Energiepreisindex Oktober: Energiepreise steigen weiter an

• Heizöl um 5,1 % teurer als vor einem Jahr • Gas erstmals seit zwei Jahren teurer als im Vorjahresmonat • Strom um knapp um 5 % günstiger als im Vorjahr

Wien, 27. November 2017 - Wie auch in den vergangenen Monaten stieg der Energiepreisindex (EPI) für private Haushalte im Oktober weiter an, wenn auch in abgeschwächter Form. Österreichs Haushalte zahlten im Oktober für Energie um 1 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, im September waren es noch 1,5 %. Im Monatsvergleich stieg der EPI mit 0,7 % schwächer als zuvor im September (+1,5 %).

Die allgemeine Teuerung (Verbrauchpreisindex - VPI) lag in diesem Zeitraum laut Statistik Austria bei 2,2 %. Im September stand sie noch bei 2,4 %. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren unter anderem die schwächer steigenden Treibstoffpreise[1]. Die Preisänderungen bei Energie hatten mit - 0,1 Prozentpunkten dabei weiterhin einen dämpfenden Einfluss auf die allgemeine Teuerung.

Adrian Zelalic, Senior Expert für Preise & Marktanalyse bei der Österreichischen Energieagentur, fasst die jüngsten Entwicklungen zusammen: „Mit Ausnahme von Strom liegen die Preise für die übrigen Energieträger über dem Niveau von Oktober 2016, allen voran Heizöl, Brennholz und Dieselkraftstoff.“ Die folgende Tabelle zeigt die Hauptpreistreiber der im EPI angeführten Energieträger.

Veränderungen der Energiepreise im Jahresvergleich Oktober 2017 – Oktober 2016

Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

Heizöl um 5,1 % teurer als vor einem Jahr

Der Preis von Heizöl stieg im Oktober mit 5,1 % am stärksten von allen Energieträger (September 8,7 %). Gegenüber dem Vormonat September war ein Plus von 2,4 % zu verzeichnen. Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, analysiert diese Entwicklung: „Bei Heizöl spielen derzeit zwei wichtige Faktoren zusammen: einerseits die zuletzt gestiegenen Ölpreise und anderseits saisonal bedingte Preissteigerungen vor- und während der Heizperiode.“ In einem mehrjährigen Betrachtungszeitraum seien die Heizölpreise noch immer relativ niedrig. Gegenüber den Höchstwerten in den Jahren 2008 oder 2012 liege der Heizölpreis derzeit noch immer um rund 30 % niedriger.
(siehe Abbildung 1).

 
Abbildung 1: Entwicklung der Heizölpreise im langjährigen Vergleich
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

 „Dieses Bild illustriert aber auch das Preisrisiko für jeden sechsten Haushalt, der in Österreich noch mit Heizöl heizen“, betont Traupmann. Darüber hinaus weisen Öl-Brennwertsysteme die schlechtesten CO2-Werte aller Heizsysteme auf, so die Ergebnisse des Heizkostenvergleichs der Österreichischen Energieagentur[2].

In absoluten Zahlen lagen im Oktober die Gesamtkosten einer 3.000 Liter Tankfüllung bei knapp 2.100 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das ca. 90 Euro an Mehrkosten. Im Oktober 2014 mussten Haushalte allerdings 2.600 Euro und im Oktober 2013 sogar über 2.800 Euro bezahlen.

Treibstoffpreise über Vorjahresniveau

Die Treibstoffpreise sind im Jahresvergleich im Oktober um 3,3 % gestiegen, im September waren es noch 5,2 %. Bei Superbenzin ging die Preissteigerung von fast 6 % im September auf 2,8 % im Oktober zurück, bei Diesel nur von 4,7 % im September auf 3,5 % im Oktober.

Im Monatsvergleich sank Super um 0,5 %, Diesel verzeichnete einen Anstieg von 1,7 %.

Dadurch ist auch der Preisunterschied zwischen den beiden Treibstoffsorten kleiner geworden: Im September war Diesel noch um 8,7 Cent pro Liter günstiger als Super, im Oktober waren es nur mehr 6,1 Cent pro Liter.

Gas seit mehr als zwei Jahren erstmals teurer als im Vorjahresmonat

Der Gaspreis stieg um 0,7 % im Vergleich zum Oktober 2016. Damit ist Gas erstmals seit März 2015 teurer als im gleichen Monat des Vorjahres. Dafür sind folgende Gründe ausschlaggebend: Am 1. Jänner 2017 wurden die Netzentgelte im Österreichschnitt um 6 % angehoben[3]. Die Netzentgelte machen je nach Bundesland ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Gasrechnung (Energiepreis, Netzentgelt, Steuern & Abgaben) aus. Zuvor hatten im Oktober 2016 aber zahlreiche Energieversorgungsunternehmen den Energiepreis gesenkt. Deshalb war die Erhöhung im Jahresvergleich bisher nicht sichtbar. Da es heuer im Oktober keine Senkungen der Gas-Energiepreise gab, schlägt die Preiserhöhung im Jahresvergleich nun voll durch. Im Monatsvergleich blieb der Preis von Gas unverändert.

Strom war im Oktober um 4,9 % günstiger als im Vorjahr. Im September lag der Unterschied noch bei 5,3 %. Fernwärme stieg im Jahresvergleich um 2,4 %. Im Monatsvergleich blieben die Preise dieser Energieträger stabil (Strom 0 %, Fernwärme 0,1 %).

Preissteigerung bei Brennholz

Lag der Preis für Feste Brennstoffe im September noch um 1,2 % über dem Vorjahr, zog dieser auf 4 % im Oktober an. Dafür war vor allem der im Jahresvergleich um fast 5 % höhere Preis für Brennholz verantwortlich. Damit erreicht der Preis für Brennholz knapp vor Winterbeginn den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. „Obwohl die Festen Brennstoffe saisonal bedingt immer vor und während der Wintersaison ansteigen, ist der Preisanstieg heuer deutlich stärker als in den Vorjahren“ so die Analyse von Zelalic. Dies trifft auch bei Holzbriketts (+3,3 %) und Holzpellets (+2,7 %) zu (siehe Abbildung 2). Im Monatsvergleich stieg Brennholz um 1,5 %, die Preise von Pellets um 1,8 % und Holzbriketts um 1 %.


Abbildung 2: Entwicklung der Preise für Feste Brennstoffe
Datenquelle: Statistik Austria, Berechnungen: Österreichische Energieagentur

Haftungsausschluss

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[1] Presseinformation siehe https://www.statistik.at/web_de/presse/115145.html
[2] Details siehe https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten/co2-emissionen.html
[3] Details siehe http://press.e-control.at/News_Detail.aspx?id=43208&menueid=1830