REN21-Bericht: Nur 11°% des weltweiten Energiebedarfes aus Wasser, Sonne, Wind und Wald

Sowohl weltweit als auch in Österreich sind besonders Verkehr und Raumwärme abhängig von Öl, Kohle und Erdgas. In Österreich stammen rund drei Viertel des Stroms aus natürlichen Ressourcen, global sind es ein Viertel.

Wien, 25. Juni 2020 – „Energie aus natürlichen Ressourcen wie Wasser, Sonne, Wind und Wald nimmt zu, aber nicht schnell genug“, zieht Peter Traupmann ein Fazit zum Renewables Global Status Report (GSR 2020), der von REN21 veröffentlichte, jährliche Bericht zum Status der erneuerbaren Energien. Dem Bericht zu folge wächst der Anteil erneuerbarer Energie deutlich schneller als Energie aus Kohle, Öl oder Erdgas. Dennoch werde damit aber noch immer weniger als ein Drittel der steigenden Nachfrage nach Energie abgedeckt.



„Die Gesamtendenergienachfrage stieg zwischen 2013 und 2018 jährlich um 1,4 Prozent weiter an. Trotz erheblicher Fortschritte bei der Stromerzeugung aus natürlichen Ressourcen liegt der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergiebedarf nach wie vor bei 11 Prozent“, analysiert Traupmann den Bericht.

„Im Vergleich zum Stromsektor hinken die Sektoren Wärme, Kälte und Verkehr weit hinterher: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung beträgt weltweit 26 Prozent, bei Wärme und Kälte sind 10 Prozent, Verkehr kommt auf lediglich 3 Prozent“, so Traupmann weiter.

Österreich: Vorreiter beim Strom

Österreich sei, Traupmann zu Folge, insbesondere beim Strom einen großen Schritt weiter. Bei der Raumwärme und besonders beim Verkehr zeige sich jedoch ein grundsätzlich ähnliches Bild. Bei Strom steht man derzeit bei einer Erzeugung von rund 73 Prozent aus natürlichen Ressourcen. Das aktuelle Regierungsprogramm definiert das Ziel, dass der österreichische Stromverbrauch bis 2030 zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie aus dem Inland gedeckt wird. Im Bereich der Raumwärme, der immerhin für 10 Prozent der Treibhausgasemissionen in Österreich verantwortlich ist, wird zu 34 Prozent die Kraft der Natur genützt. Verkehr war im Jahr 2018 für knapp 36 Prozent des energetischen Endverbrauches verantwortlich und mit etwa 29 Prozent wesentlicher Verursacher der österreichischen Treibhausgasemissionen. Hier ist die Abhängigkeit von Erdöl am größten, der Anteil an erneuerbaren Energien beträgt lediglich 10 Prozent.

Investitionen in klimaneutrales Energiesystem kurbeln Konjunktur an

„Nur mit Investitionen in den Umbau unseres Energiesystems können wir eine klimaneutrale Zukunft erreichen. Gleichzeitig schafft man so regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze – beide Faktoren sind wesentlich“, unterstreicht Traupmann eine Tatsache, die sowohl global als auch in Österreich gilt. 2018 waren dem Renewables Global Status Report zu Folge weltweit rund 11 Millionen Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt.

Über REN21 und den Renewables Global Status Report (GSR)

Der Renewables Global Status Report wird von der internationalen „Organisation für Erneuerbare Energien“ (Renewable Energy Policy Network for the 21st Century ‑ REN21) herausgegeben.
REN21 ist die einzige globale Community von Akteuren aus Wissenschaft, Forschung, Regierungen, NGOs und der Industrie aus allen Sektoren der erneuerbaren Energien. Sie stellt Entscheidungsträgern aktuelle Fakten, Zahlen und Analysen zur globalen Entwicklung in Technologie, Politik und Märkten bereit.
Der jährlicher Renewables Global Status Report ist einer der weltweit umfassendste Bericht über erneuerbare Energien, die Ausgabe 2020 wurde von über 350 Experten und Expertinnen verfasst.

Infografiken, Zahlen, nationale und regionale Datenblätter können hier heruntergeladen werden: https://rebrand.ly/GSR2020Press

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die klimaneutrale Zukunft: Ziel ist es, unser Leben und Wirtschaften so auszurichten, dass kein Einfluss mehr auf unser Klima gegeben ist. Neue Technologien, Effizienz sowie die Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser, Wind und Wald stehen im Mittelpunkt der Lösungen. Dadurch wird für uns und unsere Kinder das Leben in einer intakten Umwelt gesichert und die ökologische Vielfalt erhalten, ohne dabei von Kohle, Öl, Erdgas oder Atomkraft abhängig zu sein. Das ist die missionzero der Österreichischen Energieagentur.

Mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielfältigen Fachrichtungen beraten auf wissenschaftlicher Basis Politik, Wirtschaft, Verwaltung sowie internationale Organisationen. Sie unterstützen diese beim Umbau des Energiesystems sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise.

Die Österreichische Energieagentur setzt zudem im Auftrag des Bundes die Klimaschutzinitiative klimaaktiv um und nimmt die Aufgaben der Nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle wahr. Der Bund, alle Bundesländer, bedeutende Unternehmen der Energiewirtschaft und der Transportbranche, Interessenverbände sowie wissenschaftliche Organisationen sind Mitglieder dieser Agentur.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

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