Energiepreise im September weiter im Aufwind

• Rekordniveau von 2012 erreicht
• Preisrallye im Gas- und Stromgroßhandel noch gar nicht voll eingepreist
• Import von Öl und Gas wird uns heuer bis zu 10,3 Mrd. Euro kosten
• Kampagne des BMK „Holt die Leichen aus dem Keller“ wird fossilen Import verringern

 

Hier finden Sie ein kurzes Video (Link auf YouTube) mit unserer Expertin Karina Knaus zu den Entwicklungen des Energiepreisindex im September 2021.




Wien, 5. November 2021
– Für die hohe Inflation im September waren die Energiepreise ganz wesentlich verantwortlich:  Der Energiepreisindex (EPI) für die österreichischen Haushalte lag um 16,3 % über dem Vorjahresniveau, die Inflation erreichte damit 3,2 %. Im Vergleich zum Vormonat August stieg der von der Österreichischen Energieagentur berechnete EPI um 0,8 %, die allgemeine Teuerung legte mit einem Plus von 0,5 % zu.

2021 hoher Kaufkraftabfluss durch Energieimporte zu befürchten, Gegenmaßnahmen notwendig

Die hohen Energiepreise sind aber lediglich ein Abbild der hohen Importpreise. In den letzten Jahren (mit Ausnahme des „Coronajahrs 2020“) kosteten uns die Einfuhr der fossilen Energieträger (Erd-)Öl und Erdgas bis zu 9,2 Mrd. Euro. Dieser Betrag kann nach einer Abschätzung der Österreichischen Energieagentur für das Jahr 2021 aus heutiger Sicht auf 10,3 Mrd. Euro steigen. „10 Mrd. Euro bedeuten einen enormen Kaufkraftabfluss, noch dazu in Richtung von Lieferländern, die in der Mehrzahl – vorsichtig ausgedrückt – pseudodemokratische Regierungsmodelle bevorzugen. Neben klimapolitischen Überlegungen gibt es also noch gewichtige weitere Argumente für die Vermeidung von Energieimporten“, analysiert Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter in der Österreichischen Energieagentur. „Die heute gestartete Kampagne ‚Holt die Leichen aus dem Keller‘, ist daher wie die vorige Förderaktion ‚Raus aus Öl und Gas‘ diesbezüglich eine wichtige Initiative – die bisherigen Erfahrungen zeigen aber auch, dass es am Ende des Tages nicht ohne gesetzliche Maßnahmen gehen wird“, so Lechner.

 

Heizöl vor der Heizsaison wieder teurer, Treibstoffe im September noch stabil

Die Preise für Heizöl stiegen im Monatsvergleich mit 3,2 %, im Jahresvergleich war Heizöl um 34,1 % teurer. Eine Tankfüllung von 3.000 Litern kostete damit um fast 100 Euro mehr als noch im August. Im Jahresvergleich musste man sogar um etwa 700 Euro mehr bezahlen als noch im September 2020.
Bei den Treibstoffen zeigte sich im September ein geteiltes Bild. Während Diesel um 0,8 % mehr als im August 2021 und damit fast um ein Viertel mehr als September 2020 kostete, sanken die Preise für Superbenzin im Monatsvergleich mit einem Minus von 0,2 % leicht. Damit lagen sie aber immer noch um 24 % über dem Vorjahreswert. Eine Tankfüllung mit 50 Litern kostete um rund 12 Euro mehr als vor einem Jahr. Die Teuerungen für Diesel und Benzin lagen dabei ungefähr auf demselben Level.

Ein Blick auf die Entwicklung seit Ende September zeigt allerdings, dass die Treibstoffpreise stark angezogen haben und mittlerweile die Höchststände der Jahre 2012-2013 eingestellt haben.

Gas 12 % teurer als vor einem Jahr, auch Strom und Fernwärme mit Preisplus

Die Haushaltspreise für Gas stiegen im September 2021 im Vergleich zum August um 3,4 %. Im Jahresvergleich lagen die Gaspreise um 11,7 % über dem Wert vom September 2020. Die Haushaltspreise für Strom stiegen im Monatsvergleich um 0,1 %. Im Jahresvergleich lagen sie um 7,4 % höher. Die Haushaltspreise für Fernwärme sind gegenüber dem Vormonat um 0,2 % gestiegen. Im Jahresvergleich lagen die Fernwärmepreise um 3,4 % höher.

Pellets und Brennholz ebenfalls teurer

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise für Holzpellets im September um 1,3 %, im Jahresvergleich waren sie um 1,2 % teurer. Die Preise für Brennholz verzeichneten ein Plus von 2,5 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber September 2020 sind die Preise für Brennholz damit bereits um 5,7 % gestiegen.