Starker Anstieg bei Großhandels-Strompreis

• Plus von fast 10 % im Vergleich zum Vormonat, mehr als ein Drittel höher gegenüber Oktober des Vorjahres
• Strompreiszonentrennung greift mit 1. Oktober 2018

Wien, 11. September 2018 – Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) steigt im Oktober das 13. Monat in Folge. Die jüngste Steigerung lässt sich zumindest teilweise auf die Trennung der Strompreiszone zwischen Deutschland und Österreich zurückführen (Factsheet Strompreiszonentrennung). Ab 1. Oktober wird der uneingeschränkte Handel von Strom auf einem gemeinsamen deutsch-österreichischen Marktplatz nicht mehr möglich sein. Österreichische Lieferanten können dann nicht mehr uneingeschränkt im liquidesten Markt Europas Strom kaufen.

ÖSPI um fast 10 % höher als im Vormonat, um mehr als ein Drittel höher als im Oktober des Vorjahres

Insgesamt befindet sich der ÖSPI nun auf dem höchsten Stand seit September 2013. Gegenüber dem Vormonat September 2018 beträgt der Anstieg 9,4 %. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres liegt der ÖSPI um knapp 36 % höher. Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der ÖSPI für den Oktober 2018 einen Indexstand von 81,69 Punkten.

Der Grundlastpreis (Index 85,35 Punkte) steigt gegenüber dem Vormonat um fast 10 % und im Jahresvergleich um 37,1 %. Der Spitzenlastpreis (Index 73,90 Punkte) weist im Monatsvergleich ein Plus von 8,3 % und im Jahresvergleich ein Plus von 33,4 % auf.

Das bedeutet nicht, dass die Stromrechnung von Privatkunden in diesem Ausmaß steigt. Denn der Preis für das Produkt Strom macht lediglich etwa ein Drittel der gesamten Stromrechnung bei Privatkunden aus (siehe Grafik).

Energiepreisindex Juli 2018 (Haushaltskosten Strom):

https://www.energyagency.at/aktuelles-presse/presse/detail/artikel/energiepreisindex-juli-2018-energie-um-8-teurer-als-vor-einem-jahr.html

Factsheet Strompreiszonentrennung

https://www.energyagency.at/fileadmin/dam/pdf/energie_in_zahlen/Factsheet_Strompreiszonentrennung_AEA.pdf

Methodik

Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig berechnet. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.
Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex. Der ÖSPI bildet nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten auf die Energiekomponente und Netzgebühren, sowie Steuern und Abgaben auf (siehe Grafik). Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – werden im ÖSPI nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.
Eine grafische Darstellung der Entwicklung des Strompreisindex steht hier zum Download bereit.

Die Zeitreihen zum ÖSPI, getrennt nach Grund- und Spitzenlast, sind ebenfalls auf der Website der Österreichischen Energieagentur angeführt.

Über den Österreichischen Strompreisindex – ÖSPI©

Die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency veröffentlicht neben dem Energiepreisindex (EPI) seit Oktober 2008 auch einen Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) als unabhängiges Informations-Service für Stromanbieter und StromabnehmerInnen. Der ÖSPI ist ein guter Indikator der Marktpreisentwicklung, der durch die standardisierte Berechnungsmethode die notwendige Stabilität erhält.

Haftungsausschluss

Die Österreichische Energieagentur sowie alle bei der Erstellung der Indizes beteiligten ExpertInnen haben deren Berechnung sowie inhaltliche Kommentare sorgfältig erstellt. Übermittlungs-/inhaltliche Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Österreichische Energieagentur übernimmt daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere in Bezug auf eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Verwendung der angebotenen Informationen entstehen.

Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Die drei strategischen Schwerpunkte des Kompetenzzentrums für Energie lauten: visionzero, ein Strategieprozess für eine fossilfreie Zukunft. Die Transformation des Energiesystems mit den damit verbundenen Umbrüchen in den energierelevanten Branchen. Und die Energieintelligenz, die sich um das intelligente und effiziente Energiesystem der Zukunft dreht.
Im Vordergrund steht die Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Fragen der Energiezukunft mit ExpertInnen-Know-how beantworten – dieses Ziel unterstützt die Österreichische Energieagentur mit ihrer strategischen Personalentwicklung.

Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.

Rückfragehinweis:
Mag. Klaus Kraigher MAS
Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: twitter.com/at_AEA


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