"Waste to energy"

Traupmann: Reststoffnutzung in der Bioenergieproduktion bedeutet Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Der Lebenszyklus von biogenen Rohstoffen muss sinnvoll erweitert werden und im "Waste to energy"-Ansatz sieht Energieagenturchef Peter Traupmann noch viel Potential dafür. "Wenn Biodiesel vermehrt aus Altspeiseöl gewonnen wird oder wenn Biogasanlagen mit Biotreibstoffanlagen kombiniert werden und die Reststoffe der einen Anlage in der nächsten wiederum als Rohstoffe dienen, wird die Stoffnutzung weiter erhöht" erklärt Traupmann beim Besuch der Biodieselanlage der Münzer Bioindustrie in der Wiener Lobau.

Die Nutzung von Altspeiseöl oder Restfetten als Rohstoff für Energieträger hat sich durch neue Technologien in den letzten Jahren zunehmend bewährt. In einer Biodiesel-Produktionsanlage in der Lobau in Wien werden gesammelte Altspeiseöle zu Biodiesel verestert und direkt in die Raffinerie der Treibstoffproduktion in Schwechat weitergeleitet. Dieser alternative Treibstoff wird entsprechend den EU-Zielen dem herkömmlichen Biodiesel beigemischt und senkt dadurch den CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich.

Im Rahmen des Werksbesuchs mit Experten und Journalisten beschreibt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, den Beitrag der Reststoffverwertung zum optimalen Energiemix. Für die Klimaschutzaspekte besonders beachtlich, erspart die Nutzung von Altspeiseölen und tierischen Fetten den Aufwand, einen Rohstoff für Energieerzeugung extra zu gewinnen. Gelingt es, solche Reststoffe nachhaltig zu sammeln und ohne große Transportwege umzuwandeln, entsteht eine wertvolle Nische alternativer Ressourcen.

"Es können sicher nicht große Anteile des Energieverbrauches durch die Verwertung von Abfall- und Reststoffen gedeckt werden, aber in Verbindung mit gesteigerter Energieeffizienz erreichen die erzielbaren Mengen an Biogas und Biotreibstoffen einen immer höheren Anteil", so Traupmann zur Frage der Marktanteile. "Es lohnt sich in jeder Hinsicht, mit der energetischen Nutzung von Reststoffen die lokale Energieunabhängigkeit zu erhöhen und etwa kommunale Fuhrparks, Bauhöfe, aber auch Feuerwehr, Rettungsdienste etc. aus Eigenem mit Energieträgern versorgen zu können. In der Treibstofffrage müssen wir anstelle der "Tank statt Teller"-Diskussion auf "Tank nach Teller"-Lösungen setzen, und es gibt gute Beispiele, dass es funktioniert. Der städtische Nahverkehr wird bereits jetzt in einigen Städten mit Diesel aus Altspeiseölen betrieben, eine führende Rolle nimmt etwa Graz ein."

Da die Biotreibstoffe der nächsten Generation, BtL, Biomass to Liquid für Rohstoffe aus Zellulose, noch am Weg zur Marktreife sind, sieht Traupmann im "Waste to Energy"-Ansatz für die Ziele der EU eine wertvolle Ergänzung. "Gegenwärtig sind Verbrennungsmotoren weiter relevant für den Verkehr, die konsequente Nutzung von Reststoffen könnte neben der Energieeffizienz eine Brückenlösung sein, bis E-Mobilität und andere Technologien etabliert sind. Wenn wir Abfälle jetzt noch nicht vermeiden können, dann ist es auch eine Frage der Bewusstseinsbildung, jeden Weg zu suchen, diese Reste zu Rohstoffen zu machen." so Traupmann.

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