Heißer Dampf für Energieeffizienz

35 erfahrene Energieberater aus ganz Österreich folgten der Einladung der Österreichischen Energieagentur, um best practise Beispiele und Know-how auszutauschen

40% des gesamten Brennstoffbedarfs in Österreich werden für die Erzeugung von heißem Dampf eingesetzt. In der Papier- und Chemieindustrie, der Lebensmittelerzeugung und in der Holzverarbeitung werden mit Dampfsystemen Produktionsprozesse und Wärmeversorgungsanlagen betrieben. Das klima:aktiv Programm energieeffiziente Betriebe und die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit arbeiten mit der Industrie um 10-15% Einsparpotential beim Betrieb der Dampfanlagen zu realisieren.

Wien, am 07. Juni 2011 - Mit mehreren Schulungen und Veranstaltungen zum Thema, zuletzt Ende April in Graz, sorgt die Österreichische Energieagentur für den Wissensaustausch zur Optimierung von Dampfkesseln und Dampfnetzen.
Energieberater und Unternehmensexperten aus ganz Österreich beteiligen sich dabei an der Suche nach Einsparpotentialen und der Steigerung der Energieeffizienz.

"In vielen Dampfanlagen liegt ungenutztes Einsparpotenzial brach", so Heinz Rieder, Vertriebsleiter von Bosch Industriekessel Austria, vormals Loos Austria. Allein durch Wärmerückgewinnung aus dem Abgas können je nach Ausgangslage bis zu 10% des Energieverbrauchs gespart werden. Bei der Regelung von Dampfanlagen vertrauen die meisten österreichischen Betriebe immer noch auf eine bisher übliche Stufenregelung. Rieder: „Hier können neue Regelsysteme durch Optimierung der Abgasverluste und Vermeidung von Verlusten beim Ein- und Ausschalten zusätzlich bis zu  5% der eingesetzten Energie eingespart werden “.

Michael Schirmer von Spirax Sarco: "Durch Leckagen in den Verteilernetzen und bei defekten Kondensatableitern kann Dampf im Wert von über 20.000 EUR pro Jahr und Kondensatableiter verloren gehen. Der Austausch der betroffenen Komponenten kostet in einer Größenordnung von 500,- EUR einen Bruchteil davon," dabei ist aber auch die richtige Installation und Auslegung der Armaturen und Kondensatableiter durch Experten eine Voraussetzung, sonst können Dampfverbraucher bis zu 30% der Leistung verlieren. "Eine regelmäßige (jährliche) Überprüfung aller Kondensatableiter verbunden mit einer Anlagenbegehung durch SPIRAX SARCO ist empfehlenswert.  Somit werden Kosten und Energie gespart."

Für Richard Wipp von VOIGT+WIPP Engineers ist der zusätzliche Einsatz von fossil betriebenen Dampferzeugern in Kombination mit Biomasseanlagen als Dampferzeuger in vielen Fällen nicht notwendig. Der parallele Betrieb von Dampferzeugern mit Biomasse und fossilen Brennstoff weist auf einen ungünstigen Betrieb der Biomassekessel hin. Neue Anlagenregelsysteme spielen insbesondere für Biomasseanlagen eine große Rolle und können die Kapazität signifikant steigern.

Zur Dokumentation und Schulung wurde erstmals aktuell ein Leitfaden "Dampfsystemaudits in Betrieben" vorgestellt. Dieser leistet Hilfestellung bei der raschen Bewertung des Einsparpotenzials. Konstantin Kulterer, Experte der Österreichischen Energieagentur: "Wir wollen, dass möglichst viele Dampfanlagen in Österreich gemäß dem Leitfaden analysiert werden, um den Energieverbrauch für Dampfsysteme um durchschnittlich 10% zu senken. Die dafür erforderlichen Energieaudits werden in den Bundesländern finanziell unterstützt bzw. gefördert." Die klima:aktiv Dampfkampagne konzentriert sich dabei auf die Evaluierung von Topmaßnahmen, die erfahrungsgemäß die höchsten Einsparungen lukrieren.
 
Die nächste Schulung dazu findet am 4. Oktober 2011 in Innsbruck statt.

Über "energieeffiziente betriebe"

"energieeffiziente betriebe" ist ein Programm im Rahmen von klima:aktiv, der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums und wird von der Österreichischen Energieagentur gemanagt. Es bietet spezielle Informations- und Beratungsangebote für Industrie und Gewerbe, zeigt Möglichkeiten zur Erschließung von Einsparpotenzialen auf und unterstützt bei deren Umsetzung.

Interessierte Firmen melden sich bei: eebetriebe(at)klimaaktiv.at, nähere Informationen auf www.eebetriebe.klimaaktiv.at

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv – die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie.

Rückfragehinweis:
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Alexandra Gros
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-125
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at

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