nur spekulativ handeln, haben daher versucht, sie zum Wochenstart zu verkaufen, da ihnen ansonsten eine tatsächliche Lieferung des Öls „gedroht“ hätte. Dafür haben sie hohe Verluste in Kauf genommen. Aus aktueller Perspektive handelt es sich dabei jedoch nur um einen einmaligen Effekt, der sich nicht so schnell wiederholen wird. Die Terminkontrakte für die Sorte WTI ab Juni werden bereits wieder mit positiven Preisen gehandelt.
„Große Auswirkungen auf die heimischen Märkte sind durch diese ungewöhnliche Entwicklung nicht zu erwarten, weil dafür die europäische Sorte Brent entscheidend ist. Aber auch Brent lag mit einem Preis von 9,12 Dollar pro Barrel am 21. April auf seinem historisch tiefsten Wert. Wir gehen daher davon aus, dass die Treibstoffpreise auch in den nächsten Wochen niedrig bleiben werden, schon weil die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie gering bleibt“, so Traupmann.

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Abbildung: Entwicklung der Rohölsorten Brent und WTI sowie der wichtigsten erdölbasierten Energieträger in Österreich

Deutlicher Preisrückgang bei Treibstoffen und Heizöl

Den stärksten Preisrückgang unter den erdölbasierten Produkten verzeichnete Heizöl. Der Preis ist im März gegenüber dem Februar 2020 um 9,1 % gesunken. Im Vergleich zum März 2019 lag der Heizölpreis um ganze 17,1 % niedriger. Die Preise für Superbenzin sind gegenüber dem Vormonat um 6,8 % gesunken und jene für Diesel um 7 %. Im Jahresvergleich war Superbenzin um 6,3 % und Diesel sogar um 9,6 % günstiger.

Strom, Gas und Fernwärme im Monatsvergleich stabil

Bei Strom, Gas und Fernwärme zeigte sich im Monatsvergleich keine Preisänderung. Im Jahresvergleich jedoch stieg der Preis von Strom um 6,3 % (Details zu den Strompreisen im Jänner EPI) und von Fernwärme um 0,7 %. Einzig die Gaspreise waren gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % niedriger.

Nur geringe Veränderungen bei Brennholz und Pellets

Der Preis für Brennholz stieg im Monatsvergleich um 0,2 %. Die Preise für Holzpellets sind mit einem Minus von 0,4 % leicht gesunken. Verglichen mit dem März 2019 liegen die Preise beider Energieträger höher, wobei jene für Brennholz um 2,9 %, und und jene für Pellets um 0,3 % zugelegt haben.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

https://www.energyagency.at/petajouleIm Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: www.twitter.com/at_AEA

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