EU-Projekt für Gebäudesanierung: Renovierung von 1,5 Millionen m2, 340 Millionen Euro Investitionen und 160 GWh Energieeinsparungen pro Jahr

FinEERGo-Dom entwickelt ein Programm, das die Finanzierung der thermischen Sanierungen von Gebäuden in sechs Ländern erleichtert. Ziel sind mehr energieeffiziente und nachhaltig sanierte Gebäude. Die Österreichische Energieagentur ist Partner bei dem Projekt, das über den Zeitraum von vier Jahren geht

Wien, 27. November 2019 - Die Gebäude in der EU sind für rund 40 Prozent des Energieverbrauches und 36 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Daher ist es auch erklärtes Ziel der EU, die CO2-Emissionen des Gebäudesektors um rund 90 Prozent zu senken. „Die thermische Sanierung spielt eine wesentliche Rolle, um den Energieverbrauch der Gebäude in Europa deutlich zu senken. So erreicht man auch eine Reduktion der CO2-Emissionen, da die eingesetzte Energie derzeit zu einem großen Teil aus fossilen Brennstoffen wie Öl oder Kohle stammt. Mehr sanierte und energieeffiziente Gebäude bedeuten aber auch eine Verbesserung der Lebensqualität von tausenden Bürgerinnen und Bürgern in Mittel- und Osteuropa“, erklärt Andreas Hirtl, der die Österreichischen Energieagentur bei FinEERGo-Dom vertritt. Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Horizon-2020-Programms finanziert. Die Österreichische Energieagentur setzt FinEERGo-Dom, gestartet im Juni 2019, gemeinsam mit neun Partnerorganisationen aus sechs Ländern (Polen, Lettland, Bulgarien, Niederland, Rumänien und der Slowakei) um.

Ziel: 340 Millionen Euro Investitionen, 1,5 Millionen m2 renoviert, 160 GWh Energie pro Jahr gespart

„Im Rahmen von FinEERGo-Dom wird ein Finanzierungsmechanismus entwickelt, der große Investitionen in Gebäudesanierung ermöglichen wird“, erklärt Hirtl. „Ziel ist es, in teilnehmenden Ländern innerhalb von vier Jahren 340 Millionen Euro an Investitionen auszulösen, 1,5 Millionen m2 zu renovieren und damit pro Jahr 160 GWh Energie einzusparen“, so Hirtl weiter. Die geplanten Einsparungen entsprechen also dem Strombedarf von rund 45.700 Haushalten*.
Das Potenzial für Energieeinsparungen und erneuerbare Energie ist insbesondere in Osteuropa groß, da in diesen Ländern bei Gebäuden, die vor den 90er-Jahren gebaut wurden, keine Energieeffizienzstandards erforderlich waren. Darüber hinaus müssen wegen der unterlassenen Instandhaltung 70 bis 90 Prozent der Gebäude renoviert werden.

Aufbauend auf den in Lettland bei der Einführung eines Finanzierungssystems gewonnenen Erfahrungen (LABEEF) wird das FinEERGo-Dom-Team sogenannte garantierte Finanzierungsmechanismen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei thermischen Sanierungen von Gebäuden in mehreren EU-Mitgliedstaaten einführen oder verbessern. Das Kerninstrument dabei ist die Onlineplattform SHAREX. Diese ist darauf ausgelegt, jede Transaktion von der ersten Idee bis zur Finalisierung zu verfolgen und gleichzeitig ein Höchstmaß an rechtlicher und finanzieller Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Der Dialog mit unterschiedlichen Interessensgruppen, politischen Entscheidungsträgern und Parteien, die den Finanzierungsmechanismus in Anspruch nehmen, spielt eine wesentliche Rolle, um die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse abzudecken.

Auf EU-Ebene wird die Bedeutung von Gebäuden im Rahmen der allgemeinen Energieeffizienzstrategie betont: Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD, 2010/31/EU und ihre Ergänzung die EU-Richtlinie 2018/844/EU) unterstreicht die Vorbildfunktion von öffentlichen Gebäuden. Sie erfordert die Integration einer Sanierungsstrategie in die National Energy Efficiency Action Plans (NEEAPs) (EPBD, 2018/844/EU Artikel 2a). Die EU-Mitgliedstaaten müssen langfristige Renovierungsstrategien festlegen, die alle drei Jahre aktualisiert werden, um die Renovierung des nationalen Gebäudebestands, einschließlich Wohn- und Nichtwohngebäuden, zu unterstützen.

Über FinEERGo-Dom

Im Rahmen von FinEERGo-Dom wird ein Finanzierungsmechanismus entwickelt, der große Investitionen in Gebäudesanierung in mehreren EU-Ländern ermöglichen wird. Dadurch werden 340 Millionen Euro Investitionen ausgelöst, 1,5 Millionen m2 renoviert und 160 GWh Energie pro Jahr eingespart. Die Österreichische Energieagentur ist Partner bei diesem auf vier Jahre ausgelegten Projekt, das von der EU im Rahmen des Horizon-2020-Programms finanziert wird.
https://fineergodom.eu

Ansprechpartner Medien

Mag. Klaus Kraigher, MAS
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-174
E-Mail: pr(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA

Ansprechpartner FinEERGo-Dom

DI Andreas Hirtl, BSc
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
Tel.: +43 (0) 1-586 15 24
E-Mail: andreas.hirtl(at)energyagency.at
Web: www.energyagency.at
Twitter: https://twitter.com/at_AEA


Über die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)

Die Österreichische Energieagentur liefert Antworten für die Energiezukunft. Sie berät auf wissenschaftlicher Basis Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – sowohl national als auch international. Als Kompetenzzentrum für Energie konzentriert sie sich auf drei strategische Schwerpunkte: missionzero, transformation und energieintelligenz.
Beim Schwerpunkt missionzero verfolgt die Österreichische Energieagentur das langfristige Ziel, mit Strategieentwicklung und der Umsetzung von konkreten Maßnahmen die Zukunft fossilfrei zu gestalten. Beim Schwerpunkt transformation des Energiesystems setzt sie sich mit den damit verbundenen Umbrüchen und profitablen Geschäftsmöglichkeiten in den energierelevanten Branchen auseinander. Im Rahmen der energieintelligenz beschäftigt sie sich mit dem smarten und flexiblen Energiesystem der digitalen Zukunft.
Im Vordergrund steht die Steigerung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit.
Die Österreichische Energieagentur entwickelt Strategien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, führt Beratungen und Schulungen durch und ist die Vernetzungsplattform für die Energiebranche. Sie setzt klimaaktiv – die Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) – operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Zudem betreibt die Österreichische Energieagentur im Auftrag des BMNT die Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle.

Im Podcast Petajoule beantworten die Expertinnen und Experten der Österreichischen Energieagentur mit Gästen aus der Energiebranche die Fragen der Energiezukunft.


Die Österreichische Energieagentur ist nach ÖNORM ISO 50001:2011 und ISO 29990:2010 zertifiziert.




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*Angenommen wird ein durchschnittlicher Stromverbrauch von 3,5 MWh im Jahr pro Haushalt.

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